Fahrbericht: Cadillac Vistiq fährt kultiviert und kraftvoll

Fahrbericht: Cadillac Vistiq fährt kultiviert und kraftvoll
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Fabian Mechtel
Fabian Mechtel
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Mit dem Vistiq bringt Cadillac sein zweites SUV für den Relaunch in Europa an den Start und positioniert sich im Segment der luxuriösen Elektro-Dreireiher. Nach dem eher dynamischen Lyriq füllt der neue Vistiq seine Nische nicht ohne Ambitionen: Viel Power, viel Technik und ein Hauch von Escalade-Flair.

Mit einer Länge von 5,22 Metern ist der Vistiq eine mächtige Erscheinung. Gerade in schwarz und mit den glanzgedrehten 22-Zoll-Leichtmetallfelgen ist seine Präsenz nicht von der Hand zu weisen – doch für viele Kunden dürfte es genau der Auftritt sein, den man von einem Cadillac erwartet. Im Gegensatz zum großen Escalade verzichtet der Vistiq auf Protz. Die breiten Schultern lassen ihn muskulös, der „Black Crystal Shield“-Kühlergrill sorgt in Kombination mit vielen Chrom-Elementen dennoch für eine gestalterische Eleganz, die den großen Stromer auch in Europa nicht fehl am Platz wirken lassen.

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Im Interieur dominiert das 33 Zoll große, geschwungene LED-Display, das Instrumente und Infotainment in einer Fläche bündelt. Ein zweites Touchdisplay in der Mittelkonsole übernimmt die Klimasteuerung und ein Head-up-Display mit Augmented-Reality-Funktion projiziert Fahrzeuginformationen und Routenhinweise in zwei Ebenen direkt ins Fahrerblickfeld. Doch es ist nicht nur alles kühles High-Tech im Cadillac Vistiq, im Gegenteil. In der Premium Luxury-Ausstattung bietet der elektrische Siebensitzer mit Nappaleder, Alcantara, offenporigem Echtholzdekor, Klavierlack und Chrom eine Lounge-Atmosphäre.

In Reihe zwei wahlweise als durchgehende Sitzbank mit drei Plätzen oder Captains Chairs, die den Vistiq zum Sechssitzer machen. Beiden Varianten gleich ist die große Bewegungsfreiheit, die deutlich über dem Lyriq und dem Vorgänger XT6 liegt. Die dritte Sitzreihe lässt sich elektrisch umklappen, der Zustieg funktioniert überraschend komfortabel – sogar für Erwachsene. Auch das Platzangebot ist für Großgewachsene auf Kurzstrecken akzeptabel. Praktisch: Fünf-Zonen-Klimaautomatik, Soft-Close-Türen und ein zweites Panorama-Dach über Reihe drei.

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Unter dem Blech sorgt ein Dualmotor-Allradantrieb für Vortrieb. Im Performance-Modus „Velocity Max“ liefert der Vistiq beachtliche 615 PS und 880 Nm, denn der große Vistiq teilt sich den Antriebsstrang mit dem sportlichen Lyriq-V. Von 0 auf 100 km/h soll es in 3,7 Sekunden gehen. Damit ist der große US-Stromer deutlich schneller als etwa der Volvo EX90 oder der Hyundai Ioniq 9, bleibt aber diesseits der Performance-Werte von Lucid Gravity oder Tesla Model X. Die Energie stammt aus einem 91-kWh-NCMA-Akku mit Graphit-Silizium-Anode, der rund 460 Kilometer Reichweite verspricht.

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DC-Laden ist mit bis zu 190 kW möglich – das bedeutet bis zu 159 nachgeladene Kilometer in fünfzehn Minuten. Die Onboard-Ladeleistung liegt bei 22 Kilowatt dank serienmäßigem Dreiphasen-Ladegerät. Eine Reihe von Rekuperationsmodi inklusive One-Pedal-Driving und einem Rekuperations-Paddel am Lenkrad runden das Ladetechnikpaket ab.

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Der Vistiq fährt sich souverän und kultiviert. Das Luftfahrwerk der Premium Luxury-Variante sorgt für sehr sanftes Abrollen, die semi-adaptiven Dämpfer passen sich den Fahrbahnbedingungen sauber an. Das Sport-Programm strafft Fahrwerk und Lenkung spürbar, ohne den Komfort zu ruinieren, denn aus dem Dreitonnen-Stromer wird auch in diesem Fahrmodus kein Rennwagen. Wer sich für die Topausstattung entscheidet, bekommt zusätzlich eine Hinterachslenkung mit bis zu 3,5 Grad Lenkwinkel, die dem Fullsize-SUV eine überraschende Agilität im Stadtverkehr verleiht.

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Spannend: Das 23-Lautsprecher-Audiosystem von AKG mit Dolby Atmos verfügt über ein spezielles Noise-Cancelling, dass die ohnehin geringen Fahrgeräusche von außen nahezu komplett ausblendet. Der Geräuschkomfort im Vistiq ist entsprechend außergewöhnlich und lässt den Anspruch erkennen, das sich Cadillac mit der Wiederkehr in den europäischen Markt mit dem Konkurrenten des Luxussegments messen möchte.

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Wie schon Lyriq und Escalade IQ setzt auch der Vistiq auf die neueste Generation von GMs Super Cruise, dem Fahrerassistenzsystem für freihändiges Fahren. Neu sind für den Vistiq der automatische Spurwechsel bei Navigationsführung und adaptive Geschwindigkeitsübernahme bei geänderten Tempolimits. Die Spurhaltung überzeugt durch Präzision und sehr natürliche Lenkreaktionen. Das System, dass offiziell als Level 2+ gilt, denn der Fahrer muss zwar die Hände nicht am Lenkrad haben, allerdings darf er die Augen nicht vom Straßengeschehen abwenden, wird in Deutschland allerdings noch nicht zum Marktstart verfügbar sein, denn die Zertifizierung für Europa dauert noch an. Doch die komplette Super Cruise-Hardware ist in jedem Vistiq an Bord, die volle Funktionalität wird nach Freigabe einfach Over-the-Air freigeschaltet.

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In Deutschland startet der Cadillac Vistiq als Luxury-Modell bei 99.640 Euro. Wer zur Premium Luxury-Version mit erweiterter Ausstattung, Luftfahrwerk und erweiterten Assistenzsystemen greift, zahlt mindestens 110.503 Euro. Die Auslieferung soll im Frühjahr 2026 beginnen.

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