Mercedes plant Porsche Taycan-Jäger

Mercedes plant Porsche Taycan-Jäger
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Mercedes-Benz

Stefan Grundhoff
Stefan Grundhoff
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Mercedes AMG arbeitet mit Hochdruck an einem elektrischen Gegner für Porsche Taycan und Audi e-tron GT. Das viertürige Sportcoupé dürfte jedoch noch rund zwei Jahre auf sich warten lassen. Viertürige Coupé sind seit Jahren das sportliche Maß aller Dinge, wenn es um emotionale Luxusmodelle geht. Tesla machte es mit dem Model S vor, Porsche mit seinem Taycan besser und der Audi e-tron GT ist aktuell wohl die eleganteste Möglichkeit, elektrisch mit einem sportlichen Viertürer unterwegs zu sein. Auf diesen Zug will auch AMG aufspringen und arbeitet mit viel Elan und jeder Menge Technik an einem Taycan- und e-tron-Jäger.

Ein viertüriges Coupé soll mit einer Länge von rund fünf Metern auf der neuen AMG.EA-Plattform basieren und nicht nur optisch begeistern. Viele Details zu dem neuen Topmodell aus Affalterbach sind bisher nicht bekannt, doch bis zum möglichen Marktstart Ende 2026 ist auch noch einiges an Zeit. Fest stehen dürfte angesichts jüngster Leistungsexplosionen der internationalen Konkurrenz bereits, dass der elektrische Nachfolger des Mercedes AMG GT Viertürers, in seiner Topversion mehr als 1000 PS leistet. Der aktuelle AMG GT Viertürer ist als reiner Verbrenner und als Plug-in-Hybrid zu bekommen. Er jüngste legten Lucid mit seinem Air Sapphire und Porsche mit seinem Taycan Turbo GT neue Topversionen auf, die ihren Kunden mittlerweile 1254 sowie 1016 PS an Maximalleistung bieten, um das Tesla Model S Plaid nicht lautlos enteilen zu lassen.

Der elektrische Viertürer erlebt als stark getarnter Prototyp in diesem Winter seine erste Saison auf Schnee und Eis. Dabei geht es nicht allein um die frühe Erprobung des Modells, sondern auch der gesamten Plattform, denn diese soll auch anderen Modellen von AMG und abgeleitet auch Mercedes-Modellen eine Heimat bilden. Die künftige Architektur soll in vielen Bereichen eine technologische Vorreiterrolle übernehmen und verschiedene Innovationen auf die Straße bringen.

So basiert das Antriebskonzept der AMG.EA-Plattform zum Beispiel auf der Axial-Fluss-Motorentechnologie, die in Bezug auf Leistungsdichte, Größe und Gewicht neue Bestmarken setzen soll. Wie andere Modelle von Mercedes wird das Bordnetz der zukünftigen Sportlimousine auf eine 800-Volt-Technik umgestellt, was deutliche kürzere Ladezeiten bedeutet. Über eine ähnliche Technik verfügt auch der Porsche Taycan, der nach seiner jüngsten Modellpflege mit bis zu 320 Kilowatt an einem Hypercharger nachtanken kann. Noch schneller ist der Lucid Air mit seiner 900-Volt-Technik unterwegs.

Im Hinblick auf Design läutet der elektrische AMG ebenfalls ein neues Zeitalter ein. Die Front ist betont flach gehalten und die LED-Scheinwerferaugen sind schmaler denn je. Der lange Radstand sollte dafür sorgen, dass es gerade im Fond mehr Platz gibt als bei den direkten Wettbewerbern Audi e-tron GT und Porsche Taycan, der zudem noch als Sport- / Cross Turismo zu bekommen ist. Am Heck fallen beim Prototypen markige LED-Rückleuchten mit drei Rundelementen auf. Mal schauen, ob diese den Weg in die Serie schaffen. Da es keine markigen Endrohre wie bei einem Verbrenner geben wird, vielleicht eine optische Alternative.

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Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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