Mercedes steigt in USA auf NACS um und ermöglicht Laden bei Tesla

Mercedes steigt in USA auf NACS um und ermöglicht Laden bei Tesla
Copyright:

Mercedes-Benz USA

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 4 min

Der deutsche Automobilhersteller Mercedes-Benz hat für die USA eine bedeutende Erweiterung der öffentlichen Lademöglichkeiten für seine Elektroauto-Kunden angekündigt. Laut einer Pressemitteilung von Mercedes-Benz USA können Mercedes-Fahrer ab Februar über den Mercedes me Charge Service Zugang zu mehr als 20.000 Tesla Superchargern in den Vereinigten Staaten und Kanada erhalten, die eine Plug & Charge-Funktionalität ermöglichen. Diese strategische Integration unterstreiche das kontinuierliche Engagement von Mercedes-Benz für sein umfassendes Ladesystem, das allen Kunden von Elektroautos ein schnelles und bequemes Lade- und Zahlungserlebnis bietet, unabhängig davon, wie sie laden möchten, heißt es dazu. Auch Volkswagen hatte bekanntgegeben, dass die Kunden künftig die Tesla Supercharger verwenden können, Start wird hier aber voraussichtlich erst Juni sein.

„Während unser Portfolio an Elektroautos weiter wächst, haben wir erkannt, dass eine entscheidende Komponente für ein nahtloses Nutzungserlebnis für unsere Kunden darin besteht, einen bequemen Zugang zu einem breiten Ladenetz zu gewährleisten“, sagte Dimitris Psillakis, Geschäftsführer von Mercedes-Benz USA. Weiter führte er aus: „Die Einführung des NACS-Standards in unseren Elektroautos und die Öffnung des Tesla Supercharger-Netzes für unsere batterieelektrischen Fahrzeugkunden ist ein wichtiger Schritt nach vorn, da wir weiterhin eine starke Grundlage für die Markteinführung weiterer Elektroautos schaffen wollen. Gemeinsam mit unseren Handelspartnern setzen wir uns weiterhin dafür ein, die Zukunft der Mobilität neu zu gestalten und im Luxussegment Maßstäbe zu setzen.“

Das Tesla Supercharger-Netzwerk werde in den Mercedes-Benz-eigenen Ladeservice Mercedes me Charge integriert. „Indem wir unseren Kunden den Zugang zu Tesla Superchargern in Nordamerika eröffnen, unterstreichen wir unser Engagement, unseren Kunden so viele Lademöglichkeiten wie möglich zu bieten. Das schnell wachsende Netz von Ladepunkten, das in Mercedes me Charge verfügbar ist, wird sich nun auf über 110.000 öffentliche Ladepunkte in den Vereinigten Staaten und Kanada ausdehnen“, sagte Franz Reiner, Vorsitzender des Vorstandes der Mercedes-Benz Mobility AG.

Software-Update für Plug & Charge

Mercedes-Fahrer können an Tesla Superchargern die Plug-&-Charge-Funktion nutzen, die den Ladevorgang beim Einstecken automatisch startet und die Zahlungen nach Beendigung des Ladevorgangs nahtlos im Hintergrund verarbeitet. Ein kostenloses Software-Update für alle kompatiblen Fahrzeuge werde von autorisierten Mercedes-Benz Händlern durchgeführt, um einen reibungslosen und einfachen Plug & Charge-Betrieb an Tesla Superchargern zu gewährleisten. Kunden mit entsprechenden Autos sollen direkt kontaktiert werden, um ihr Software-Update zu planen. Der Ladevorgang könne auch über die Mercedes-Benz-App oder das Infotainment-System MBUX gestartet werden.

Tesla Supercharger werden zudem in die Navigation von Mercedes-Benz integriert. Diese Funktion lenkt den Fahrer automatisch zur effizientesten und zeitsparendsten Route inklusive transparenter Ladestationen und Ladezeiten. Darüber hinaus biete Mercedes me Charge den Fahrern einen Überblick über die Standorte der Ladestationen, die Verfügbarkeit der Ladestationen in Echtzeit, den Status und die Preise für alle Ladepunkte im Netz.

Um den Fahrern von Mercedes-Benz E-Fahrzeugen mit CCS-kompatiblen Ladeanschlüssen entgegenzukommen, werde das Unternehmen einen von Mercedes-Benz zugelassenen NACS-zu-CCS-DC-Schnellladeadapter herausbringen. Der Adapter ermöglicht es bestehenden E-Autos dann, an Tesla Superchargern zu laden. Er werde im ersten Quartal des Jahres bei autorisierten Mercedes-Benz Händlern in den USA für 185 US-Dollar erhältlich sein und im zweiten Quartal 2025 bei kanadischen Händlern. Die Kunden sollen benachrichtigt werden, sobald die Adapter zum Kauf verfügbar sind. „Dieser NACS-zu-CCS-Adapter ist der einzige Adapter, der auf Sicherheit und Kompatibilität mit allen Mercedes-Benz-Elektroautos und jedem NACS-DC-Schnellladepunkt getestet und zertifiziert wurde“, schreibt Mercedes.

