Rollt dieses China-Elektroauto bald mit Opel-Logo vom Band?

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Leapmotor

Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 2 min

Der deutsche Automobilhersteller Opel plant offenbar, ein Elektroauto seiner chinesischen Stellantis-Schwestermarke Leapmotor unter eigenem Logo auf den Markt zu bringen. Wie die Wirtschaftszeitung Les Echos aus Frankreich berichtet, soll der im Titelbild gezeigte Leapmotor B10 ab dem kommenden Jahr in Saragossa hergestellt werden, allerdings das Opel-Logo tragen. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es seitens Stellantis jedoch nicht. Les Echos bezieht sich indes auf „zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen“.

Im Artikel wird darauf verwiesen, dass in China bereits die Logos deutscher Marken auf in China selbst hergestellte Autos angebracht worden sind – jedoch bislang nicht umgekehrt. Auch die Automobilwoche berichtet über diese Spekulation und zitiert eine namentlich nicht genannte hochrangige Person im Stellantis-Konzern: „Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber das wäre eine interessante Möglichkeit, ein gut ausgestattetes und günstiges E-Modell im C-SUV-Segment anbieten zu können.“ Stellantis hatte für die außerasiatischen Märkte ein Joint Venture mit Leapmotor unter deren Namen gegründet und kümmert sich in Europa um den Vertrieb.

Badge-Engineering ist nichts Neues

Für Leapmotor ist der Produktionsort in Spanien besonders deshalb interessant, weil sich damit die Zölle auf die Einfuhr von Elektroautos aus China in die EU umgehen lassen. Auch die Deklarierung als „Opel“ könnte dem chinesischen Hersteller freilich helfen, Vertrauen bei mehr europäischen Kunden zu gewinnen. Ein solches Badge-Engineering ist in der Automobilbranche durchaus üblich. So ist der Mitsubishi Colt eigentlich ein Renault Clio und ein Seat Mii und Skoda CityGo waren VW Ups mit anderem Logo.

Die Automobilwoche hat aber begründete Zweifel, dass Opel tatsächlich diesen Schritt gehen könnte. So würde das Modell unter anderem mit dem Opel Frontera konkurrieren, womit eigene Modelle „kanibalisiert“ werden könnten. Der Leapmotor B10 ist ab knapp 30.000 Euro zu haben und tritt unter anderem gegen den Skoda Elroq und den Kia EV3 an. „Leapmotor zielt mit dem B10 klar auf Familien, junge Berufstätige und urbane Bewohner ab, die auf Design, Technik und Nachhaltigkeit achten, ohne dafür tief in die Tasche greifen zu wollen“, schrieb Vanessa Lisa Oelmann, die den B10 bereits für uns testen konnte.

Quelle: Les Echos – Opel prévoit d’apposer sa marque sur une voiture chinoise; Automobilwoche – Opel erwägt offenbar China-Modell unter seinem Logo

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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