Green NCAP kürt sparsamste Autos für die Sommerreise

Green NCAP kürt sparsamste Autos für die Sommerreise
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Green NCAP

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Millionen Familien in Europa packen in diesen Wochen ihre Autos für die Fahrt in den Sommerurlaub. Welche Modelle sich dafür besonders eignen, hat die unabhängige Prüforganisation Green NCAP nun untersucht. Im Fokus standen Energieeffizienz, nutzbare Reichweite und der zeitliche Aufwand fürs Laden beziehungsweise Tanken.

Für die Analyse simulierte Green NCAP eine typische Fahrt über 800 Kilometer, verteilt auf Autobahn, Landstraße und städtische Abschnitte. Berücksichtigt wurden dabei eine vierköpfige Familie samt Gepäck sowie der Betrieb der Klimaanlage bei sommerlichen Temperaturen. Grundlage waren sämtliche Testergebnisse, die seit der Einführung der überarbeiteten Nachhaltigkeitsbewertung und neuer Fahrerlebnis-Scores Ende 2025 erhoben wurden.

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung: Eine große Batterie allein garantiert noch keine effiziente Fernreise. Mehrere große Elektro-SUVs mit großen Akkus schneiden bei der Effizienz vergleichsweise schlecht ab, was Green NCAP auf Gewicht, Größe, Luftwiderstand und breite Reifen zurückführt. Modelle wie der Kia EV9, der BYD Sealion 7 und der Cadillac Optiq verbrauchen demnach deutlich mehr Energie als die stärksten Modelle im Test.

Kompakte Karosserie schlägt große Batterie

Wie sich das Prinzip umkehren lässt, zeigt der Mercedes-Benz CLA EQ in der Ausführung 250+. Der Wagen kombiniert eine große 85-kWh-Batterie mit einer kompakten viertürigen Karosserie und erzielte mit 16,5 kWh je 100 Kilometer den niedrigsten Energieverbrauch aller getesteten Elektroautos, bei einer Reichweite von etwa 605 Kilometern mit einer Ladung. Da die Fahrt mit vollem Akku beginnt, würde die Strecke von 800 Kilometern laut Green NCAP nur rund 14 Minuten Nachladen erfordern, nicht zu verwechseln mit einer vollständigen Ladesitzung. Mit einer durchschnittlichen Ladeleistung von 286 kW lädt der CLA EQ 250+ zudem in weniger als 23 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Ergänzt durch fünf Sterne in der Nachhaltigkeitsbewertung ist er damit das auffälligste Ergebnis der gesamten Untersuchung.

Bei den kompakteren Elektroautos zeigt sich ein differenziertes Bild. Der Renault 5 E-Tech erreicht mit einer 52-kWh-Batterie und 19,9 kWh je 100 Kilometer eine Reichweite von rund 296 Kilometern und benötigt für die Gesamtstrecke etwa 80 Minuten Ladezeit, punktet dafür aber mit fünf Sternen und einer familientauglichen Fünftürer-Karosserie. Der Mini Cooper E verbraucht beladen und mit laufender Klimaanlage nur 19 kWh je 100 Kilometer, was ihn zum zweiteffizientesten Testkandidaten macht, seine kleinere 36,6-kWh-Batterie begrenzt die Reichweite jedoch auf 224 Kilometer und zieht rund 104 Minuten Ladezeit nach sich.

Als praktikablerer Kompromiss für Familien gilt der Volvo EX30 mit erweiterter Reichweite: 344 Kilometer Reichweite, etwa 59 Minuten Ladezeit für die Gesamtstrecke und viereinhalb Sterne in der Bewertung sprechen für mehr Alltagstauglichkeit bei Passagier- und Gepäckraum.

Hybride und Verbrenner als Ausweichoptionen

Wer noch nicht auf ein Elektroauto umsteigen möchte, findet im Toyota C-HR die sparsamste Alternative unter den getesteten Hybrid- und Verbrennermodellen. In der Hybridversion verbraucht das kompakte SUV 5,7 Liter je 100 Kilometer und kommt mit vollem 43-Liter-Tank auf eine Reichweite von 754 Kilometern, ein kurzer Tankstopp würde für die Gesamtstrecke also ausreichen. Für Familien mit größerem Platzbedarf empfiehlt sich der Dacia Bigster, der bei 5,9 Litern je 100 Kilometer und einem 50-Liter-Tank eine Reichweite von etwa 847 Kilometern erzielt und die gesamte Teststrecke ohne Nachtanken bewältigen könnte. Der Seat Ibiza wiederum kommt ganz ohne Hybridunterstützung aus, verbraucht beladen 6,2 Liter je 100 Kilometer und erreicht mit seinem 40-Liter-Tank eine Reichweite von 645 Kilometern. Alle drei Modelle wurden mit dreieinhalb Sternen bewertet.

„Unsere Analyse zeigt, dass die Wahl des Autos mit der größten Batterie oder dem größten Tank nicht zwangsläufig die einfachste Reise garantiert“, erklärte Dr. Aleksandar Damyanov, Technical Manager bei Green NCAP. Effizienz, nutzbare Reichweite und die für das Laden benötigte Zeit könnten auf einer langen Fahrt einen erheblichen Unterschied ausmachen, so Damyanov weiter. Die unabhängigen Tests sollen Verbraucher:innen dabei unterstützen, unabhängig vom Einsatzzweck, ob Schulweg, Pendelstrecke oder 800-Kilometer-Urlaubsfahrt, eine fundierte und nachhaltige Entscheidung zu treffen.

Quelle: Green NCAP – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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