Källenius: „Der CLA wird Mercedes‘ E-Zukunft sichern“

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Mercedes-Benz

Stefan Grundhoff
Stefan Grundhoff
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Mercedes-Benz braucht gute Nachrichten derzeit dringender denn je. Nachdem es mit der Elektromobilität bei den erfolgsverwöhnten Schwaben bisher nicht so recht laufen mag, wartet alles auf den neuen Mercedes CLA. Der soll – elektrisch angetrieben – erstmals das Zeug zum echten Tesla-Jäger haben.

Die Elektromodelle, die es bisher aus dem Hause Mercedes gab, waren keine Volltreffer. Der gebastelte Crossover Mercedes EQC wurde längst wieder eingestellt, die Zwittermodelle EQA / EQB begeistern die Sternenjünger bisher nicht annähernd so wie vergleichbare Verbrennermodelle und auch die Vorzeigemodelle EQE und EQS tun sich – egal ob Limousine oder SUV – deutlich schwerer als erwartet.

Kein Wunder, dass es Mercedes-CEO Ola Källenius kaum erwarten kann, einen zur flotten Testrunde im neuen Mercedes CLA einzuladen. Aktuell hier auf dem streng gesicherten Testgelände in Immendingen noch ein stark getarnter Prototyp, doch trotz Klebe- und Mattenornat außen wie innen ein Auto, das zeigen soll, dass Mercedes endlich in der Elektromobilität angekommen ist. Dabei präsentiert sich der neue CLA als Auftakt für ein schmuckes Sternen-Quartett, das wenig variable Plattformen, mäßige Ladetechnik und vermissten Nobelcharme im Innenraum auf einen Schlag vergessen machen soll.

Neuer CLA: Mercedes‘ elektrischer Hoffnungsträger

Neben dem Mercedes CLA mit einer Länge von rund 4,75 Metern sollen auf technischer Basis der flexiblen MMA-Plattform (Mercedes Modular Architecture) die Schwestermodelle GLA, GLB und ein CLA Shooting Brake folgen. Design sowie Proportionen sind weitgehend mit dem der IAA-Studie identisch, und das gilt auch für die technischen Rahmendaten. Elektroantrieb an der Hinterachse, stärkere Versionen mit Allrad-E-Power, ein Normverbrauch von maximal zwölf Kilowattstunden auf 100 Kilometern und eine Reichweite von bis zu 750 Kilometern bis zum nächsten Ladestopp.

Der Erfolg eines Elektromodells wird neben der Fahrzeugklasse und dem Preis insbesondere beim Nachladen entschieden. Endlich gibt es die überfällige 800-Volt-Technik, die das Akkupaket im Flachboden des neuen CLA deutlich imposanter als bisher erstarken lässt.

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Zielgröße sind 400 Kilometer in 15 Minuten, um auch ausgemachten Benzinerfans Lust auf dem Umstieg in die Steckerwelt zu machen. „Alles, was wir letzten Herbst bei der Premiere der Studie auf der IAA in München versprochen haben, wollen wir einhalten oder überbieten“, sagt Källenius trocken und verweist darauf, dass die zentralen Komponenten im eigenen Hause entwickelt wurden.

Doch Ola Källenius und sein Chefentwickler Axel Heix verweisen auch darauf, dass die Zeit noch nicht reif für einen kompletten Umstieg in die Elektromobilität sei. Viele Länder fordern Verbrenner und das dürfte sich erst einmal kaum ändern. So ist der Mercedes CLA auf Kundenwunsch auch mit einem Verbrenner zu bekommen, der dann jedoch die Vorderachse antreibt, da die Anpassungen auf der Plattform sonst zu groß gewesen wären. Der Kunde hat bei der Einstiegsfamilie mit Stern die Wahl, ob Elektroantrieb oder eben ein Vierzylinderbenziner, der 2026 nachgelegt wird.

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Effiziente Dieselmotoren wurden jedoch gestrichen, Handschalter sind ohnehin passé und dann ist da noch der neue Benziner. Das Turbotriebwerk hat Mercedes zwar hausintern entwickelt, doch produziert wird es beim chinesischen Kooperationspartner Geely. Das wird eingefleischten Daimler-Fans eiskalt den Rücken hinunterlaufen. Doch auch die aktuellen Modelle von A-Klasse, CLA und Co. waren oftmals mit einem 1,3 Liter großen Triebwerk von Kooperationspartner Renault-Nissan unterwegs.

Mercedes CLA soll Tesla herausfordern

Wir sind auf der streng behüteten Mercedes-Teststrecke unterwegs, und der Mercedes-Chef scheint die Fahrfreude am neuen Mittelklassemodell nicht nur zu spielen, als er Kurven schneidet und gleich noch ein paar flotte Runden nachlegt. Die Sitze sind bequem, das Platzangebot vorne wie hinten mehr als ordentlich, und serienmäßig gibt es nach Tesla-Vorbild ein großes Panoramadach, das ohne eine mechanische Verschattung auskommen muss. Wie bei der CLA-Studie ist auch das Mitte 2025 auf den Markt rollende Serienmodell mit einem Bildschirmpaket ausgestattet, das sich von der linken bis zu rechten A-Säule quer über das Armaturenbrett zieht.

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Nur bei den Basisversionen blicken die Beifahrer auf eine Dekorfläche; alle anderen bekommen ein durchgehendes Display, auf dem ein zusammen mit Google entwickeltes Navigationssystem gestochen scharfe Bilder mit genaueste Fahrzeugdaten liefert. Das neue Betriebssystem MB.OS, zahllose Apps und Chat-GPT als allwissender Gesprächspartner lassen plötzlich sogar die großen Brüder E- und S-Klasse alt aussehen; zumindest bis diese die moderne Technik ebenfalls bekommen.

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Platz gibt es im neuen Hoffnungsträger nicht allein für die Insassen, sondern auch für das Gepäck. Laderäume vorne wie hinten setzen nicht nur das scheinbar allgegenwärtige Tesla Model 3, sondern auch die klassenhöhere Mercedes C-Klasse unter Druck, die bei gleicher Länge an sich um die gleichen Kunden buhlt. Der Preis wird beim neuen Mercedes CLA ein zentrales Thema für die Kaufentscheidung sein, auch wenn Ola Källenius großen Wert darauf legt, dass man das Dumping so manches Konkurrenten nicht mitgehen will. Und wohl auch nicht kann, denn ein zugegeben etwas in die Jahre gekommenes Tesla Model 3 startet aktuell bei knapp über 40.000 Euro, ist in verschiedensten Leistungsstufen mit Heck- sowie Allradantrieb und mit Reichweiten von bis zu 700 Kilometern zu bekommen.

Daher kommt dem Innenraum im neuen CLA ebenso wie bei den Schwestermodellen auf gleicher Plattform eine immense Bedeutung zu. Ola Källenius spricht „Jewelery“ als er die dunklen Matten anhebt und einen Blick auf Displays, Bedienelemente und Verkleidungen werfen lässt. Man sieht es ihm an: Er ist zufrieden. Jetzt muss nur noch der Kunde auf den elektrischen Zug der Schwaben aufspringen.

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Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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