Ford baut günstige E-Autos auf Renault-Plattform

Ford baut günstige E-Autos auf Renault-Plattform
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Renault | Renault R5

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Die Renault Group und Ford haben eine neue strategische Partnerschaft bekannt gegeben, die darauf abzielt, das Angebot an Elektroautos von Ford für europäische Kunden zu erweitern und damit die Wettbewerbsfähigkeit beider Unternehmen in der sich rasch wandelnden Automobilbranche in Europa deutlich zu stärken.

Ein Eckpfeiler dieser Zusammenarbeit ist einer aktuellen Mitteilung zufolge eine Partnerschaftsvereinbarung zur Entwicklung von zwei unterschiedlichen Elektroautos der Marke Ford. Die neuen Modelle basieren demnach auf Renaults Ampere-Plattform, nutzen die starken E-Mobility-Ressourcen und die Wettbewerbsfähigkeit der Renault Group und werden von der Renault Group in Nordfrankreich produziert, was die Fertigungskapazitäten und das Know-how von Ampere ElectriCity verdeutlicht, wo Renault bereits für Allianzpartner Mitsubishi und Nissan E-Autos fertigt.

Die beiden von Ford entworfenen und mit der Renault Group entwickelten Fahrzeuge sollen sich, wie die Hersteller mitteilen, „durch eine unverwechselbare Fahrdynamik, authentische Ford-DNA und intuitive Benutzererfahrungen“ auszeichnen. Wie viel „Ford“ tatsächlich übrig bleibt auf einer Renault-Plattform, müssen die beiden neuen Partner allerdings erst noch beweisen. Ford betont, dass die beiden Modelle den ersten Schritt einer umfassenden neuen Produktoffensive von Ford in Europa markieren. Das erste der beiden Fahrzeuge soll in gut zwei Jahren, Anfang 2028 zu den Händlern kommen.

Auch Elektro-Nutzfahrzeuge sind Teil des Plans

Neben der Zusammenarbeit im Bereich Elektroautos haben die Renault Group und Ford auch eine Absichtserklärung (Letter of Intent, LOI) für eine Zusammenarbeit im Bereich leichter Nutzfahrzeuge in Europa unterzeichnet. Im Rahmen dieser Absichtserklärung wollen die Partner die Möglichkeit prüfen, ausgewählte leichte Nutzfahrzeuge (LCVs) der Marken Renault und Ford gemeinsam zu entwickeln und herzustellen.

„Die Renault Group ist stolz darauf, eine neue strategische Kooperation mit Ford, einem Hersteller ikonischer Automobile, bekannt zu geben. Diese Partnerschaft zeigt die Stärke unseres gemeinsamen Know-hows und unserer Wettbewerbsfähigkeit in Europa. Langfristig wird die Bündelung unserer Kräfte mit Ford uns innovativer und reaktionsfähiger in einem sich schnell verändernden europäischen Automobilmarkt machen“, kommentiert François Provost, CEO der Renault Group, die neue Partnerschaft.

Jim Farley, Präsident und CEO der Ford Motor Company, ergänzt: „Die strategische Partnerschaft mit der Renault Group ist ein wichtiger Schritt für Ford und unterstützt unsere Strategie, ein hocheffizientes und zukunftsfähiges Geschäft in Europa aufzubauen. Wir werden die industrielle Größe und die EV-Ressourcen der Renault-Group mit dem ikonischen Design und der Fahrdynamik von Ford kombinieren, um Fahrzeuge zu entwickeln, die Spaß machen, leistungsfähig sind und den typischen Ford-Charakter haben.“

Welche Auswirkungen die neue Partnerschaft auf den kriselnden deutschen Produktionsstandort Köln hat, ist noch nicht absehbar. Dort werden aktuell der Ford Explorer und der Capri gefertigt, die der Mittelklasse zugeordnet sind und auf Volkswagens MEB-Plattform aufbauen. Die traditionell starken Ford-Segmente der Kleinwagen hat der Hersteller nach dem Aus von Ka und Fiesta in den vergangenen Jahren nicht mehr besetzt.

Nun also die Besinnung darauf, wonach der Markt giert: Günstige E-Autos für eine breitere Einführung der E-Mobilität. Die Frage ist allerdings, ob Ford damit nicht etwas zu spät um die Ecke kommt. Denn die Konkurrenz hat sich bereits stark positioniert. Der Renault 5 etwa, auf dessen Plattform die kommenden Ford-Stromer aufbauen werden, ist in seinem Segment eines der europaweit bestverkauften Modelle.

Quelle: Renault – Pressemitteilung vom 09.12.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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