Ford und Geely bauen ab 2028 gemeinsam Autos in Spanien

Ford und Geely bauen ab 2028 gemeinsam Autos in Spanien
Copyright:

Ford

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Der US-amerikanische Automobilhersteller Ford und der chinesische Automobilkonzern Geely wollen ihre Kräfte in Europa bündeln. Beide Unternehmen haben die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens für das Ford-Werk im spanischen Valencia vereinbart. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen soll das Joint Venture im ersten Halbjahr 2027 starten, die ersten gemeinsam produzierten Fahrzeuge sollen 2028 vom Band laufen.

Ford wird 66 Prozent des neuen Unternehmens halten, Geely die übrigen 34 Prozent. Die Chinesen wollen das Werk für den Bau von Elektroautos nutzen. Gemeinsames Ziel ist es, das bislang nicht vollständig ausgelastete Werk besser zu nutzen, Entwicklungskosten zu teilen und die Stückkosten zu senken. Valencia verfügt laut den Unternehmen über eine mögliche Jahreskapazität von rund 500.000 Fahrzeugen.

Geplant sind insgesamt fünf Modelle beider Marken. Die Produktion des Ford Kuga, der auch als Plug-in-Hybrid angeboten wird, läuft ohne Unterbrechung weiter. Ab 2028 sollen zudem ein kompakter Ableger der Bronco-Familie und ein neuer Familien-Crossover auf einer Mischplattform hinzukommen. Letzterer wird von Ford gestaltet, aber gemeinsam mit Geely entwickelt und soll mit verschiedenen Antriebsarten angeboten werden.

Geely wiederum will zwei rein elektrische SUV in Valencia bauen. Um welche Modelle es sich handelt, teilen die Unternehmen bislang nicht mit. Für den chinesischen Konzern ist das Werk der nächste wichtige Schritt zur lokalen Produktion in Europa. Im ersten Halbjahr 2026 setzte Geely Auto eigenen Angaben zufolge 474.228 Fahrzeuge außerhalb Chinas ab – 158 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Ford verkaufte Volvo einst an Geely

Für Ford bietet die Kooperation vor allem die Chance, das spanische Werk langfristig zu sichern und bei Kosten, Software und Entwicklungstempo näher an die neuen Wettbewerber heranzurücken. Geely erhält im Gegenzug direkten Zugang zu europäischer Fertigung, bestehender Infrastruktur und erfahrenen Beschäftigten. Die Zusammenarbeit knüpft zudem an eine lange gemeinsame Geschichte an: Ford verkaufte Volvo bereits 2010 an Geely.

Das Vorhaben bestätigt damit ziemlich genau die zuletzt von Geely beschriebene Expansionsstrategie. Der Konzern will nicht mehr allein Fahrzeuge exportieren, sondern seine Plattformen, Entwicklungskapazitäten, Lieferketten und Produktionskompetenz anderen Automobilherstellern anbieten. Geely positioniert sich damit zunehmend zugleich als Wettbewerber, Technologiepartner und industrieller Dienstleister.

Für europäische Hersteller kann dieses Modell Entwicklungszeiten und Kosten deutlich senken. Es birgt aber auch Abhängigkeiten, weil Technologien und Produktionsstrukturen mit einem Konzern geteilt werden, dessen eigene Marken auf denselben Märkten wachsen wollen. Das Joint Venture in Valencia zeigt dennoch: Chinesische Automobilkonzerne werden zunehmend zu einem festen Bestandteil der europäischen Produktionslandschaft – nicht nur durch eigene Werke, sondern auch durch Kooperationen mit etablierten Herstellern.

Quelle: Ford – Pressemitteilung vom 23. Juli 2026

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Ford Elektroautos

Ford Pro elektrifiziert BVG-Flotte mit 131 E-Transportern

Ford Pro elektrifiziert BVG-Flotte mit 131 E-Transportern

Arun Niemann  —  

E-Transit und E-Transit Custom sollen für Wartung, Service und Transporte der BVG im Berliner Stadtgebiet zum Einsatz kommen.

Ford: Elektroautos mit Formel-1-Technik effizienter machen

Ford: Elektroautos mit Formel-1-Technik effizienter machen

Laura Horst  —  

Ford will Elektroautos kostengünstiger anbieten und setzt daher bei seiner neuen EV-Plattform auf kleinere Akkus und ein effizienteres Gesamtkonzept.

Ready Set Ford: Fords Europastrategie im Überblick

Ready Set Ford: Fords Europastrategie im Überblick

Sebastian Henßler  —  

Ford hat am Bilster Berg seine Europastrategie vorgestellt: Capri und Explorer Collection mit LFP-Akku, fünf neue Pkw bis 2029 und drei Kundenwelten.

Ford setzt auf Batteriespeicher und eigene Energiesparte

Ford setzt auf Batteriespeicher und eigene Energiesparte

Daniel Krenzer  —  

Mit Ford Energy steigt der Hersteller groß ins Geschäft mit Batteriespeichern ein. Der Konzern setzt wohl zudem verstärkt auf bidirektionales Laden.

Autoindustrie verbucht Milliarden aus Zoll-Rückerstattungen

Autoindustrie verbucht Milliarden aus Zoll-Rückerstattungen

Daniel Krenzer  —  

Automobilhersteller rechnen Milliarden aus möglichen US-Zollrückzahlungen ein – doch politische Risiken und unsichere Auszahlungen machen das sehr riskant.

Ford Mustang Mach-E GT California Special startet in Europa

Ford Mustang Mach-E GT California Special startet in Europa

Sebastian Henßler  —  

Der Mustang Mach-E bekommt Zuwachs: Mit dem GT California Special bringt Ford ein Sondermodell nach Europa, das an die amerikanische Westküste erinnern soll.