Tesla Semi startet 2027 mit Auslieferungen in Europa

Tesla Semi startet 2027 mit Auslieferungen in Europa
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Für europäische Speditionen und Flottenbetreiber:innen liefert Tesla nun konkrete Zahlen: Der batterieelektrische Sattelzug Semi soll den Güterverkehr günstiger und planbarer machen. Wer heute Diesel-Lkw betreibt, blickt vor allem auf zwei Größen, den Kilometerpreis und den Wartungsaufwand. Genau dort setzt Tesla mit der europäischen Ausführung des Semi an, deren technische Daten das Unternehmen nun veröffentlicht hat.

Der Lkw wurde von Grund auf als Elektrofahrzeug entwickelt und stützt sich laut Tesla auf die eigene Erfahrung in Batterietechnologie, elektrischem Antriebsstrang, Software und Fertigung. Vom 14. bis zum 20. September wird der Semi erstmals auf der IAA Transportation in Hannover einem breiten Fachpublikum gezeigt.

Nach Angaben von Tesla liegt der Energieverbrauch des europäischen Semi bei geschätzt einem kWh pro Kilometer, die Reichweite bei rund 550 Kilometern. Drei unabhängige Motoren an den Hinterachsen sorgen für eine Antriebsleistung von bis zu 800 kW, das Gesamtzuggewicht liegt bei 40 Tonnen, das Leergewicht unter 9100 Kilogramm. Ergänzt wird die Ausstattung durch einen elektrischen Nebenabtrieb (ePTO) mit bis zu 25 kW. Tesla betont, dass sich diese Werte je nach Fahrzeugkonfiguration unterscheiden können.

Die drei Motoren liefern, typisch für E-Motoren, sofortiges Drehmoment bei jeder Geschwindigkeit, was das Einfädeln im Verkehr und das Bewältigen von Steigungen erleichtert. Zugleich entfallen Lärm und Vibrationen eines klassischen Diesel-Antriebsstrangs, die Kraftentfaltung fällt gleichmäßiger und besser vorhersehbar aus. Für Fahrer:innen bedeutet das ein ruhigeres und weniger anstrengendes Arbeitsumfeld im Fernverkehr.

Hohe Effizienz und Reichweite sollen den Semi laut Tesla für unterschiedliche Einsatzszenarien geeignet machen, von der regionalen Verteilung bis zur Langstrecke. Damit deckt der E-Lkw nach Angaben des Unternehmens einen Großteil der europäischen Transportanforderungen ab, ohne dass Flotten je nach Einsatzprofil auf unterschiedliche Fahrzeuge zurückgreifen müssten.

Wie sich der Semi von der Konkurrenz abhebt

In Sachen Reichweite bewegt sich der Semi im Mittelfeld der europäischen Konkurrenz. Der Mercedes-Benz eActros 600 kommt auf bis zu 600 Kilometer ohne Zwischenladen, Volvo hat seinen FH Aero Electric zuletzt auf 700 Kilometer gebracht, und MAN nennt für die neue eTGX-Generation bis zu 660 beziehungsweise 720 Kilometer. Beim Laden liegt der Semi mit bis zu 800 kW an der Spitze der genannten Werte, wenngleich Mercedes über eine optionale MCS-Vorrüstung sogar bis zu 1000 kW in Aussicht stellt und MAN mit 750 kW ähnlich schnell lädt.

Bei der Antriebsleistung liegt der Semi mit seinen 800 kW über den bislang angekündigten Wettbewerbern, sein Gesamtzuggewicht von 40 Tonnen bleibt jedoch unter den 44 bis 48 Tonnen von Mercedes und Volvo. Deutlicher fällt der Unterschied beim Marktstart aus: Mercedes, MAN und Scania liefern ihre Elektro-Lkw in Europa bereits aus oder nehmen Bestellungen an, während die ersten Semi-Einheiten laut Tesla erst 2027 an europäische Kund:innen übergeben werden sollen.

Deutlich sinkende Kosten im Fernverkehr

Für Flottenbetreiber:innen rechnet sich der Umstieg laut Tesla vor allem über die laufenden Kosten. Strom ist pro Kilometer günstiger als Diesel, gleichzeitig entfallen beim batterieelektrischen Antriebsstrang die Abgasnachbehandlungssysteme herkömmlicher Diesel-Lkw, was den Wartungsaufwand senkt. Hinzu kommen Ferndiagnose und Over-the-Air-Updates, die laut Tesla zusätzlich Zeit sparen und die Fahrzeugverfügbarkeit über die Lebensdauer des Elektro-Lkw erhöhen sollen. In der Summe könnten Flottenbetreiber:innen so bereits vor dem regulären Austauschzyklus ihrer Diesel-Fahrzeuge eine positive Gesamtkostenbilanz erreichen, teilt Tesla mit. Gerade für Flotten, die unter dem Druck stehen, ihre Emissionen zu senken und zugleich ihre Margen zu sichern, kann diese Kombination entscheidend sein.

Damit der Semi auch auf langen Routen produktiv bleibt, setzt Tesla auf das eigene Megacharger-Netzwerk. Die Ladestationen sind auf den gewerblichen Einsatz ausgelegt und sollen dem Sattelzug innerhalb von 30 Minuten bis zu 60 Prozent seiner Reichweite hinzufügen, bei einer Ladeleistung von bis zu 800 kW. Kurze Ladestopps sollen dadurch ausreichen, um Zeitpläne im Fernverkehr einzuhalten, ohne dass Fahrten länger unterbrochen werden müssen. Weitere Details will Tesla in den kommenden Monaten nachliefern.

Quelle: Tesla – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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