Tesla senkt in China erstmals seit 2024 die Preise

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Arun Niemann
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Die Nachfrage am chinesischen E-Auto-Markt ist in letzter Zeit deutlich eingebrochen, was sich auch auf den Absatz des US-Herstellers Tesla ausgewirkt hat. Gleichzeitig ist zwischen den zahlreichen konkurrierenden E‑Auto-Produzenten ein regelrechter Preiskrieg entbrannt. Aufgrund dieser Umstände hat sich Tesla nun erstmals seit November 2024 dazu gezwungen gesehen, seine Preise für das Model 3 und Model Y zu senken.

Das Model 3 wird in Shanghai gefertigt und kostet seit dem 7. September 222.500 Yuan (rund 33.160 US‑Dollar). Das entspricht einem Preisnachlass von 2,2 Prozent beziehungsweise 5000 Yuan (rund 745 US‑Dollar). Beim Model Y sinkt der Preis sogar um 3,8 Prozent bzw. 10.000 Yuan (rund 1490 US-Dollar) auf 253.500 Yuan (rund 37.780 US-Dollar). Beide Preisnachlässe gelten jedoch nur von besagtem 7. September bis zum 30. September. Wer sich vor dem Ablaufdatum des Rabatts für ein Model 3 entscheidet, dem gewährt Tesla zudem einen Versicherungszuschuss in Höhe von 8000 Yuan (rund 1192 US-Dollar).

Darum muss Tesla jetzt reagieren

Die Tesla-Verkäufe in China sind allein im August im Jahresvergleich um 12 Prozent eingebrochen und beliefen sich in diesem Zeitraum nur noch auf etwa 50.000 Fahrzeuge. Im bisherigen Jahresverlauf betrug der Absatzrückgang sogar 13 Prozent und bisher wurden nur 313.000 Einheiten verkauft.

Grund dafür ist neben der sinkenden Konsumlust vieler Chinesen auch ein übersättigter Markt und vor allem die immer stärkere Konkurrenz. Wettbewerber wie BYD oder Xiaomi setzen Tesla sowohl in Bezug auf die verbaute Technologie als auch beim Preis immer stärker unter Druck. Zusätzliche Belastung geht auch von einer neu eingeführten Verbrauchssteuer auf E-Autos aus. Diese gilt seit Januar und belegt Käufer elektrifizierter Fahrzeuge mit einer zusätzlichen Steuer von 5 Prozent.

Parallel zu Teslas Absatzrückgang verzeichnet auch der chinesische Gesamtmarkt für elektrifizierte Pkw eine Kontraktion. So sind nicht nur Teslas, sondern auch die gesamten Inlandsauslieferungen elektrifizierter Pkw im August laut CPCA um 10 Prozent auf 1,12 Millionen Fahrzeuge eingebrochen. Im Jahresverlauf beläuft sich das Minus bisher auf 12 Prozent bei 6,7 Millionen Auslieferungen.

Dabei ist nicht nur der E-Auto-Markt betroffen. Auch die Nachfrage nach Verbrennern sinkt immer weiter. Steigende Ölpreise infolge des Konflikts im Nahen Osten machen sie im Vergleich zu E-Autos immer unattraktiver, was sich im August in einem 24‑prozentigen Minus der Pkw-Verkäufe gegenüber dem Vorjahr widerspiegelte.

Tesla exportiert, um die schwache Inlandsnachfrage auszugleichen

Tesla hat die Exporte seines Shanghai-Werks als Reaktion auf die besagte Situation zuletzt deutlich hochgefahren. Im Vergleich zum Vorjahr hat das Werk bisher mit rund 334.000 mehr als doppelt so viele Fahrzeuge exportiert. So konnte der Absatzrückgang in China ausgeglichen werden und die Gesamtauslieferungen des Werks stiegen in den ersten 8 Monaten 2026 laut CPCA um 26 Prozent auf knapp 648.000 Fahrzeuge.

Diese Exportstrategie verschiebt das Absatzproblem in China zwar, löst es jedoch nicht. Ob die nun beschlossenen Preissenkungen reichen werden, um Tesla im Preiskampf mit BYD aus der Krise zu führen und den Verlust von Marktanteilen an chinesische Hersteller zu stoppen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Quelle: Automotive News – Tesla cuts China pricing on Model 3, Model Y to reverse protracted sales slump amid intense competition

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Arun Niemann

Arun Niemann

Arun Niemann arbeitet nun seit 5 Jahren als Redakteur und Werbetexter und schreibt seit 2026 auch für Elektroauto-News.net. Dabei bringt ihn sein persönliches Interesse für makroökonomische Zusammenhänge und die bisherige redaktionelle Arbeit zu Finanz- und Wirtschaftsthemen, oft zu Beiträgen an der Schnittstelle zwischen Elektromobilität, Energiewende und Wirtschaft.

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