Mercedes-AMG hat die Bestellfreigabe für sein neues vollelektrisches GT 4-Türer Coupé erteilt. Das Modell markiert einen wichtigen Meilenstein für die Performance-Marke aus Affalterbach, denn erstmals setzt AMG in einem Serienfahrzeug auf Axialflussmotoren. Gleichzeitig positioniert sich das Fahrzeug als technologische Speerspitze innerhalb des Elektro-Portfolios von Mercedes-Benz.
Zum Marktstart stehen zwei Varianten zur Wahl: das Mercedes-AMG GT 55 4-Türer Coupé sowie das leistungsstärkere Mercedes-AMG GT 63 4-Türer Coupé. Die Preise beginnen bei 154.700 Euro beziehungsweise 196.350 Euro.
„Das neue Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé ist ab sofort bei allen Vertriebspartnern und online bestellbar. Es besticht durch extreme Spitzenleistung, beeindruckende Dauerleistung, hochpräzise Fahrdynamik und ein intensives, AMG typisches Fahrerlebnis“, heißt es in der Pressemitteilung. Dabei haben Kundinnen und Kunden zum Bestellstart die Wahl zwischen zwei leistungsstarken Motorisierungen.
Axialflussmotoren statt konventioneller E-Maschinen
Technisch geht AMG neue Wege. Erstmals kommen sogenannte Axialflussmotoren zum Einsatz. Insgesamt drei Elektromotoren arbeiten im Fahrzeug. „Angetrieben von einem revolutionären Konzept: Erstmals in einem vollelektrischen Serienfahrzeug kommen im neuen Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé sogenannte Axialflussmotoren zum Einsatz. Der Sportwagen nutzt drei dieser hochinnovativen Elektromotoren, zwei an der Hinterachse, einer vorne“, heißt es in der Mitteilung.
Zusammen liefern die Antriebe eine Systemleistung von bis zu 860 kW beziehungsweise 1169 PS. Damit bewegt sich das Fahrzeug in Leistungsregionen, die bislang vor allem von Hypercars oder besonders leistungsstarken Modellen von Tesla, Lucid oder Rimac erreicht werden. Allerdings soll die Leistung – anders als beispielsweise bei Teslas Plaid-Modellen – auch wiederholt über längere Zeiträume abgerufen werden können. Die Fahrleistungen fallen entsprechend spektakulär aus: Von 0 auf 100 km/h beschleunigt das Topmodell in 2,1 Sekunden, die 200-km/h-Marke fällt bereits nach 6,4 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt mit Driver’s Package bis zu 300 km/h.
Bis zu 600 kW Ladeleistung
Neben der Leistung rückt Mercedes-AMG die Ladefähigkeit in den Mittelpunkt. Das Fahrzeug nutzt eine neue Hochleistungsarchitektur und soll Ladeleistungen von bis zu 600 kW ermöglichen. „Dank einer Ladeleistung von 600 kW können in nur 10 Minuten über 460 Kilometer Reichweite nachgeladen werden“, erklärt Mercedes-AMG. Für den typischen Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent sollen lediglich elf Minuten genügen.
Selbst wenn derzeit nur wenige öffentliche Schnelllader derart hohe Leistungen bereitstellen können, zeigt die Angabe die Richtung, in die sich die Technologie entwickelt. Im Bereich des ultraschnellen Ladens würde das Fahrzeug neue Maßstäbe setzen und selbst aktuelle 800-Volt-Systeme vieler Wettbewerber übertreffen.
Interessant ist auch der Versuch, typische AMG-Eigenschaften in die Elektrowelt zu übertragen. Mercedes spricht ausdrücklich Kunden an, die bislang leistungsstarke Achtzylinder bevorzugten. „Wer V8-Motoren mag, wird dieses Fahrzeug lieben“, verspricht AMG. Im Fahrprogramm AMGFORCE S+ liefere das Fahrzeug „ein hochauthentisches, AMG typisches V8 Soundgewitter, gepaart mit einer haptisch-immersiven Erfahrung inklusive Zugkraftunterbrechung bei simulierten Schaltvorgängen“. Damit verfolgt Mercedes einen ähnlichen Ansatz wie Hyundai mit dem Ioniq 5 N, allerdings in einer deutlich exklusiveren und leistungsstärkeren Fahrzeugklasse.
Neue Speerspitze im Elektro-Portfolio
Innerhalb der Mercedes-Welt übernimmt das neue Modell eine besondere Rolle. Während „normale“ elektrische Mercedes-Modelle wie der neue CLA sowie EQE und EQS vor allem auf Effizienz und hohe Reichweiten abzielen, positioniert AMG den GT 4-Türer klar als Technologie- und Performance-Flaggschiff.
Zugleich dient das Fahrzeug als Schaufenster für neue Entwicklungen bei Antrieb, Batterie, Fahrwerk und Aerodynamik. So kommen unter anderem aktive Aerodynamiklösungen, eine Hinterachslenkung mit sechs Grad Lenkwinkel sowie das „Active Ride Control“-Fahrwerk zum Einsatz. Für Mercedes dürfte das Modell deshalb weit mehr sein als ein weiteres Elektroauto. Es zeigt, wie sich die Marke den Übergang vom legendären V8-Zeitalter in die elektrische Zukunft vorstellt – mit möglichst wenig Kompromissen bei Leistung, Fahrspaß und Exklusivität. Verbrenner-AMG-Fans sollten das einmal ausprobieren und sich selbst von elektrischen Fahrfreuden überzeugen.
Quelle: Mercedes-AMG – Pressemitteilung vom 27. Mai 2026









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