Karma startet E-Auto-Projekt mit Feststoffbatterie

Karma startet E-Auto-Projekt mit Feststoffbatterie
Copyright:

Karma

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Karma Automotive und das US-Technologieunternehmen Factorial haben den Start eines Produktionsprogramms für Feststoffbatterien in den Vereinigten Staaten angekündigt. Nach Angaben beider Unternehmen handelt es sich um das erste derartige Programm im Land. Die Kooperation zielt darauf ab, Factorials FEST-Feststofftechnologie in eine neue Fahrzeuggeneration von Karma zu integrieren und diese erstmals in einem Serienumfeld für ein E-Auto einzusetzen.

Vorgesehen ist der Einsatz der Technologie in der kommenden Plattform des Herstellers, beginnend mit dem vollelektrischen Karma Kaveya. Das zweisitzige Super-Coupé wurde Ende 2023 vorgestellt und ist im Ultra-Luxussegment positioniert. Laut Unternehmensangaben soll das Modell mehr als 1000 PS leisten und eine Höchstgeschwindigkeit von über 320 km/h erreichen. Die Markteinführung in den USA ist für Ende 2027 geplant.

Die Ankündigung folgt auf eine Verzögerung des Projekts. Marques McCammon, Präsident und Chief Executive von Karma Automotive, erklärte, man habe den ursprünglich für 2025 vorgesehenen Marktstart verschoben, da kein klarer Weg erkennbar gewesen sei, um das angestrebte Fahrerlebnis vollständig umzusetzen. „Wir haben den Marktstart 2025 verschoben, weil wir noch keinen klaren Weg sahen, das kompromisslose Fahrerlebnis vollständig zu liefern, das man von einem amerikanischen Ultra-Luxusautohersteller erwarten sollte“, so McCammon. Durch die Partnerschaft mit Factorial und die Integration von FEST könne man dieses Ziel nun erreichen und zugleich „einen Weg zu stärkeren und stabileren elektrifizierten Antriebssystemen“ eröffnen.

Im Zentrum der Zusammenarbeit steht die Feststoffbatterietechnologie FEST. Nach Angaben von Factorial basiert sie auf einem hochenergetischen Elektrolytsystem, das eine höhere Leistungsfähigkeit ermöglichen soll als konventionelle Lithium-Ionen-Batterien. Ziel sind eine größere Reichweite sowie eine verbesserte Gesamteffizienz des Autos. Neben den technischen Aspekten betonen beide Unternehmen die industrielle Dimension des Vorhabens. Die FEST-Zellen seien so entwickelt worden, dass sie sich in bestehende Lithium-Ionen-Fabriken integrieren lassen. Factorial zufolge können bis zu 80 Prozent der vorhandenen Produktionsausrüstung weiter genutzt werden. Statt neue Fertigungslinien aufzubauen, soll die Technologie mit bestehenden Anlagen kompatibel sein. Dies ermögliche eine schnellere Skalierung des Produktionsprogramms.

Siyu Huang, CEO von Factorial, bezeichnete den Start des ersten US-Pkw-Programms als „bedeutenden Meilenstein“. FEST sei von Beginn an auf Skalierbarkeit ausgelegt worden. Der Programmstart unterstreiche sowohl das Energie- und Leistungspotenzial der Feststofftechnologie als auch die Rolle amerikanischer Technologieunternehmen in diesem Feld. „Hochleistungs-Luxusautos erfordern wegweisende Innovationen, und diese Zusammenarbeit zeigt, was möglich ist, wenn Leistung die Entwicklung antreibt“, so Huang abschließend.

Quelle: businesswire.com – Karma Automotive and Factorial Announce First Solid-State Battery Production Program in the U.S. for Passenger Vehicles

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Batterieentwicklung

Übernimmt US-Unternehmen Lyten Northvolt-Fabrik bei Heide?

Übernimmt US-Unternehmen Lyten Northvolt-Fabrik bei Heide?

Sebastian Henßler  —  

Lyten führt fortgeschrittene Gespräche über die Northvolt-Fabrik bei Heide. Bund und Land haben inzwischen 153 Millionen Euro an Steuergeldern zurückerhalten.

E-Auto-Batterien meist deutlich robuster als angenommen

E-Auto-Batterien meist deutlich robuster als angenommen

Michael Neißendorfer  —  

Eine aktuelle Analyse zeigt: Elektroautobatterien sind deutlich langlebiger als oft angenommen. Zwischen den Marken aber gibt es teils große Unterschiede.

China forciert das Batterie-Recycling massiv

China forciert das Batterie-Recycling massiv

Daniel Krenzer  —  

China verschärft die Regeln für das Recycling von ausgedienten Batterien: Eine digitale Identität für E-Auto-Akkus ist nun Pflicht.

Deutschland baut Ökosystem für Natrium-Ionen-Fertigung auf

Deutschland baut Ökosystem für Natrium-Ionen-Fertigung auf

Sebastian Henßler  —  

25 Forschungs- und Industriepartner bündeln ihre Kompetenz: SIB:DE Entwicklung soll eine wettbewerbsfähige Natrium-Ionen-Fertigung in Europa aufbauen.

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Sebastian Henßler  —  

Tozero verarbeitet jährlich 1500 Tonnen Batterieabfälle und gewinnt daraus Lithium, Graphit und Nickel-Kobalt zurück. Die Kosten liegen unter Bergbauniveau.

SolidCore: Was hinter MGs Batterieversprechen steckt

SolidCore: Was hinter MGs Batterieversprechen steckt

Sebastian Henßler  —  

MG will als erster Automobilhersteller eine Semi-Solid-State-Batterie in Großserie nach Europa bringen. Der Hochlauf läuft, doch manche Fragen bleiben offen.

Polestar erhöht Anteil an recyceltem Kobalt in Batterien

Polestar erhöht Anteil an recyceltem Kobalt in Batterien

Maria Glaser  —  

In den Batterien der Modelle Polestar 2 und 3 der schwedisch-chinesischen Marke sind nun mindestens 50 Prozent an recyceltem Kobalt enthalten.