Neue Mercedes-Elektroautos mit NACS statt CCS

Ab 2025 werde Mercedes-Benz die NACS-Anschlüsse in seine neuen Elektroautos in Nordamerika integrieren. Damit wird sichergestellt, dass künftige Mercedes-Benz Modelle direkt an jede NACS-Gleichstrom-Schnellladestation angeschlossen werden können, ohne dass ein Adapter erforderlich ist, was das Laden für Mercedes-Benz Kunden noch bequemer macht.

Die Integration von NACS in die Fahrzeugpalette von Mercedes-Benz sowie die Aufnahme des Tesla Supercharger-Netzwerks in das schnell wachsende Mercedes me Charge-Portfolio sind die jüngsten Angebote der Marke im Rahmen eines umfassenden Ansatzes zum Laden von Elektroautos, heißt es. Im November 2023 startete Mercedes-Benz High-Power Charging in Nordamerika mit dem Ziel, das öffentliche Ladeerlebnis für alle E-Fahrer mit 400-kW-Ladegeräten der Marke Mercedes-Benz in Texas, Alabama, Georgia, Florida, South Carolina, Tennessee und Kentucky zu verbessern, und soll bis 2026 auf die Hälfte der US-Bundesstaaten ausgeweitet werden. Darüber hinaus werde das Joint Venture Ionna – eine Zusammenarbeit von Mercedes-Benz und sieben weiteren Automobilherstellern – in diesem Jahr seine ersten Ladeparks eröffnen und damit den Weg für weitere 30.000 Hochleistungs-Ladepunkte in ganz Nordamerika ebnen, um die Verbreitung von E-Autos auf breiter Front zu fördern.

Quelle: Mercedes-Benz USA – Pressemitteilung vom 9. Januar 2025 / PC Mag – Volkswagen EVs to Get Tesla Supercharger Access in June 2025

worthy pixel img
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto laden

Kostencheck: Wann sich ein Elektroauto gegenüber Verbrennern lohnt

Kostencheck: Wann sich ein Elektroauto gegenüber Verbrennern lohnt

Michael Neißendorfer  —  

Die Kaufpreise von Verbrennern und E-Autos sind teils ähnlich hoch. Bei den laufenden Kosten aber haben meist die Stromer klar die Nase vorn.

VW-Tochter Elli wird Mobilitätspartner des Vatikans

VW-Tochter Elli wird Mobilitätspartner des Vatikans

Sebastian Henßler  —  

Elli stattet den Vatikan mit Ladekarte und Flottenmanagement aus – Zugang zu mehr als einer Million Ladepunkte in ganz Europa inklusive.

Lichtblick kritisiert geringe Wahlfreiheit an Ladesäulen

Lichtblick kritisiert geringe Wahlfreiheit an Ladesäulen

Tobias Stahl  —  

Der Energieversorger bemängelt eine geringe Wahlfreiheit an öffentlichen Ladesäulen. Manche Anbieter halten demnach Marktanteile von bis zu 95 Prozent.

The Mobility House will E-Autofahrer gratis laden lassen

The Mobility House will E-Autofahrer gratis laden lassen

Tobias Stahl  —  

Der Ladelösungsanbieter Mobility House will bestimmte Privatkunden ab diesem Jahr gratis laden lassen – dank V2G-Technologie. Was hinter dem Vorhaben steckt.

Enercity und VW starten Pilotprojekt zum bidirektionalen Laden

Enercity und VW starten Pilotprojekt zum bidirektionalen Laden

Michael Neißendorfer  —  

Ziel des Projektes ist es, Gewerbekunden die technische Machbarkeit, die wirtschaftlichen Potenziale und den gesellschaftlichen Nutzen von V2G aufzuzeigen.

Google Maps plant Ladestopps für E-Autos in Android Auto

Google Maps plant Ladestopps für E-Autos in Android Auto

Sebastian Henßler  —  

Google Maps bekommt eine Ladeplanung für Android Auto: Mit Akkustand bei Ankunft und automatischen Ladestopps – vorerst in den USA und für über 350 Automodelle.

Elvah zum zweiten Mal in drei Jahren insolvent

Elvah zum zweiten Mal in drei Jahren insolvent

Daniel Krenzer  —  

Elvah meldet erneut Insolvenz an und sucht Investoren. Für viele Unternehmen in der Branche ist die Lage aktuell schwierig.