Rekordjahr 2025: So viele Privatkunden wie nie wechseln zum E-Auto

Rekordjahr 2025: So viele Privatkunden wie nie wechseln zum E-Auto
Copyright:

Shutterstock / 2308098983

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Das aktuelle HUK-E-Barometer liefert einen positiven Befund: 2025 sind so viele private Autofahrer wie noch nie zuvor beim Fahrzeugwechsel vom Verbrenner auf ein reines Elektroauto umgestiegen. Die Auswertung basiert auf Versicherungsdaten der HUK-Coburg in Kombination mit einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Das Ergebnis: Die Elektromobilität gewinnt weiter an Boden – allerdings mit deutlichen regionalen Unterschieden.

Im Gesamtjahr 2025 lag die Umstiegsquote privater Fahrzeughalter auf batterieelektrische Modelle demnach bei 5,5 Prozent. Das ist ein neuer Höchstwert. Besonders dynamisch entwickelte sich das vierte Quartal mit einer Quote von 6,3 Prozent – der stärkste Wert seit drei Jahren. Der private Markt zeigt damit eine klare Erholung und Stabilisierung nach der Förderunsicherheit der Vorjahre. Die Elektromobilität setzt sich zunehmend aus eigener Kraft durch.

Auffällig ist jedoch die Differenz zwischen Stadt und Land. In den 15 größten deutschen Städten liegt die Wechselquote mit 4,6 Prozent spürbar unter dem Bundesdurchschnitt. Gerade dort, wo Ladeinfrastruktur, kurze Wege und politische Unterstützung eigentlich ideale Bedingungen bieten sollten, verläuft der Hochlauf langsamer als erwartet.

Düsseldorf bei Großstädten vorne

Ein Blick auf die Top-3 der Großstädte zeigt immerhin positive Ausreißer: An der Spitze liegt Düsseldorf mit 5,5 Prozent, dicht gefolgt von Dortmund mit 5,3 Prozent. Auf Platz drei rangiert Nürnberg mit 5,1 Prozent. Dahinter folgen Hamburg, München und Köln – allesamt mit Werten unterhalb der fünf Prozent. Das zeigt: Selbst in urbanen Zentren bleibt das Elektroauto beim privaten Fahrzeugwechsel noch kein Selbstläufer.

Ganz anders stellt sich die Lage in bestimmten Landkreisen dar – insbesondere in Bayern. Hier dominieren Regionen mit hoher Eigentumsquote und guter privater Ladeinfrastruktur. Die Top-3 der Landkreise führt Landkreis Starnberg mit beeindruckenden 10 Prozent an. Dahinter folgen Landkreis Erlangen-Höchstadt mit 9,6 Prozent sowie Landkreis Ebersberg, ebenfalls mit 9,6 Prozent. Diese Werte liegen deutlich über dem Bundesdurchschnitt und unterstreichen, wie stark strukturelle Rahmenbedingungen den Umstieg beeinflussen.

Markentreue für viele wichtig

Ein zentraler Faktor ist laut Umfrage die Wohnsituation. Wer über eine eigene Garage oder einen festen Stellplatz verfügt, besitzt fast dreimal so häufig ein Elektroauto wie Personen ohne private Lademöglichkeit. Auch Wohneigentum erhöht die Wahrscheinlichkeit für den Umstieg erheblich. Damit wird einmal mehr deutlich: Elektromobilität ist im privaten Bereich nach wie vor eng mit Ladezugang und Immobilienbesitz verknüpft.

Hinzu kommt die Markenbindung. Rund ein Viertel der Befragten gibt an, nur dann auf ein Elektroauto umzusteigen, wenn es von der bevorzugten Automarke angeboten wird. Besonders gefragt sind dabei etablierte Hersteller wie Volkswagen, Škoda und BMW – Marken, die inzwischen ein breites Elektroportfolio aufgebaut haben. Die Transformation findet also zunehmend innerhalb vertrauter Markenwelten statt.

Das HUK-E-Barometer 2025 zeigt damit ein differenziertes Bild: Die Elektromobilität wächst weiter und erreicht neue Rekordwerte im privaten Segment. Doch während ländliche Regionen mit hoher Eigentumsquote teils zweistellige Wechselraten verzeichnen, bremsen in vielen Großstädten strukturelle Hürden. Der Hochlauf ist real – aber er bleibt regional höchst unterschiedlich.

Quelle: HUK Coburg – Pressemitteilung vom 10. Februar 2026

worthy pixel img
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Analysen

„Die größten Volkswirtschaften der Welt gehen deutlich in Richtung Elektromobilität“

„Die größten Volkswirtschaften der Welt gehen deutlich in Richtung Elektromobilität“

Michael Neißendorfer  —  

Die größten Volkswirtschaften der Welt gehen deutlich Richtung Elektromobilität, so eine aktuelle Analyse. Der Irankrieg zeigt, wie wichtig das ist.

Führerschein im E-Auto: Trend mit Bürokratie-Problem

Führerschein im E-Auto: Trend mit Bürokratie-Problem

Sebastian Henßler  —  

Elektroautos werden in Fahrschulen immer beliebter. Der Branchenverband meldet einen Rekordwert, doch bürokratische Hürden bremsen den vollen Umstieg.

Unternehmen wollen mehr E-Autos – kämpfen aber mit steigenden Kosten

Unternehmen wollen mehr E-Autos – kämpfen aber mit steigenden Kosten

Michael Neißendorfer  —  

Mehr als die Hälfte der Unternehmen in Europa plant, in den kommenden zwei Jahren mehr vollelektrische Fahrzeuge anzuschaffen.

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Michael Neißendorfer  —  

Hält Europa an seinen CO2-Grenzwerten fest, könne es den Rückstand auf China noch vor 2030 aufholen und den Ölverbrauch im Verkehrssektor drastisch senken.

E-Autos verlieren bei Abos weiter an Bedeutung

E-Autos verlieren bei Abos weiter an Bedeutung

Daniel Krenzer  —  

Die Zahl an Auto-Abos in Deutschland wächst, der Anteil von Elektroautos ist dabei jedoch abermals gesunken und liegt unter dem Wert der Neuzulassungen.

E-Mobilität im Fuhrpark: Pioniere und Zauderer, Hoffen und Bangen

E-Mobilität im Fuhrpark: Pioniere und Zauderer, Hoffen und Bangen

Daniel Krenzer  —  

Hohe Dieselpreise könnten der Elektromobilität im gewerblichen Kontext einen neuen Schub verleihen, doch Bürokratie und Politik könnten dies ausbremsen.

7 Länder in Europa mit hohem Anteil an E-Lkw

7 Länder in Europa mit hohem Anteil an E-Lkw

Daniel Krenzer  —  

Der Markt für Elektro-Lkw nimmt in Europa spürbar Fahrt auf – aber das nicht überall gleich stark. Das sind die Vorreiter.