MG4 Urban: Günstig, praktisch – und wenig MG4

MG4 Urban: Günstig, praktisch – und wenig MG4
Copyright:

MG Motor

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Mit dem MG4 Urban erweitert die chinesische SAIC-Marke MG Motor ihre kompakte Elektro-Baureihe um eine Variante, die auf den ersten Blick vertraut wirkt, sich jedoch vom Namensvetter durchaus unterscheidet. Denn trotz identischer Modellbezeichnung handelt es sich nicht einfach um eine weitere Ausstattungslinie des bekannten MG4, sondern vielmehr um ein eigenständiges Konzept innerhalb der Modellfamilie. Der MG4 Urban positioniert sich deutlich stärker als alltagsorientiertes, preisbewusstes Elektroauto für die Stadt und rückt damit ein gutes Stück weg vom sportlicher konzipierten MG4.

Technisch setzt der MG4 Urban laut Pressemitteilung auf kleinere Batterien mit 43 oder 54 kWh, die eine WLTP-Reichweite von rund 323 bis 416 Kilometern ermöglichen. Damit liegt er klar unter den bekannten MG4-Versionen, die mit bis zu 77 kWh Akku und über 500 Kilometern Reichweite antreten. Der Ladevorgang von 10 bis 80 Prozent soll bei beiden Akkugrößen an Schnellladesäulen etwa 30 Minuten Zeit in Anspruch nehmen.

Auch bei der Leistung bleibt der Urban bewusst zurückhaltend: Rund 110 bis 118 kW (150 bis 160 PS) reichen für den Alltag, sorgen aber nicht für sportliche Ambitionen – ganz im Gegensatz zu den stärkeren Hecktrieblern der bisherigen MG4-Baureihe. Der „Sprint“ bis 100 km/h soll knapp zehn Sekunden betragen, bei 160 km/h ist das Elektroauto abgeregelt.

Würdiger Nachfolger für den MG5?

Ein zentraler Unterschied liegt im Antriebskonzept. Während der „klassische“ MG4 auf Heckantrieb setzt, fährt der Urban mit Frontantrieb vor – ein Schritt, der weniger Fahrdynamik, dafür aber geringere Kosten und mehr Effizienz verspricht. Genau hier wird die strategische Ausrichtung deutlich: Der MG4 Urban soll vor allem günstig sein. In Deutschland startet er bei rund 24.990 Euro und unterbietet damit den bisherigen MG4 deutlich. Mit größerem Akku und mehr Leistung starten die Preise bei 31.490 Euro.

Parallel dazu wächst das Fahrzeug. Mit rund 4,40 Metern Länge ist der Urban gut elf Zentimeter größer als der bisherige MG4 und bietet spürbar mehr Platz im Innenraum sowie einen deutlich größeren Kofferraum von mehr als 550 Litern sowie zahlreiche Ablage- und Verstaumöglichkeiten. Das Konzept verschiebt sich damit in Richtung eines praktischen Familienfahrzeugs – weniger kompakt-sportlich, mehr funktional. So rückt er nicht zuletzt in jene Lücke innerhalb der Marke vor, die nach dem Auslaufen des E-Kombi MG5 entstanden ist.

Auch im Innenraum zeigt sich diese Neujustierung. Moderne Infotainment-Lösungen, große Displays und Assistenzsysteme gehören zur Serienausstattung, während die Materialanmutung eher pragmatisch bleibt – passend zum klaren Fokus auf Preis-Leistung statt Premiumanspruch. Der MG4 Urban verfügt über eine recht üppige Serienausstattung inklusive Voll-LED-Scheinwerfer, hintere Parksensoren, Leichtmetallräder, Klimaautomatik, Vehicle-to-load (V2L) sowie über One Pedal Driving.

Quelle: MG Motor – Pressemitteilung vom 20. April 2026

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in China Elektroauto

Sunderland-Deal zwischen Nissan und Chery

Sunderland-Deal zwischen Nissan und Chery

Maria Glaser  —  

Nach der Ankündigung im April, dass Nissan und Chery eine Zusammenarbeit im britischen Nissan-Werk Sunderland erwägen, wurde der Deal nun konkret.

MG IM5 und IM6: Technisch ihren Geschwistern klar überlegen

MG IM5 und IM6: Technisch ihren Geschwistern klar überlegen

Daniel Krenzer  —  

MG bringt mit IM5 und IM6 zwei neue Elektroautos nach Deutschland. Reichweite, Technik und voraussichtliche Preise überzeugen auf den ersten Blick.

Nio-Chef William Li: Chinas goldene Ära ist vorbei

Nio-Chef William Li: Chinas goldene Ära ist vorbei

Maria Glaser  —  

Nio-Chef Li äußerte sich zur Lage des chinesischen Marktes für Elektromobilität und gab einen Ausblick auf die Unternehmensstrategie.

China Speed: Was Europa jetzt noch lernen kann und was nicht

China Speed: Was Europa jetzt noch lernen kann und was nicht

Sebastian Henßler  —  

China hatte einmal mehrere hundert Elektroauto-Hersteller – am Ende bleiben vielleicht 15. Was das für Europa bedeutet, erklärt Max Brandt im EAN-Podcast.

Chinas Disruption: Was Europas Autoindustrie lernen muss

Chinas Disruption: Was Europas Autoindustrie lernen muss

Sebastian Henßler  —  

Xpeng-Manager Kai Qian warnt: Was heute in China passiert, erreicht Europa in wenigen Jahren. Die Zeit zum Reagieren wird knapper.

Chinesische Elektroautos verlieren weiterhin stark an Wert

Chinesische Elektroautos verlieren weiterhin stark an Wert

Laura Horst  —  

Die Restwerte von Elektroautos auf dem deutschen Markt sind insgesamt gesunken, wobei chinesische Modelle besonders schwache Restwerte aufweisen.

China: NEVs erreichen erstmals über 60 Prozent Marktanteil

China: NEVs erreichen erstmals über 60 Prozent Marktanteil

Laura Horst  —  

In China wächst der NEV-Anteil immer weiter und machte im April erstmals mehr als 60 Prozent der Verkäufe aus, während der Verbrenneranteil rasant sinkt.