Einen Privatjet auf Rädern – das wünschen sich viele Familien nicht nur für die Reise in den Urlaub. Doch die einst so beliebten Vans wurden längst von der mächtigen SUV-Welle geschluckt. Jetzt feiern Großraumlimousinen wie der Xpeng X9 aus China kommend ein Comeback – zumindest ein kleines.
Komfortabler reisen als im 5,32 Meter langen Xpeng X9, das ist auf europäischen Straßen schwer – nein wohl unmöglich. Da sind zwar Luxuslimousinen wie die Mercedes S-Klasse, ein Range Rover oder ein BMW 7er, auf Wunsch bisweilen auch elektrisch angetrieben. Aber noch kommoder reist es sich im neuen Luxusvan aus China, dem Xpeng X9 – ebenfalls elektrisch. Kaum Grenzen kennt insbesondere das Komfortniveau in der zweiten Reihe, wo sich zwei Wohlfühlsessel in jede nur erdenkliche Position bewegen lassen. Natürlich voll elektrisch, angenehm klimatisiert und mit einer Massagefunktion, die den Ärger der Telefonkonferenz, die gerade auf dem 24-Zoll-Monitor im Dach zu Ende geht, gleich wieder verschwinden lässt.
Vans feiern Comeback – der Xpeng X9 zeigt warum
Der über 5,30 Meter lange Xpeng X9 setzt nicht nur auf europäischen Straßen Bestwerte und hat wohl mit dem Mercedes VLE / VLS hierzulande nur einen echten Konkurrenten. In kaum einem anderen Fahrzeug lassen sich die Kilometer aktuell derart entspannt abspulen, während die Fondinsassen arbeiten, sich unterhalten lassen oder die beiden Komfortsessel in eine Liegeposition fahren lassen, um neue Kraft zu tanken. Das gilt für den Fahrer zugegeben nur eingeschränkt, doch auch in Reihe eins sitzt es sich auf belederten Luxusstühlen vortrefflich, und hat man sich erst einmal an die etwas verstrickte Bedienung auf dem Touchdisplay gewöhnt, lässt sich auch hier jeder Kilometer genießen.

Auch, weil der Xpeng X9 sich nahezu kompromisslos als Sänfte präsentiert, die als 370 kW / 503 PS starkes Topmodell mit Allradantrieb, Vierradlenkung und variabler Luftfederung keinerlei dynamische Ansprüche hegt. Der Schub ist dank 640 Nm maximalem Drehmoment üppig und 200 km/h gehen als Höchstgeschwindigkeit auch in Ordnung, doch der 2,8 Tonnen schwere Koloss ist ein Cruiser, der nicht getrieben werden will.
Dafür ist das Gewicht zu hoch, der Schub tatsächlich zu klein und die Lenkung zu indirekt, als dass man auf Landstraßen schnell unterwegs sein möchte. In schnell gefahrenen Kurven wankt der Van aufgrund fehlender Wankstabilisierung spürbar, und nicht allein Fahrdynamiker werden das fehlende Gefühl zur Fahrbahn monieren. Doch fehlt das in einem solchen Van wirklich? Die Mitreisenden werden dagegen das flüsterleise Geräuschniveau, zahllose Ablegen, gekühlte Fächer, viele USB-Ports und die Ladeschalen zu schätzen wissen.

Dabei ist es nicht nur das Komfortniveau, das begeistert, oder der Laderaum, der sich durch Umlegen der dritten Sitzreihe von 721 auf mehr als 2200 Liter erweitern lässt. Falls doch einmal jemand in der dritten Reihe sitzen sollte, wird das Ein- und Aussteigen durch eine elektrische Komfortfunktion maximal erleichtert.
Der Fahrer blickt derweil auf zwei große Displays für Instrumente und Entertainment und kann sich die wichtigsten Informationen per Head-Up-Modul noch ins eigene Sichtfeld projizieren lassen, während die beiden belüfteten Ladeschalen in der Mittelkonsole das eigene Smartphone erstarken lassen. Einfach durchdacht.

Xpeng X9 lädt schneller als jeder Konkurrent
Der Elektroantrieb ist nicht nur beim 86.600 Euro teuren 503-PS-Performance-Topmodell eine Schau, sondern kann sich auch beim nur 77.600 Euro teuren Basismodell mit seinen 235 kW / 320 PS fahren lassen. Zentrales Modul ist dabei die 800-Volt-Plattform, die den X9 an einem Hypercharger so schnell erstarken lässt, dass es sich nicht lohnt, in den Sesseln die Augen zu schließen. Die Pause ist je nach Ladesäule schlicht zu kurz.

Dank 540 kW Ladeturbo erstarkt das 110-kWh-Batteriepaket im Unterboden des China-Vans von 10 auf 80 Prozent in Windeseile – schneller ist aktuell kein anderer. Die Reichweite bis zum nächsten Ladestopp sind rund 580 Kilometer – ebenfalls mehr als ansehnlich und allemal praxisgerecht für die Langstrecke in den Urlaub oder zum nächsten Business-Meeting, wo man sich zumindest mit einem Chauffeur an Bord die Flugkosten sparen kann








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