E-Auto von Mercedes schafft 1205 Kilometer am Stück

E-Auto von Mercedes schafft 1205 Kilometer am Stück
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Mercedes-Benz

Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 3 min

Mercedes-Benz hat bei einer Demonstrationsfahrt von Stuttgart ins schwedische Malmö eindrucksvoll das Potenzial und die Alltagstauglichkeit einer zukünftigen Batterietechnologie aufgezeigt: Ein leicht modifizierter EQS als Erprobungsträger mit einer Lithium-Metall-Festkörperbatterie hat einer Pressemitteilung zufolge Ende August die 1205 Kilometer lange Strecke von Stuttgart nach Malmö ohne Ladestopp absolviert. Und fast 140 Kilometer mehr wären laut Bordcomputer des Elektroautos sogar noch möglich gewesen.

Dies wertet der Stuttgarter Automobilhersteller als eindrucksvolles Zeichen, „dass diese Technologie nicht nur im Labor, sondern auch unter realen Bedingungen überzeugt“. Mit dieser Leistung übertrifft der modifizierte EQS den bisherigen Rekord des Vision EQXX von Stuttgart nach Silverstone um drei Kilometer. Die Kombination aus hoher Reichweite, Effizienz und technologischem Reifegrad macht diese Fahrt zu einem Meilenstein für die Festkörpertechnologie und unterstreicht das Potenzial für künftige Serienanwendungen, schreibt Mercedes weiter. „Als Erfinder des Automobils betont Mercedes-Benz mit dieser Pionierleistung einmal mehr seinen Anspruch, die Mobilität der Zukunft aktiv zu gestalten“, heißt es in der Mitteilung.

Tour über die A7 und durch Dänemark

Nach der Ankündigung der Straßentests im Februar war die Testfahrt von Stuttgart nach Malmö demnach Teil eines umfassenden Validierungsprogramms zur Festkörperbatterietechnologie bei Mercedes-Benz. Neben digitalen Absicherungen und Tests in hochmodernen Anlagen am Entwicklungscampus in Stuttgart-Untertürkheim und Sindelfingen werde das Elektroauto und die Batterie gezielt unter Alltagsbedingungen auf der Straße erprobt. Ziel sei es, die Leistungsfähigkeit des Gesamtfahrzeugs in unterschiedlichen Klimazonen und Routenprofilen zu bewerten und den Weg zur Serienreife zu beschleunigen. Die aktuelle Fahrt nach Malmö ergänzt diese Erprobung nun um ein reales Langstreckenszenario.

Die Route führte über die Autobahnen A7 und E20 durch Deutschland und Dänemark bis nach Malmö in Schweden. Die optimale Route für das Navigationssystem wurde mit Electric Intelligence unter Berücksichtigung von Topografie, Verkehrslage, Umgebungstemperatur, Energiebedarf für Heizung und Kühlung sowie ohne Nutzung von Fähren kalkuliert.

Mercedes-Benz-Autobahn-EQS-Feststoffbatterie
Mercedes-Benz

„Die Festkörperbatterie ist ein echter Gamechanger für die Elektromobilität. Mit der erfolgreichen Langstreckenfahrt des EQS zeigen wir, dass diese Technologie nicht nur im Labor, sondern auch auf der Straße überzeugt. Unser Ziel ist es, Innovationen wie diese bis zum Ende der Dekade in die Serienproduktion zu bringen und unseren Kunden ein neues Maß an Reichweite und Komfort zu bieten“, sagte Markus Schäfer, Mitglied des Vorstands der Mercedes‑Benz Group AG. Chief Technology Officer, Entwicklung und Einkauf.

25 Prozent mehr Reichweite bei gleichem Gewicht

Die Entwicklung des Festkörper-Batterie-Systems erfolgte in enger Zusammenarbeit mit Mercedes-AMG High Performance Powertrains (HPP), dem Formel-1-Technologiezentrum der Mercedes-Benz Group in Brixworth (Großbritannien). Die im Fahrzeug eingesetzten Lithium-Metall-Zellen stammen vom US-amerikanischen Zellhersteller Factorial Energy und basieren auf der FEST-Technologie (Factorial Electrolyte System Technology).

Um die Zellen während der für diese Technologie typischen Volumenänderungen zu unterstützen und gleichzeitig den notwendigen Anpressdruck auf die Zellen zu gewährleisten, ist die Festkörperbatterie mit pneumatischen Aktuatoren ausgestattet. Die Aktuatoren reagieren auf die die Änderung des Zellvolumens während des Ladens und Entladens und stellen so die einwandfreie Funktion der Batterie dauerhaft sicher. Der nutzbare Energieinhalt der Batterie konnte um 25 Prozent gesteigert werden, dabei ist das Gewicht und die Größe der Batterie vergleichbar zu der Standard-Batterie eines EQS. Weitere Gewichts- und Energieeffizienz wird durch eine passive Luftstrom-Batteriekühlung erreicht. Noch vor 2030 will Mercedes Festkörperakkus serienmäßig anbieten.

Quelle: Mercedes – Pressemitteilung vom 9. September 2025

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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