So schlägt sich der Peugeot e-408 GT Exclusive im Alltag

So schlägt sich der Peugeot e-408 GT Exclusive im Alltag
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Elektroauto-News

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 7 min

Ein Fastback mit ausgeprägter Linienführung, eine Lichtsignatur, die sich kaum übersehen lässt, und ein Innenraum, der mit Alcantara und Ziernähten mehr verspricht als reine Funktion: So steht der Peugeot e-408 GT Exclusive MItte in Juni in Rüsselsheim für eine erste Testfahrt bereit. Während andere Modelle der Stellantis-Flotte an diesem Tag eher auf Nutzwert und Alltagstauglichkeit setzen, positioniert sich der e-408 bewusst am oberen Ende des C-Segments.

Mit einer Länge von 4,69 Metern, 1,86 Metern Breite ohne Außenspiegel und einem Radstand von 2,79 Metern bewegt sich das Fahrzeug deutlich in Richtung Mittelklasse, was sich auch im Innenraumgefühl bemerkbar machen sollte. Die Frage, die sich an diesem Tag stellte, war simpel: Hält der e-408 GT Exclusive, was sein selbstbewusster Auftritt verspricht, oder bleibt am Ende nur eine ansehnliche Hülle ohne stimmiges Gesamtpaket übrig? Der Anspruch des Wagens ist von Anfang an klar umrissen, hier geht es um Komfort, Design und ein hochwertiges Reiseerlebnis.

Ein Auftritt, der Aufmerksamkeit bewusst sucht

Schon von außen markiert der e-408 diesen Anspruch unmissverständlich. Die markante Lichtsignatur mit den charakteristischen LED-Krallen an der Front, kombiniert mit dem beleuchteten Peugeot-Schriftzug am Heck, sorgt für einen unverwechselbaren Auftritt im Straßenbild, der sich von vielen Wettbewerbern im Segment klar abhebt. Der Testwagen kam in Flare Grün, einer exklusiven Lackierung, die je nach Lichteinfall zwischen leuchtendem Gelbgrün und tiefem Grün wechselt und damit genau die Art von Aufmerksamkeit erzeugt, die sich die Designabteilung offenbar gewünscht hat. Dazu kam die Alcantara-Executive-Innenausstattung, eine hochwertige Materialwahl, die im Innenraum sofort spürbar wird und dem Gesamteindruck eine zusätzliche Note Wertigkeit verleiht.

Front des Peugeot e-408 GT Exclusive

Beim Einsteigen überzeugen vor allem die Sitze. Sie fielen weder besonders positiv noch negativ auf, was in diesem Fall durchaus als Kompliment zu verstehen ist: Sie fühlten sich einfach gut an und ließen sich präzise auf die eigene Sitzposition einstellen. Genau diese unauffällige Stimmigkeit trägt in Summe dazu bei, dass der Innenraum überzeugt, ohne sich aufzudrängen oder mit übertriebenen Komfortgesten aufzufallen. Mit einem langen Radstand von 2,79 Metern bringt der e-408 zudem die räumlichen Voraussetzungen mit, die ein solches Komfortversprechen auch im Fond einlösen lässt. Platz war dort zur Genüge vorhanden, trotz eines über 1,85 Meter großen Fahrers.

Seitenansicht des Peugeot e-408 GT Exclusive

Auffälligstes Detail im Cockpit sind die i-Toggles, die klassischen physischen Tasten in der Mittelkonsole, unterhalb des Touchscreen-Displays, ersetzen. Wer eine Funktion häufig nutzt, kann sie durch langes Drücken individuell auf einen der Toggles legen, ein durchdachtes Konzept, das dem Innenraum eine persönliche Note verleiht, ohne in Beliebigkeit abzudriften.

Das digitale Kombiinstrument hinter dem Lenkrad selbst ist übersichtlich, wirkt in der Darstellung aber teils ein wenig verspielt, was dem Gesamteindruck streckenweise eine spielerische Note gibt, die nicht jedem gefallen muss. Unter dem Strich weiß die Bedienung trotzdem zu überzeugen, gerade weil sie zwischen technischer Verspieltheit und praktischem Nutzen einen für den Alltag tauglichen Mittelweg findet. Die Sprachsteuerung samt Anbindung an aktuelle KI-Technologie blieb im kurzen Test unangetastet, ein tieferer Eindruck dazu lässt sich an dieser Stelle nicht seriös vermitteln.

