Mercedes-Benz hat die elektrische C-Klasse zum Kauf freigegeben. In Deutschland ist das Einstiegsmodell C 400 4MATIC elektrisch ab sofort bestellbar – zu einem Preis von 67.711 Euro für Privatkunden inklusive Mehrwertsteuer. Für Geschäftskunden beginnen die Preise bei 56.900 Euro netto. Leasingangebote starten laut Hersteller bei monatlich 470 Euro, bei einer Sonderzahlung von 20 Prozent, 36 Monaten Laufzeit und 45.000 Kilometern Gesamtlaufleistung. Ihre Weltpremiere hatte die Limousine in Seoul.
Das Topmodell zum Marktstart leistet 360 kW und erreicht ein maximales Drehmoment von 800 Nm. Der Sprint von null auf 100 km/h gelingt in 4,0 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 210 km/h begrenzt. Die WLTP-Reichweite gibt Mercedes-Benz mit bis zu 762 Kilometern an. Dank 800-Volt-Architektur und einer Spitzenladeleistung von 330 kW lassen sich in zehn Minuten bis zu 325 Kilometer nachladen. Ein optionaler DC-Konverter ermöglicht zudem die Nutzung von 400-Volt-Säulen. Mit nur einem Ladestopp soll die Limousine reale Strecken von über 1000 Kilometern absolvieren können. Mehr Informationen zum Stromer finden sich im Detail in diesem Artikel.
Hinter diesen Eckwerten steckt eine Antriebsarchitektur, die für das Segment ungewöhnlich ist. An der Hinterachse arbeitet eine permanenterregte Synchronmaschine mit einem Zweigang-Getriebe. Der erste Gang ist mit 11:1 kurz übersetzt und auf Anfahrtstärke sowie urbane Effizienz ausgelegt, der zweite mit 5:1 auf Reichweite bei Autobahngeschwindigkeiten. Der Antrieb erreicht laut Mercedes-Benz einen Wirkungsgrad von 93 Prozent von der Batterie bis zum Rad. Beim Allradmodell trennt eine Disconnect Unit den Vorderachsmotor bei geringer Last vom Antriebsstrang – die Verluste an der Vorderachse sinken dabei um bis zu 90 Prozent.
Mercedes C-Klasse setzt auf Wärmepumpe mit drei Energiequellen
Auch das Thermomanagement ist technisch aufwendiger als üblich. Die Multi-Source-Wärmepumpe kombiniert drei Energiequellen gleichzeitig: Abwärme des Elektromotors, Abwärme der Batterie und Umgebungsluft. Damit soll sie bei Kälte nur etwa ein Drittel der elektrischen Energie eines herkömmlichen Zuheizers benötigen. Bei minus sieben Grad Celsius soll sich der Innenraum auf einer 20-minütigen Fahrt doppelt so schnell aufheizen wie in konventionell angetriebenen Modellen – ohne Vorklimatisierung. Das wirkt sich direkt auf die Reichweite im Winter aus.
Das One-Box-Bremssystem rekuperiert mit bis zu 300 kW und arbeitet laut Hersteller selbst im ABS-Regelfall sowie auf vereister Fahrbahn. Nahezu alle Bremsvorgänge sollen vollständig über Rekuperation abgewickelt werden, ohne dass sich das Pedalgefühl verändert.
Auf der Softwareseite kombiniert die vierte MBUX-Generation erstmals mehrere KI-Modelle: ChatGPT 4o, Microsoft Bing und Google Gemini arbeiten parallel und werden je nach Situation eingebunden. MB.Drive Assist Pro, das weitgehend automatisiertes Fahren auch im Stadtverkehr ermöglichen soll, startet zunächst nur in den USA – die europäische Einführung hängt von den jeweiligen regulatorischen Rahmenbedingungen ab.
Weitere Varianten folgen 2027
Im kommenden Jahr will Mercedes-Benz das Modellangebot ausweiten. Geplant sind Varianten mit Heck- und Allradantrieb sowie unterschiedlichen Batterieoptionen. Ein Hecktriebler soll dabei eine voraussichtliche Reichweite von rund 800 Kilometern nach WLTP erreichen – die Angabe basiert noch auf Simulationswerten und liegt bislang ohne Typgenehmigung vor. Damit würde die C-Klasse den derzeit weitesten Wert im Segment der elektrischen Mittelklasse-Limousinen markieren.
Quelle: Mercedes – Pressemitteilung per Mail









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