MG wechselt in Deutschland von Agentur- zu Händlervertrieb

MG wechselt in Deutschland von Agentur- zu Händlervertrieb
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Laura Horst
Laura Horst
  —  Lesedauer 3 min

MG beendet den Agenturvertrieb, über den der chinesische Hersteller seine Autos seit 2021 in Deutschland verkauft. Obwohl das Unternehmen stark gewachsen ist, vertreibt MG seine Autos künftig über das klassische Händlermodell. „Das Agenturmodell war zum Start einer der Gründe für unseren Erfolg in Deutschland“, erklärte Axel Blazejak, Director of Networks bei MG in Deutschland, gegenüber der Automobilwoche. Dank des Fahrzeugbestands durch die Agentur und durch niedrige CI-Standards seien für die Händler niedrige Investitionskosten entstanden, was einen „fast risikolosen Start“ ermöglicht habe.

Im Gegensatz zu anderen Autobauern wie VW oder Audi beendet MG den Agenturvertrieb nicht wegen schlechter Verkaufszahlen, sondern bewertet das Modell positiv. „Wir haben ein Händlernetz aufgebaut und bewiesen, dass man mit uns Geld verdient. Jetzt übertragen wir den Händlern mehr Verantwortung“, sagte der Vertriebsdirektor von MG Deutschland, Oliver Rittierodt. Künftig erhofft man sich bei MG mehr Erfolg vom Händlervertrieb, weil die Händler laut Rittierodt den Markt vor Ort am besten kennen und die Marke dadurch besser voranbringen können.

Das erste Modell, das im Händlermodell angeboten wird, ist der MG4 EV Urban. Endgültig auslaufen soll der Agenturvertrieb zum Jahresende. Das kompakte Elektromodell leitet nicht nur Veränderungen im Vertrieb ein, sondern bringt auch erstmals Halb-Festkörperbatterien nach Europa. Zunächst startet der MG4 EV Urban hierzulande mit einer konventionellen LFP-Batterie (Lithium-Eisenphosphat), die in zwei Varianten erhältlich ist, während die Variante mit der Semi-Solid-Batterie bis Ende dieses Jahres folgen soll.

„Wir sind dabei, uns fest am Markt zu etablieren“, sagte Rittierodt. Neue Modelle, zu denen auch der Plug-in-Hybrid MG S9 gehört, sollen das Wachstum auf dem deutschen Markt weiter vorantreiben. Zudem soll die Zahl der Händler bis Jahresende auf 220 steigen, mittelfristig auf 300. Im vergangenen Jahr erzielte der ehemals britische Autohersteller mit 26.500 Neuzulassungen ein Plus von 26 Prozent. In diesem Jahr will MG die Marke von 33.000 Neuzulassungen knacken.

Nachhaltiges Wachstum angestrebt

Während MG 2025 knapp die Führung unter den chinesischen Marken in Deutschland übernahm, dürfte der Titel in diesem Jahr an BYD gehen. Letzterer plant für 2026 50.000 Neuzulassungen und will ausdrücklich der größte chinesische Hersteller in Deutschland werden. „Ob wir der größte chinesische Hersteller in Deutschland sind, spielt für uns keine Rolle“, merkte Riettierodt an. Man wolle nachhaltig wachsen, anstatt mit Eigenzulassungen. Im Gegensatz dazu nimmt BYD hohe Anteile an taktischen Zulassungen in Kauf, um seine Wachstumsziele zu erreichen. Im vergangenen Jahr entfielen nur 12 Prozent der Neuzulassungen auf Privatkunden, während es bei MG 38 Prozent waren.

MG will Händler mit der Aussicht auf steigende Erträge für sich gewinnen. Diese liegen laut Blazejak momentan auf dem Niveau des Gesamtmarktes, jedoch werde mit dem Anwachsen des Fahrzeugbestands der Aftersales zur Profitabilität beitragen. Mit der Umstellung auf das Händlersystem habe man zudem die Grundmarge der Händler um mehrere Prozentpunkte erhöht. Perspektivisch sollen die einzelnen Händler in Zukunft deutlich mehr Autos verkaufen. Der aktuelle Schnitt von etwa 150 Einheiten pro Standort soll langfristig auf 250 erhöht werden.

Quelle: Automobilwoche – MG beendet Agenturvertrieb in Deutschland – trotz starken Wachstums

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