Umfrage zu E-Autos: Günstiger Strompreis sticht Kaufprämie aus

Umfrage zu E-Autos: Günstiger Strompreis sticht Kaufprämie aus
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Für den Erfolg der Elektromobilität in Deutschland ist weniger die nächste Kaufprämie entscheidend, sondern vielmehr der Strompreis an der Ladesäule. Das zeigt eine aktuelle, repräsentative Umfrage von Civey im Auftrag des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) unter Autofahrerinnen und Autofahrern in Deutschland. Knapp 60 Prozent bevorzugen demnach dauerhaft günstigere Stromkosten für den Betrieb eines E-Autos, nur 18 Prozent favorisieren eine einmalige Kaufprämie.

„Elektromobilität nimmt in Deutschland gerade wieder spürbar an Fahrt auf. Damit das so weitergeht, muss das Laden bezahlbarer und transparenter werden“, sagt Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung. Deutschland hat im europäischen Vergleich die höchsten Strom- bzw. Ladepreise. Während das Laden zum Haushaltsstrompreis gegenüber einem Verbrenner hohe Einsparungen bei den Treibstoffkosten ermöglicht, ist öffentliches Laden an leistungsstarken DC-Ladesäulen vielerorts deutlich teurer als das Tanken fossiler Kraftstoffe.

Und wer mangels einer günstigen Lademöglichkeit zu Hause oder beim Arbeitgeber abhängig ist von DC-Ladesäulen, kann das Sparpotential von E-Autos nur schwer erschließen. „Das ist abschreckend und konterkariert die Emissionsziele im Verkehrssektor“, so Weber weiter. „Elektromobilität muss sich rechnen – jeden Tag, nicht nur beim Kauf.“

Rund jeder vierte Befragte (24,4 Prozent) nennt einen zu hohen Strompreis als Grund gegen die Anschaffung eines Elektroautos. Aus Sicht des ZVEI braucht es deshalb einen politischen Kurswechsel: Die Strompreise für das Laden von Elektroautos müssen dauerhaft sinken und die Transparenz über die Preise steigen. Dazu gehöre insbesondere eine Senkung der Stromsteuer sowie weitere Entlastungen bei Abgaben und Umlagen.

„Statt Milliarden in kurzfristige Kaufprämien zu stecken, sollte die Politik das Geld in eine spürbare und dauerhafte Senkung der Strompreise investieren. Zusätzliche Maßnahmen für mehr Wettbewerb beim öffentlichen Laden würden den Bundeshaushalt kaum belasten, könnten aber die Preise deutlich senken. Wenn das Laden verlässlich günstiger ist als Tanken, wird Elektromobilität für eine breite Bevölkerung attraktiv“, so Weber.

Quelle: ZVEI – Pressemitteilung vom 19.01.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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