Mahle hofft auf Technologieoffenheit – ist aber auch für E-Mobilität gerüstet

Mahle hofft auf Technologieoffenheit – ist aber auch für E-Mobilität gerüstet
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 430168801

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Das Handelsblatt hat sich mit Mahle-Chef Jörg Stratmann zum Interview in seinem Stuttgarter Büro nahe der Wilhelma getroffen. Von dort aus treibt er Entscheidungen voran, die über die Zukunft des 13 Milliarden Euro Umsatz schweren Unternehmens mit 78.000 Mitarbeitern entscheiden. Eine solche Entscheidung ist zuletzt nicht die Konzentration auf eine Technologie, sondern die bewusste Entscheidung auf Technologieoffenheit zu setzen. Mahle treibt so zu einem die Verbesserung des Verbrennungsmotors voran, damit dieser emissionsärmer und klimafreundlicher wird.

Technologieoffenheit für Verbrenner und Alternative Antriebe

Auf der anderen Seite ist man sich allerdings auch bewusst, dass man Hybridisierung und Elektrifizierung und auch die Brennstoffzelle benötigt. In diesem Bereich spielt auch vor allem Thermomanagement eine sehr große Rolle. Hilft dies doch dabei beim klassischen Verbrenner den Motor weiter zu optimieren. Bei E-Autos und Fahrzeugen mit Brennstoffzelle wird durch gekonntes Thermomanagement die Reichweite entsprechend erhöht.

Über 6.000 Entwickler an 16 F&E-Zentren weltweit sind für Mahle tätig. Des Weiteren werden fast 750 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben; sechs Prozent vom Umsatz. Geht es nach Stratmann ist noch nicht Schluss. Man werde noch mehr Akzente im Entwicklungsbereich setzen und sich stärker fokussieren, um die wichtigen zukünftigen Technologiefelder ausreichend zu besetzen.

Im Gegensatz zu anderen Zulieferer wie Conti, die sich Kapital über einen Teilbörsengang sichern wollen, setzt man vor allem auf die eigene Struktur und Stärke. Weil man Mahle langfristig nachhaltig entwickeln möchte. So haben man über die Jahrzehnte hinweg gelernt, dass man Geld verdienen müssen, um es in das eigene Unternehmen zu investieren. Aber Stratmann ist es auch klar, dass die Transformation Geld kostet. Deshalb sei man auch bereit, vorübergehend ein geringeres Ergebnisniveau zu akzeptieren.

Mit einem eigenen E-Fahrzeug möchte man derzeit keinen Fuß fassen auf dem Automobilmarkt. „Meet“ – Konzeptfahrzeug von Mahle – sollte eher dazu dienen Technologien vom Thermomanagement über die Traktionsmotoren und die Leistungselektronik bis hin zum Innenraumkomfort mit integrierter Oberflächenheizung – und das Ganze basierend auf 48 Volt – vorzustellen.

Politische Vorgaben geben die Richtung vor

In Bezug auf politische Entscheidungen und Regularien sieht Stratmann einerseits eine große Chance, auf der anderen Seite kann es auch schnell umkippen. In Bezug auf CO2-Emission, die bis 2030 um weitere 30 Prozent gesenkt werden sollen, gibt er zu verstehen, dass dieses Ziel äußerst ambitioniert sei. „Es wirkt fast wie ein Überbietungswettbewerb, der hinsichtlich der Vorgaben derzeit stattfindet. Man darf da die Schraube nicht überdrehen und muss realistische Ziele setzen.“, so Stratmann im Interview mit dem Handelsblatt.

Interessant ist vor allem sein Vorschlag, „dass die Gesellschaft das Thema ganzheitlich über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs betrachtet, sozusagen von der Wiege bis zur Bahre. Themen wie die Art der Strom- oder Energieerzeugung müssen einbezogen werden.“ Man brauche Technologieoffenheit bei den Lösungen, um im fairen Wettbewerb die Umweltvorgaben zu erfüllen.

Quelle: Handelsblatt – „Wir brauchen Technologieoffenheit“ – neuer Mahle-Chef will Verbrennungsmotor nicht abschreiben

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

35-Stunden-Woche, Urlaub, Zulagen: Was VW jetzt neu verhandeln will

35-Stunden-Woche, Urlaub, Zulagen: Was VW jetzt neu verhandeln will

Daniel Krenzer  —  

Volkswagen hat mehrere Tarifverträge zum Jahresende gekündigt. Es geht um Arbeitszeit, Zulagen, Urlaub und weitere zentrale Arbeitsbedingungen.

Jetzt droht die Eskalation: VW will Tarifverträge kündigen

Jetzt droht die Eskalation: VW will Tarifverträge kündigen

Daniel Krenzer  —  

Volkswagen will mehrere Haustarifverträge kündigen. Die IG Metall spricht von einem „üblen Foul“ und kündigt Widerstand an.

„Überall brennt gerade die Hütte“: Autoindustrie steuert auf harte Tarifrunde zu

„Überall brennt gerade die Hütte“: Autoindustrie steuert auf harte Tarifrunde zu

Tobias Stahl  —  

Kurz vor Beginn der Tarifrunde hat IG Metall 175.000 Beschäftigte mobilisiert. IG-Metall-Chefin Benner wirft den Auto-Vorständen strategisches Versagen vor.

Autoländer warnen vor „irreversiblen Schäden“ für die Automobilindustrie

Autoländer warnen vor „irreversiblen Schäden“ für die Automobilindustrie

Daniel Krenzer  —  

Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen fordern mehr Schutz für die Automobilindustrie, günstigeren Ladestrom und flexiblere CO₂-Vorgaben.

T&E: Chinesische und US-Hersteller könnten ein Viertel des europäischen E-Lkw-Markts erobern

T&E: Chinesische und US-Hersteller könnten ein Viertel des europäischen E-Lkw-Markts erobern

Tobias Stahl  —  

Europäische Hersteller könnten bis 2030 rund ein Viertel des hiesigen Markts für schwere E-Lkw an Hersteller aus China und den USA verlieren, warnt T&E.

350.000 Zuliefererjobs in Europa bis 2030 gefährdet

350.000 Zuliefererjobs in Europa bis 2030 gefährdet

Sebastian Henßler  —  

Der VDA erwartet bis 2035 den Verlust von 125.000 weiteren Autojobs in Deutschland und verweist auf hohe Energiekosten sowie fehlende Reformen.

USA: Öffnet Trump die Tür für chinesische Hersteller?

USA: Öffnet Trump die Tür für chinesische Hersteller?

Tobias Stahl  —  

Kurz vor einem geplanten Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping sorgt US-Präsident Trump mit überraschender Offenheit für Kritik aus Reihen der US-Hersteller.