Das aktuelle HUK-E-Barometer liefert einen positiven Befund: 2025 sind so viele private Autofahrer wie noch nie zuvor beim Fahrzeugwechsel vom Verbrenner auf ein reines Elektroauto umgestiegen. Die Auswertung basiert auf Versicherungsdaten der HUK-Coburg in Kombination mit einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Das Ergebnis: Die Elektromobilität gewinnt weiter an Boden – allerdings mit deutlichen regionalen Unterschieden.
Im Gesamtjahr 2025 lag die Umstiegsquote privater Fahrzeughalter auf batterieelektrische Modelle demnach bei 5,5 Prozent. Das ist ein neuer Höchstwert. Besonders dynamisch entwickelte sich das vierte Quartal mit einer Quote von 6,3 Prozent – der stärkste Wert seit drei Jahren. Der private Markt zeigt damit eine klare Erholung und Stabilisierung nach der Förderunsicherheit der Vorjahre. Die Elektromobilität setzt sich zunehmend aus eigener Kraft durch.
Auffällig ist jedoch die Differenz zwischen Stadt und Land. In den 15 größten deutschen Städten liegt die Wechselquote mit 4,6 Prozent spürbar unter dem Bundesdurchschnitt. Gerade dort, wo Ladeinfrastruktur, kurze Wege und politische Unterstützung eigentlich ideale Bedingungen bieten sollten, verläuft der Hochlauf langsamer als erwartet.
Düsseldorf bei Großstädten vorne
Ein Blick auf die Top-3 der Großstädte zeigt immerhin positive Ausreißer: An der Spitze liegt Düsseldorf mit 5,5 Prozent, dicht gefolgt von Dortmund mit 5,3 Prozent. Auf Platz drei rangiert Nürnberg mit 5,1 Prozent. Dahinter folgen Hamburg, München und Köln – allesamt mit Werten unterhalb der fünf Prozent. Das zeigt: Selbst in urbanen Zentren bleibt das Elektroauto beim privaten Fahrzeugwechsel noch kein Selbstläufer.
Ganz anders stellt sich die Lage in bestimmten Landkreisen dar – insbesondere in Bayern. Hier dominieren Regionen mit hoher Eigentumsquote und guter privater Ladeinfrastruktur. Die Top-3 der Landkreise führt Landkreis Starnberg mit beeindruckenden 10 Prozent an. Dahinter folgen Landkreis Erlangen-Höchstadt mit 9,6 Prozent sowie Landkreis Ebersberg, ebenfalls mit 9,6 Prozent. Diese Werte liegen deutlich über dem Bundesdurchschnitt und unterstreichen, wie stark strukturelle Rahmenbedingungen den Umstieg beeinflussen.
Markentreue für viele wichtig
Ein zentraler Faktor ist laut Umfrage die Wohnsituation. Wer über eine eigene Garage oder einen festen Stellplatz verfügt, besitzt fast dreimal so häufig ein Elektroauto wie Personen ohne private Lademöglichkeit. Auch Wohneigentum erhöht die Wahrscheinlichkeit für den Umstieg erheblich. Damit wird einmal mehr deutlich: Elektromobilität ist im privaten Bereich nach wie vor eng mit Ladezugang und Immobilienbesitz verknüpft.
Hinzu kommt die Markenbindung. Rund ein Viertel der Befragten gibt an, nur dann auf ein Elektroauto umzusteigen, wenn es von der bevorzugten Automarke angeboten wird. Besonders gefragt sind dabei etablierte Hersteller wie Volkswagen, Škoda und BMW – Marken, die inzwischen ein breites Elektroportfolio aufgebaut haben. Die Transformation findet also zunehmend innerhalb vertrauter Markenwelten statt.
Das HUK-E-Barometer 2025 zeigt damit ein differenziertes Bild: Die Elektromobilität wächst weiter und erreicht neue Rekordwerte im privaten Segment. Doch während ländliche Regionen mit hoher Eigentumsquote teils zweistellige Wechselraten verzeichnen, bremsen in vielen Großstädten strukturelle Hürden. Der Hochlauf ist real – aber er bleibt regional höchst unterschiedlich.
Quelle: HUK Coburg – Pressemitteilung vom 10. Februar 2026








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