Tesla Roadster: Enthüllung nach Jahren Verzögerung

Tesla Roadster: Enthüllung nach Jahren Verzögerung
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Tesla (Archivbild aus 2018, als Tesla noch einen Marktstart für 2020 anvisierte)

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Tesla-Chef Elon Musk hat für den 1. Oktober die Enthüllung des neuen Roadster angekündigt und damit erstmals wieder einen konkreten Termin für das lange erwartete Sportwagenmodell genannt. Auf der Plattform X, die ebenfalls Musk gehört, veröffentlichte Tesla den Hinweis „Go for launch“ zusammen mit einer Grafik, die das Datum zeigt. Musk selbst ergänzte den Beitrag kurz darauf mit den Worten „New Tesla Roadster Unveil 10.01“. Für Kundschaft und Branche markiert das einen Meilenstein in einer Geschichte, die sich über Jahre hingezogen hat, denn seit der ersten Ankündigung ist viel Zeit vergangen, ohne dass ein fertiges Fahrzeug zu sehen war.

Die erste Version des neuen Roadster zeigte Tesla bereits 2017. Ein Marktstart war für 2020 vorgesehen, verschob sich seitdem jedoch wiederholt, ohne dass ein neuer verbindlicher Liefertermin genannt wurde. Bis zur jetzt angekündigten Enthüllung sind knapp zehn Jahre vergangen, in denen aus einem angekündigten Sportwagen ein Projekt mit offenem Ausgang wurde. Wer sich damals für eine Reservierung entschied, wartet inzwischen fast ein Jahrzehnt auf greifbare Ergebnisse, während Tesla in derselben Zeit mehrere andere Modelle von der Ankündigung bis zur Serienproduktion brachte.

Bewegung in die Sache brachte zuletzt ein Bericht des Fachmediums The Information. Dort hieß es im August, Tesla plane eine Enthüllung des überarbeiteten Roadster möglicherweise noch im selben Monat. Der Termin verschob sich zwar erneut um mehrere Wochen, mit dem 1. Oktober liegt nun aber erstmals seit Langem ein offizielles Datum vor. Wie belastbar dieser Zeitplan diesmal ist, lässt sich angesichts der bisherigen Historie des Projekts nicht abschließend einschätzen, zumal frühere Ankündigungen ähnlich konkret klangen und dennoch nicht eingehalten wurden.

Beschleunigung durch Raketentechnik von SpaceX

Inhaltlich hat sich der Roadster in der langen Entwicklungszeit offenbar grundlegend verändert. Ursprünglich sollte das Modell auf Komponenten des Model S Plaid aufbauen, diesen Ansatz soll Tesla mittlerweile verworfen haben. Stattdessen ist laut Bericht eine vollständige Neuentwicklung mit einer Karosserie aus Carbon vorgesehen, die den Roadster näher an einen Hypercar rückt als an den klassischen Elektrosportwagen, der 2017 präsentiert wurde. Aus einem Ableger bestehender Technik ist damit im Verlauf der Jahre ein eigenständiges Fahrzeugprojekt geworden.

Für eine limitierte Sonderversion ist zudem der Einsatz von Kaltgas-Triebwerken vorgesehen, die gemeinsam mit SpaceX entwickelt wurden, dem Raumfahrtunternehmen, das ebenfalls Musk gehört. Laut Bericht könnte die Enthüllung von einer Demonstration dieser Sonderversion begleitet werden. Als Schauplatz dafür ist das SpaceX-Testgelände im texanischen McGregor im Gespräch, wo das Unternehmen üblicherweise Raketenantriebe erprobt. Zu Reichweite, Leistung oder Preis des Serienmodells äußerte sich Tesla bislang nicht, sodass viele technische Eckdaten weiterhin offen bleiben.

Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der Tesla mehrere Produktlinien parallel vorantreibt. Erst vergangene Woche startete das Unternehmen in begrenzten Bereichen von Austin, Texas, erste Fahrten mit dem zweisitzigen Cybercab, das weder Lenkrad noch Pedale besitzt. Musk bezeichnet dieses Fahrzeug als zentralen Baustein auf dem Weg zu einer führenden Rolle im Bereich autonomer Mobilität. Der Roadster und der Cybercab stehen damit für zwei sehr unterschiedliche Kapitel derselben Unternehmensstrategie, deren Zeitpläne sich in der Vergangenheit ebenfalls mehrfach verschoben haben.

Quelle: Reuters – Tesla to unveil long-delayed Roadster on Oct. 1, Musk says

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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