Lynk & Co 02 im Test: Der China-Schwede kämpft

Lynk & Co 02 im Test: Der China-Schwede kämpft
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Stefan Grundhoff
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Anfangs wollte Lynk & Co seine Fahrzeuge insbesondere per Mietmodell in die einzelnen Märkte bringen. Der Erfolg blieb aus und es wurde ruhig um die lässige Mobilitätsvision von Geely und Volvo. Auf die klassische Art sieht es langsam etwas besser aus – wie beim Elektro-SUV Lynk & Co 02.

Die Zahl der Kompakt-SUV – rein elektrisch oder nur elektrifiziert – ist für den potenziellen Kunden nahezu unüberschaubar. Kaum ein Interessent blickt in der überfüllten 4,50-Meter-Klasse mit oder ohne Stecker aktuell noch durch. Soll es ein bekannter Hersteller aus Europa sein, eines der zahllosen China-Start-Ups oder vielleicht doch eines der Modelle aus Japan oder Südkorea? Kein Wunder, dass sich ein Hersteller wie Lynk & Co mit seinem 4,46 Meter langen Elektro-Crossover namens 02 schwertut. Die Marke ist alles andere als etabliert und eine fehlende Händlerschaft nebst nebulöser Modellnamen macht das ganze kaum leichter.

Der Lynk & Co 02 hat es aus diesem Grunde alles andere als einfach – trotz solider Technik, auffälligem Design und einer bekannten Geely-Plattform namens SEA (sustainable experience architecture), die bereits bei einigen Fahrzeugen von Volvo, Zeekr oder Smart durch die Lande surrt. Der 02er ist ein gefälliger City-Crossover mit immerhin 200 kW / 272 PS, strammen 343 Nm Drehmoment und einer 66 kWh großen NMC-Batterie im Unterboden, die elektrische Reichweiten von bis zu 445 Kilometer ermöglicht.

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Wer spurten will, kann das in jedem der drei Fahrprogramme tun, denn aus dem Stand geht es in flotten 5,5 Sekunden auf 100 km/h. In der Realität dürfte es dem Fahrer eher um einen kurzen Zwischenspurt auf der Landstraße oder einen flotten Ampelstart in der City gehen. Das klappt schon deshalb gut, weil der China-Schwede seine Leistung in Sekundenbruchteilen an die Hinterachse bringt und wie mancher Wettbewerber auf eine bisweilen überforderte vordere Antriebsachse verzichtet.

5,5 Sekunden auf 100 und 180 km/h als Limit

Wer will, kann mit dem Lynk & Co 02 auf der Autobahn bis zu 180 km/h schnell fahren. Nicht, dass man hierfür 200 kW oder 272 PS benötigen würde, doch während Polestar seine Modelle nahezu frei fahren lässt, beschränken sich Schwestermarken wie Volvo und Lynk & Co selbst, was aber ohnehin die meisten Kunden kaum stören und bei einem kompakten Crossover in der finalen Kaufentscheidung noch weniger ins Gewicht fallen dürfte. Wichtiger wird vielen die reale Ladegeschwindigkeit sein, und hier ist bei 150 kW leider schon Schluss. Die edlere Ausstattungsvariante 02 More kann an einer Wallbox oder einem öffentlichen Lader immerhin bis 22 kW nachladen.

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Die Fahrwerksabstimmung des Crossovers ist betont komfortabel und passt zum hohen Alltagswert ohne jegliche sportliche Ambitionen. Die Lenkung arbeitet sehr leichtgängig und nicht allein anspruchsvolle Fahrer würden sich auch beim Topmodell und seinen serienmäßigen 20-Zoll-Rädern eine bessere Rückmeldung von der Fahrbahn wünschen. Der tiefe Schwerpunkt verhindert beim über 1,8 Tonnen schweren Elektromodell bei flotten Kurvenfahrten allzu große Wankbewegungen. Etwas mehr Abstützung nach außen dürfte es jedoch gerne sein.

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Vorteil im Cityalltag: Der Lynk & Co 02 parkt selbst ohne Automatikmodus mit seiner guten Übersichtlichkeit und zusätzlichen Kameras rundum kinderleicht ein. Ebenfalls gut: die Feinabstimmung der Bremse, die wie alle Modelle den Großteil der Verzögerung als Rekuperation abbildet und nur dann haptisch zupackt, wenn es eng wird.

Wenn die Plattform mehr kann als die Marke

Wer im Lynk & Co 02 sitzt, der muss nicht lange überlegen, um Parallelen zu anderen Kompakt-SUV aus dem Geely Konzern zu finden. Zu viel erinnert beim Blick auf Armaturenbrett, Sitze und Anzeigen an den Volvo EX30, und auch die Verwandtschaft zu Modellen wie Smart#3 oder dem Zeekr X, mit dem sich der 02 mehr als nur die Plattform teilt, ist offensichtlich.

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Innen geht es betont puristisch und nicht derart verspielt wie bei den Leuchteneinheiten vorn oder hinten zu. Die Sitze sind bequem, könnten sich ebenso wie manche Oberflächen mit grauem Kunstmaterial bespannt allerdings wertiger präsentieren. Liebloses Hartplastik trifft immer wieder auf angenehm bespannte Oberflächen, wobei gerade die breite Mittelkonsole mit zwei Ladeschalen für Smartphones und einem filigranen Luftausströmer aus Metall gefällt. Zwei Erwachsene finden im Fond ein ausreichendes Platzangebot – mehr ist in der 4,50-Meter-Klasse kaum drin.

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Stefan Grundhoff

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Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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