Kia komplettiert seine Elektroauto-Familie

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Kia

Stefan Grundhoff
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Kia geht in den kommenden Jahren zum elektrischen Generalangriff auf die internationale Konkurrenz über. Für die drei Weltmärkte Europa, China und die USA präsentieren die Südkoreaner eine komplette Fahrzeugfamilie mit Stecker.

Der betont dynamisch positionierte Kia EV6 war vor zwei Jahren erst der Anfang und beim edlen EV9 macht aktuell sogar die schicke Premiumkonkurrenz aus Europa große Augen. Doch es kommt noch besser, denn in den kommenden drei Jahren schickt der dynamische Arm des Hyundai Konzerns vier weitere Elektroautos in die verschiedenen Märkte. „Unser Elektroportfolio soll in den kommenden Jahren ein breites Spektrum zwischen 30.000 und 80.000 Euro abbilden“, erläutert Kias oberster Produktplaner Spencer Cho. Das neue Dreierpack aus EV3, EV4 und EV5 soll dabei gegen die starke Elektrokonkurrenz aus China, Europa und den USA in einer Preisspanne zwischen 35.000 sowie 50.000 Euro antreten. Insbesondere für den europäischen Markt ist der Kia EV2 gedacht, der neben anderen Modellen ab 2026 in der Slowakei produziert werden und international die kompakten Crossover angreifen soll.

Kia hatte sich in Sachen klarer Aussagen zum Ende der Verbrennermodelle bisher dezent zurückgehalten und will sich hier auch aktuell nicht festlegen. „Auf den sogenannten Emerging Markets wird es mit der Elektromobilität nicht so schnell wie auf den anderen Märkten gehen“, erläutert Kia-CEO Ho Sung Song. Doch wer sich die Modelle der kommenden Jahre anschaut, sieht, dass die interessantesten Modelle aus Kia rein elektrisch über die verschiedenen Kontinente surren werden.

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Bis zum Jahre 2026 soll jeder vierte neu verkaufte Kia ein Elektromodell sein; bis 2030 dürften es pro Jahr knapp 40 Prozent oder 1,6 Millionen E-Autos sein. „Kia ist sehr darauf bedacht, Lösungen für die Bedenken zu finden, die nach wie vor zum Zögern beim Kauf eines Autos führen“, unterstreicht Ho Sung Song, „wir werden die Erwartungen der Kunden erfüllen, indem wir eine vollständige Palette von E-Fahrzeugen zu verschiedenen Preispunkten anbieten und die Verfügbarkeit der Ladeinfrastruktur verbessern.“

Besonders groß sind die Erwartungen an den neuen EV5, der mit einer Länge von 4,62 Metern dem klassenhöheren EV9 auch auf den zweiten Blick wie aus dem Gesicht geschnitten scheint. Zwar ist der gefällig-kantige SUV ebenfalls auf jener variablen E-GMP-Plattform unterwegs, die zahlreiche Elektromodelle von Hyundai, Kia und der Edelmarke Genesis beheimatet, doch die besonders schnelle 800-Volt-Ladetechnik bleibt beim EV5, der zunächst ausschließlich in Südkorea gefertigt wird, außen vor. Der Kunde hat beim EV5 je nach Markt die Wahl in einem Motorenportfolio zwischen 150 kW / 204 PS und 230 kW / 313 PS sowie Front- und Allradantrieb. Unterschiedliche Akkuzulieferer für die Fertigungen in China und in Korea bedeuten auch unterschiedliche Kapazitäten zwischen 58 und 88 kWh mit Reichweiten bis hinauf zu 720 Kilometern.

Nach dem Start des neuen Kia EV9 in diesem Quartal und dem kleinen SUV-Bruder EV5 ab 2025 bleibt die Hyundai-Tochter selbstbewusster denn je gleich am Stecker. Als nächstes folgen die mutig gestylte Mittelklasselimousine EV4 und die beiden kleineren Elektro-SUV namens EV3 und eben das rund 30.000 Euro teure Einstiegsmodell EV2.

Kein Elektroauto ohne die rechte Infrastruktur. Dabei setzen die Koreaner keinesfalls auf ein eigenes Ladenetzwerk, sondern beteiligen sich die marktspezifisch an entsprechenden Verbunden. In Europa steht hierfür das Ionity Ladenetz im Vordergrund, das im Jahr 2025 mindestens 7000 Schnellladepunkte anbieten will. In Nordamerika ist Kia zusammen mit Hyundai in einer groß angelegten Netzwerk-Kooperation, an der auch Konzerne wie Stellantis, BMW, General Motors, Mercedes und Honda beteiligt sind. Bis 2030 sollen in Nordamerika mehr als 30.000 Schnellladepunkte entstehen. Ein besonderer Fokus liegt auf dem heimatlichen koreanischen Ladenetzwerk Epit, das in den kommenden zwei Jahren auf immerhin 3500 Stationen wachsen soll.

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Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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