MAHLE denkt Batterien anders: Kleiner, Flüssigkeitsgekühlt dadurch schneller zu Laden

MAHLE denkt Batterien anders: Kleiner, Flüssigkeitsgekühlt dadurch schneller zu Laden
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Im Bereich der Zulieferer herrscht Druck durch die Elektrifizierung des Verkehrs. Mahle hat sich entschieden nicht die Konzentration auf eine Technologie zu setzen, sondern die bewusste Entscheidung getroffen auf Technologieoffenheit zu setzen. Getrieben durch diese Ausrichtung ist man gezwungen anders als der Markt zu denken, um sich von diesem abzusetzen.

Dies sieht man ganz gut am Beispiel der neuen 48-Volt-Batterie für Mild-Hybrid-Modelle. Diesen soll es Dank verbesserter Batteriekühlung und Zellchemie möglich sein zwischen zwölf und 15 Prozent Kraftstoff einzusparen. Den Akku hat man selbst entwickelt, da die bisher angebotenen Energiespeicher wenig geeignet waren.

Interessant ist hierbei die Tatsache, dass man nicht mit der Entwicklung des Marktes Schritt hält und die eigenen Batterien größer und damit Reichweiten stärker gestaltet. Sondern stattdessen auf Akkus setzt, welche um 40 Prozent kleiner ausfallen. Diese lassen sich zudem schneller laden.

Denn neben der Tatsache die eigentlichen Akkus kleiner zu gestalten, hat man diese in einem leichten und widerstandsfähigen Batteriegehäuse aus faserverstärktem Kunststoff untergebracht. Dieses setzt entgegen anderer Batterie-Aufbauten nicht auf die herkömmliche Luftkühlung, sondern auf eine Kühlflüssigkeit, welche im Klimasystem des Fahrzeugs zirkuliert.

Beim Schnellladen steigt die Temperatur in den Akkuzellen schnell an, sodass sie sich bald aus dem schnellen Laden verabschieden. Durch die kompakte Bauweise sowie die Leistungsfähigere Kühlung können die Batterien schneller geladen werden. Zwar müsse ein so ausgerüstetes Elektromobil zwar häufiger an den Lader, kann aber dank der neuen Kühltechnik die Vorteile des schnellen Ladens vollständig ausnutzen, so MAHLE.

Nach Angaben von Mahle sind die Akkus innerhalb von fünf Minuten wieder aufgeladen. Gleichzeitig spart die Entwicklung auch noch Kosten. „Nicht nur die moderaten Produktionskosten, sondern auch der Verzicht auf kostspielige leistungsstarke Batterien tragen dazu bei, erschwingliche elektrische Fahrzeuge auf breiter Front auf den Markt zu bringen“, erklärt Ottmar Scharrer, bei Mahle Leiter Forschung und Vorausentwicklung.

Quelle: next-mobility.news – Elektromobilität – Mahle bringt „kleine“ Lösungen mit großer Wirkung

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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