Livista Energy baut erste Lithium-Raffinerie in Emden

Livista Energy baut erste Lithium-Raffinerie in Emden
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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

Das deutsche Unternehmen Livista Energy hat den Zuschlag für die Nutzung einer 32 Hektar großen Fläche am Wybelsumer Polder im niedersächsischen Emden bekommen, um dort ihre erste kohlenstoffarme Lithium-Raffinerie zu bauen. Stefan Klaassen und Daniel Bloor, Geschäftsführer der Livista Energy GmbH, sowie die Geschäftsführung des Hafenbetreibers Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG haben den Pachtvertrag für das hafennahe Gelände vor wenigen Tagen unterschrieben.

Bereits im Juni 2023 hatten sich beide Parteien in einer Grundsatzvereinbarung – einem „Letter of Intent“ – auf die wesentlichen Eckpunkte des unterzeichneten Vertrags geeinigt. Zuvor hatten auch Niedersachsens Minister für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitales Olaf Lies und Vertreter der Livista Energy Europe S.A. eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, in der das Bundesland Niedersachsen dem Unternehmen seine Unterstützung zur Umsetzung des Projekts am Standort Emden zugesagt hat. Ab 2026 soll die Raffinerie, in der Lithiumerz in Lithium umgewandelt wird, in Betrieb genommen werden.

Die Raffinerie könne anfänglich bis zu 40.000 Tonnen Lithiumprodukte in Batteriequalität (30.000 Tonnen Li-Hydroxid und 10.000 Tonnen Li-Carbonat LCE) pro Jahr produzieren, was ausreiche, um den Batteriebedarf von 850.000 Elektroautos zu decken. Bei einer möglichen Erweiterung in der Zukunft könnte sich diese Produktionskapazität verdoppeln.

E-Auto-Batterie-Lithium-Werk-Emden
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Die Livista-Raffinerien sollen Auto- und Batterieherstellern künftig ermöglichen, die Ziele des EU-Gesetzes über kritische Rohstoffe zu erfüllen, welches vorschreibt, dass alle in Europa hergestellten Batterien bis 2030 einen Mindestanteil an Lithiumbatterieprodukten aus lokaler Produktion enthalten müssen. Die Anlagen könnten ein wichtiger Motor für die Nachhaltigkeitsbemühungen der Region im Rennen um das europäische Netto-Null-Emissionsziel sein.

Die neue Anlage wird laut Livista in der Lage sein, alle Arten von Lithium-Quellen und -Rohstoffen zu veredeln, darunter Spodumen-Gestein aus Australien und Afrika, Solen aus Südamerika und Lithium-Zwischenprodukte (Li-Sulfat oder Li-Carbonat in technischer Qualität) aus recycelten Batteriematerialien, wodurch die Abhängigkeit von importierten Materialien verringert und die Kreislaufwirtschaft gefördert wird.

Kurze, robuste und nachhaltige Lithium-Lieferketten für Europa

Für Livista ist der Raffinerie-Standort in Emden eine strategische Entscheidung. Der Seehafen Emden ist der drittgrößte deutsche Nordseehafen und bietet eine gute infrastrukturelle und geografische Anbindung. Von hier aus soll die wachsende Elektroauto-Industrie Europas mit Lithium beliefert werden.

Unsere erste Anlage wird genügend Lithium in Batteriequalität für die Produktion von 850.000 Elektrofahrzeugen pro Jahr liefern“, sagt Livista-Geschäftsführer Daniel Bloor. „Durch die Ansiedlung in Deutschland, einem Land mit einer so klaren Politik in Richtung Elektrifizierung und Batteriezellenproduktion, werden wir kürzere, sauberere und nachhaltigere Lieferketten sowie Resilienz schaffen.“ Auch der Zugang zu einem hohen Volumen an erneuerbaren Energien hat die Entscheidung der Livista für diesen Standort geprägt.

Quelle: Livista – Pressemitteilung vom 02.10.2023

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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