Peugeot e-408 GT: Weich abgestimmt statt direkt und kantig

Beim Fahren selbst gibt sich der e-408 recht unauffällig. Etwas mehr Rückmeldung über die Lenkung würde dem Fahrgefühl gut zu Gesicht stehen, und auch beim Fahrwerk wirkt nicht jede Phase gleich rund abgestimmt. Beim ersten Einfedern reagiert die Federung streckenweise hölzern, bevor sich ein eher weich gepolsterter Komfortcharakter entfaltet. An Kraft mangelt es dem 157 kW (213 PS) starken Elektromotor dabei nicht, selbst der Eco-Modus liefert für den Alltag mehr als genug Schub. Wer es eiliger hat, bekommt in den Modi Normal und Sport einen deutlich engagierteren Antritt zu spüren, was angesichts des knapp 1,9 Tonnen schweren Fahrzeugs durchaus überrascht.

Sicht ins Cockpit des Peugeot e-408

Auch beim Loslassen des Strompedals des Peugeots war ein Unterschied zwischen Rekuperationsmodi spürbar: Mit vollem Akku ließ sich diese zunächst kaum einschätzen, gegen Ende der Fahrt, als der Ladestand sank, machte sich eine klar abgestufte Energierückgewinnung bemerkbar. Dieses Detail lässt die gesamte Antriebsabstimmung durchdacht erscheinen.

Gefahren wurde eine Strecke durch Stadtverkehr, Land- und Schnellstraße, überwiegend im Normal-Modus. Bei sonnigem Wetter und gemäßigten Temperaturen pendelte sich der Verbrauch am Ende bei rund 14 Kilowattstunden je 100 Kilometer ein, ohne dass sich dabei das Gefühl einstellte, sich einschränken zu müssen. Peugeot gibt den WLTP-Verbrauch des e-408 mit 14,7 bis 15,0 Kilowattstunden je 100 Kilometer an, die Praxis lag damit leicht darunter. Bei kühleren Außentemperaturen oder auf Strecken mit mehr Steigungen dürfte der reale Verbrauch allerdings höher ausfallen, die gefahrenen Bedingungen waren in diesem Sinne vergleichsweise günstig und nicht ohne Weiteres auf jede Jahreszeit übertragbar.

Display mit darunterliegenden, frei konfigurierbaren Tasten

Platz genug für Erwachsene im Fond

Die 58-kWh-Batterie (netto) soll laut Hersteller eine WLTP-Reichweite von bis zu 456 Kilometern ermöglichen. Geladen wird der e-408 GT Exclusive serienmäßig mit 11 Kilowatt dreiphasig, an einer Schnellladesäule mit mindestens 160 Kilowatt Gleichstrom soll der Sprung von 20 auf 80 Prozent in rund 35 Minuten gelingen.

Der GT Exclusive bringt serienmäßig unter anderem den automatischen Geschwindigkeitsregler mit Stop-and-Go-Funktion, einen Ausparkassistenten mit Rear Cross Traffic Alert, einen Toterwinkelassistenten sowie eine Rückfahrkamera mit 360-Grad-Umgebungsansicht mit.

Elektro-Fastback am oberen Ende des Segments unterwegs

Der Testwagen in der Konfiguration GT Exclusive, Alcantara-Executive-Innenausstattung und der Lackierung Flare Grün kommt laut Datenblatt auf einen Gesamtpreis von 53.510 Euro inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer, ohne Sonderausstattung über die Basiskonfiguration hinaus. Damit positioniert sich der e-408 in der Elektroversion deutlich oberhalb der Einstiegsvariante Allure, die bei 46.300 Euro beginnt, und auch oberhalb vergleichbarer Stromer im Kompaktsegment.

Wer in diesem Preisbereich nach einem Elektroauto sucht, das weniger auf reine Funktionalität setzt und stattdessen Wert auf Design, Materialqualität und ein umfassendes Connectivity-Paket legt, findet im e-408 GT Exclusive ein stimmiges Angebot. Wer dagegen das letzte Quäntchen Fahrdynamik oder eine sportlichere Lenkpräzision erwartet, dürfte hier nicht ganz auf seine Kosten kommen.

Am Ende bleibt der Eindruck eines Elektroautos, das wenig falsch macht, ohne in einer einzelnen Disziplin zu glänzen. Die i-Toggles und das durchdachte Bedienkonzept setzen einen eigenständigen Akzent, der Verbrauch überzeugt angesichts der Fahrzeuggröße, und der Komfort der Sitze bleibt im Gedächtnis. Wer einen Stromer sucht, der sich weniger über Fahrdynamik als über Wohlfühlfaktor und Alltagstauglichkeit definiert, findet im e-408 GT Exclusive ein Fahrzeug, das genau das liefert, ohne sich dabei in Superlative zu flüchten. Mehr Eindrücke gibt es dann nach einem längeren Test in heimischer Umgebung.


Disclaimer: Peugeot hat zum Kennenlernen des Peugeot e-408 nach Rüsselsheim eingeladen. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf unsere hier geschriebene ehrliche Meinung.

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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