Mercedes GLB EQ wird für CLA zur echten Konkurrenz

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Mercedes-Benz

Stefan Grundhoff
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Der jüngst gestartete Mercedes CLA bekommt im Frühjahr einen hochbeinigen Bruder. Der Mercedes GLB dürfte – ebenso wie sein Limousinengegenüber wahlweise als Elektroauto oder Hybrid zu bekommen – in den Verkaufszahlen auf vielen Märkten den CLA überholen. Technisch sind Mercedes CLA und GLB eng miteinander verwandt, denn sie teilen sich nicht nur Plattform und Antriebe, sondern auch elementare Module wie das Armaturenbrett oder die Fahrerassistenzsysteme.

Der große Unterschied zum CLA und dem bald ebenfalls folgenden CLA Shooting Brake ist das deutlich selbstbewusstere Design und ein variables Platzangebot, das gerade bei vielen Familien auf Interesse stoßen dürfte. Im Vergleich zu seinem Vorgänger gibt es deutlich mehr Raum in den ersten beiden Reihen für Beine und Kopf sowie ein serienmäßiges Panoramadach, das sich verschatten oder mit Sternen illuminieren lässt. In der dritten Reihe können unverändert jedoch nur Kinder sitzen und auch denen sollte man längere Strecken besser nicht zumuten. Immerhin geschieht der Einstieg in Reihe drei aufgrund einer neuen Sitzkonstruktion und drei Zentimetern mehr Verstellraum einfacher.

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Überraschend trotz Elektroantrieb: Weder in der zweiten noch in der dritten Reihe bietet Mercedes für die Passagiere eine Sitzheizung an – nicht einmal gegen Aufpreis. Wahlweise ist der Mercedes GLB EQ mit fünf oder sieben Sitzplätzen zu bekommen. Der Laderaum variiert je nach Antriebsversion zwischen 480 und 540 Litern, die sich durch Umklappen der Rückenlehne auf bis zu 1715 Liter erweitern lassen. Die Elektroversion bieten zudem einen 127 Liter großen Frunk unter der Fronthaube für kleinere Gegenstände.

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Wie schon beim CLA geht es im Innern betont wohnlich zu. So ist auch der Mercedes GLB mit bis zu drei Bildschirmen zu bekommen. Neben den zehn Zoll großen Instrumenten gibt es je nach Modell zwei weitere Touch-Monitoren mit jeweils 14-Zoll-Diagonale in der Mitte und für den Beifahrer.

Vom Mercedes CLA stammt auch das Antriebskonzept des 4,73 Meter langen GLB. Den Auftakt bilden die beiden Elektroversion GLB 250+ (200 kW / 272 PS / 335 Nm) und GLB 350 4matic (260 kW / 360 PS / 515 Nm). Beide Modelle verfügen über eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 85 kWh, die beim Hecktriebler eine maximale Reichweite von 630 Kilometern ermöglichen soll. Die Höchstgeschwindigkeit von beiden Versionen liegt bei 210 km/h, beim Allradler schaltet sich der 80 kW / 109 PS starke Elektromotor an der Vorderachse nur bei Bedarf zu, um die Effizienz zu steigern. Die Normverbräuche liegen somit zwischen genügsamen 15,8 und 18,6 kWh auf 100 km. Am Hypercharger können die beiden Elektro-GLB dank 800-Volt-Technik mit bis zu 320 Kilowatt nachgeladen werden und an AC-Ladern mit bis zu 22 kW.

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Noch im kommenden Jahr werden weitere Versionen (analog dem CLA) – auch mit einem kleineren 58-kWh-Batteriepaket sowie den Hybridantrieben aus dem CLA ergänzt. Wer sich nicht für eine Elektroversion im Mercedes GLB entscheiden kann, der greift zu den neuen Verbrennern mit Hybridmodul, die wahlweise mit Front- oder Allradantrieb zu bekommen sind. Für deren Antrieb sorgt die neue Motorengeneration vom Typ M 252 mit 1,5 Liter großen Vierzylindern, die Kooperationspartner Geely produziert. Hier hat der Kunde die Wahl zwischen 100 kW / 136 PS, 120 kW / 163 PS und 140 kW / 190 PS, die an ein achtstufiges Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt sind und zudem über einen 20 Kilowatt starten Elektromotor inklusive 1,3-kWh-Akku verfügen. Das ermöglicht kurze Strecken in der City rein elektrisch und eine Boostfunktion.

Der Basispreis für den elektrischen Mercedes GLB 250+ EQ liegt bei 59.048 Euro, während die stärkere Allradversion des GLB 350 4matic für viele Kunden ab 62.178 Euro die interessantere Wahl sein dürfte.

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Stefan Grundhoff

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Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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