Diese 7 E-Autos ermöglichen besonders hohe Ladeleistungen

Diese 7 E-Autos ermöglichen besonders hohe Ladeleistungen
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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 5 min

Klar ist: Wie gut sich ein Elektroauto für die Langstrecke eignet, wird nicht nur durch die Reichweite beeinflusst, sondern auch von der Fähigkeit, möglichst schnell wieder neue Energie in den Akku zu laden. Die durchschnittliche Ladeleistung in einem fest definierten Bereich (zum Beispiel 10 bis 80 Prozent) gibt es aber aktuell noch nicht einheitlich für alle Modelle, weshalb wir uns beim Blick auf die Ladeperformance derzeit noch auf das mögliche Maximum konzentrieren müssen, wollen wir eine gewisse Vergleichbarkeit herstellen.

Das haben nun wir einige Monate nach dem letzten Vergleich nochmal gemacht, und soviel vorweg: Es hat sich bei den Schnellladekönigen einiges getan. In unserer Liste klammern wir ganz bewusst Hypercars in Mini-Auflage aus, wollen aber den Lotus Evija mit bis zu 800 kW kolportierter Ladeleistung sowie den Rimac Nevera mit 500 kW zumindest nicht unerwähnt lassen. Allerdings kosten beide Fahrzeuge jeweils mehr als zwei Millionen Euro.

Verwirrung um Genesis und Lotus

Und noch eines vorweg: Es könnte sein, dass der ein oder andere den Genesis GV60 in der Liste vermissen wird. Dieser taucht in Artikeln über Elektroautos immer wieder mit einer angeblichen maximalen Ladeleistung von 350 kW auf. Allerdings sind dabei erstaunlicherweise selbst einige sehr renommierte Fachmedien einer Formulierung des Herstellers auf den Leim gegangen. Genesis schreibt lediglich, dass das Fahrzeug an einer 350-kW-Ladestation in 18 Minuten von 10 bis 80 Prozent wieder aufgeladen ist. Das entspricht aber genau dem Wert der verwandten Fahrzeuge aus der Hyundai-Gruppe, die mit maximal 240 kW laden können – was freilich immer noch sehr schnell ist. Und genau diese Größenordnung kennen wir auch aus unserem Test des Genesis GV60.

Auch Lotus hat offenbar beim Eletre und Emeya von diesem Formulierungskniff Gebrauch gemacht, denn Testberichten zufolge liegt die maximale Ladeleistung der chinesischen Modelle mit britischem Markennamen ebenfalls nicht bei 350 kW. Die Angaben schwanken dabei zwischen 240 und maximal 307 kW. Wobei das hier nicht ganz so klar ist wie beim Genesis EV60, denn offenbar hat der Hersteller selbst schon maximal 355 kW gemessen. Vielleicht ist der Eletre also der wahre Lade-Champion, aufgrund der unklaren Datenlage haben wir ihn aber nicht eindeutig in unsere Liste einordnen können.

Unsere Datengrundlage ist diesmal die vorbildlich gepflegte Elektroauto-Datenbank von Timo Kauffmann (Datenabruf ab 17. Mai 2024). Bei gleicher maximaler Ladeleistung entscheidet der günstigere Startpreis über die Platzierung. Daraus ergibt sich folgende Topliste:

7. Platz: Maserati GranTurismo Folgore

Der Auftakt ist direkt luxuriös. Der italienische „Blitz“, das bedeutet Folgore nämlich, kostet gleich mal etwas mehr als 200.000 Euro. Dafür erhält der Käufer nicht nur ein sehr sportliches und edel designtes Cabrio-Elektroauto der Stellantis-Marke, sondern kann damit auch mit bis zu 270 kW laden.

6. Platz: Audi Q6 e-tron / Audi e-tron / Porsche Macan

Auch Fahrzeuge der VW-Marken schaffen es in die Topliste der Lade-Champions. Das 800-Volt-System ermöglicht Ladeleistungen bis zu 270 kW, wobei die Preise für den Q6 bei knapp 75.000 Euro und für den Macan bei etwa 84.000 Euro starten. Beim e-tron wird es dann sechsstellig. Und es ist eine weitere Verbesserung der Ladeleistung in Sicht, denn der neue Porsche Taycan nutzt bereits ein neue System, das künftig auch von Audi verwendet werden dürfte.

5. Platz: HiPhi Z

Das futuristisch anmutende GT-Modell des chinesischen Herstellers Human Horizon ist ein Exot und zudem vom Aussterben bedroht. Die Produktion musste gestoppt werden, derzeit wird wohl nach einer Übernahmemöglichkeit sondiert. Noch ist das Projekt aber nicht begraben, sodass wir das Fahrzeug in unserer Liste aufnehmen. Der HiPhi Z soll in Deutschland 105.000 Euro kosten und mit bis zu 280 kW laden können.

4. Platz: XPeng G6

Seit Mai ist der chinesische Hersteller XPeng auch auf dem deutschen Markt vertreten – zunächst mit den Modellen P7 und G9. Doch das kleinere SUV G6 soll ebenfalls demnächst in Deutschland erhältlich sein. Das Fahrzeug ist für Deutschland noch nicht eingepreist, dürfte sich aber noch einmal ein gutes Stück günstiger als der ab knapp 62.000 Euro startende G9 Long Range ansiedeln. Die maximale Ladeleistung beträgt ebenfalls 280 kW als Long Range mit dem größeren Akku.

3. Platz: Lucid Air

Lucid

Auf das Treppchen schafft es ein weiteres aktuelles Sorgenkind im Reigen der Elektroautos. Auch der US-amerikanische Hersteller Lucid hat aktuell offenbar mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen, weiß aber mit dem saudi-arabischen Fonds zumindest einen sehr starken Geldgeber hinter sich. Die schicke Limousine ist als Grand Touring mit Allradantrieb ab 159.000 Euro erhältlich und ermöglicht Ladeleistungen von bis zu 300 kW.

2. Platz: XPeng G9

Daniel Krenzer

Die 300 kW Ladeleistung „schluckt“ auch das große SUV aus dem Hause Xiaopeng, allerdings kostet das chinesische Fahrzeug mit Preisen ab knapp 62.000 Euro mal schlappe 100.000 Euro weniger als der Lucid Air. Deshalb schiebt sich der G9 in unsere Liste vor diesen – und landet somit auf dem Treppchen.

1. Platz: Porsche Taycan

Porsche

Vor dem Facelift nutzte der Porsche Taycan das System, das auch noch in anderen Porsche- und Audi-Modellen verbaut ist und 270 kW Ladeleistung ermöglicht. Mit dem Facelift und der damit einhergehenden technischen Verbesserung liefert die schicke Sportlimousine nun inzwischen laut Hersteller jedoch bis zu 320 kW am Schnelllader, wobei der Wert in Tests dem Vernehmen nach mitunter sogar übertroffen wird. Knapp 108.000 Euro kostet der Spaß mindestens. Berücksichtigt man jedoch die Formulierungen anderer Hersteller zu vermeintlichen 350 kW Ladeleistung, dann ist das derzeit Platz eins unter den Schnelllade-Champions. Oder doch Platz zwei hinter dem Lotus Eletre? Am besten messen wir da bald einmal selbst nach.

Quelle: Quelle: „BEV-Datenbank von Beratung für Elektromobilität – Timo Kauffmann“ – alle Angaben ohne Gewähr, Abrufdatum 18. Mai 2024

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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