Geely will bis 2030 kräftig weiterwachsen – vor allem mit E-Autos

Geely will bis 2030 kräftig weiterwachsen – vor allem mit E-Autos
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Geely / Zeekr

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
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Geely hat sich für das Ende des Jahrzehnts ein klares und zugleich ambitioniertes Ziel gesetzt. Bis 2030 will der chinesische Automobilkonzern weltweit mehr als 6,5 Millionen Fahrzeuge pro Jahr verkaufen und damit noch einmal deutlich über dem heutigen Niveau von etwa 4 Millionen liegen, berichtet das Branchenportal CnEVpost. Rund drei Viertel dieses Absatzes sollen demnach auf sogenannte New Energy Vehicles entfallen, also Elektroautos und Plug-in-Hybride. Für Geely wäre das nicht weniger als der endgültige Abschied vom klassischen Verbrennergeschäft und ein weiterer Schritt hin zu einem vollständig elektrifizierten Konzernportfolio.

Schon heute zeigt sich, dass dieser Kurs kein reines Zukunftsversprechen mehr ist. Im Jahr 2025 kam Geely auf über vier Millionen verkaufte Fahrzeuge, mehr als die Hälfte davon mit elektrifiziertem Antrieb. Marken wie Geely, Zeekr und Lynk & Co treiben das Wachstum in China voran, während Volvo und Polestar als internationale Aushängeschilder dienen. Hinzu kommen Beteiligungen und Kooperationen, mit denen der Konzern seine technologische Basis verbreitert und Entwicklungsaufwände senkt. Künftig sollen modulare Plattformen und eine stärkere Vereinheitlichung von Software und Antriebstechnik dafür sorgen, dass neue Modelle schneller und günstiger auf den Markt kommen.

Besonders wichtig ist für Geely die Internationalisierung. Mehr als ein Drittel des Absatzes soll 2030 außerhalb Chinas erzielt werden. Europa spielt dabei eine zentrale Rolle. Anders als viele andere chinesische Hersteller ist Geely hier kein Neuling, sondern seit Jahren über Volvo tief im Markt verankert. Diese Präsenz verschafft dem Konzern nicht nur Vertrauen bei den Kunden, sondern auch Zugang zu bestehenden Vertriebsnetzen, Produktionsstandorten und regulatorischem Know-how.

Gleichzeitig positioniert Geely eigene Marken zunehmend offensiv. Lynk & Co setzt auf neue Vertriebsmodelle und junge Zielgruppen, während Zeekr als technikorientierte Premiummarke in ausgewählten europäischen Ländern Fuß fasst.

Der europäische Markt bleibt allerdings anspruchsvoll. Hoher Preisdruck, politische Debatten über Zölle und eine starke heimische Konkurrenz machen den Markteintritt für chinesische Hersteller komplex. Geely begegnet dem mit einer vergleichsweise breiten Aufstellung, die von erschwinglichen Elektroautos bis hin zu Premiumfahrzeugen reicht. Damit unterscheidet sich der Konzern von Wettbewerbern, die stärker auf einzelne Segmente setzen.

Sollte es Geely gelingen, diese Strategie konsequent umzusetzen, könnte der Konzern bis 2030 nicht nur zu den größten Autoherstellern der Welt zählen, sondern auch in Europa eine feste Größe im Elektromarkt werden. Die Voraussetzungen dafür sind gelegt, entscheidend wird die Umsetzung in einem zunehmend umkämpften globalen Umfeld sein.

Quelle: CnEVpost – Geely Holding targets 6.5 million global sales by 2030

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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