EU will Elektroautos stärker fördern

EU will Elektroautos stärker fördern
Copyright:

EU

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Die Europäische Kommission plant, den Einsatz von Elektroautos stärker zu unterstützen, wie Reuters berichtet. Sie will den Mitgliedstaaten Vorschläge unterbreiten, um Flottenbetreiber beim Wechsel zur Elektromobilität zu entlasten. Gleichzeitig soll untersucht werden, welche Maßnahmen den Kauf von Elektroautos fördern könnten. Am kommenden Mittwoch wird die EU-Kommission ihren Aktionsplan für die Automobilbranche vorstellen.

Die Nachfrage nach Elektroautos in Europa bleibt verhalten. Laut Daten des Branchenverbandes ACEA ging der Absatz im Jahr 2024 um 5,9 Prozent zurück. Diese Entwicklung stellt die Industrie vor Probleme, da strengere CO₂-Grenzwerte gelten. Wer den Anteil an Elektroautos nicht deutlich steigert, riskiert hohe Strafzahlungen. Die Branche drängt darauf, die Sanktionen abzumildern oder zu verschieben. Ob die Kommission diesen Forderungen nachkommt, ist bislang unklar, auch wenn sie ein Entgegenkommen angekündigt hat. Bisher war es so, dass die EU-Kommissarin Teresa Ribera sich offen für eine europäische E-Auto-Förderung zeigte. Am sogenannten Verbrennerverbot wollte sie aber nicht rütteln.

Sicher scheint zu sein, dass man das Thema Förderung erneut aufgreift. Bundeskanzler Scholz rief bereits Anfang des Jahres dazu auf, dass eine bessere Elektroauto-Förderung auf EU-Ebene stattfindet. Erste Signale für entsprechende Unterstützung waren im Verlauf des Januars zu sehen, wird nun durch den Reuters-Bericht nochmals untermauert.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Batterieproduktion in Europa. Geplant ist ein Ausbau, der die lokale Wertschöpfung erhöht. Diese Regelung könnte vor allem chinesische Importeure betreffen, die zunehmend auf dem europäischen Markt konkurrieren. Die Batterie ist der teuerste Bestandteil eines Elektroautos und macht etwa 30 bis 40 Prozent der Gesamtkosten aus. Derzeit dominieren chinesische Hersteller wie CATL und BYD den globalen Markt. Die europäische Batterieindustrie steht vor Herausforderungen. Das Unternehmen Northvolt kämpft mit finanziellen Schwierigkeiten. Um den Sektor zu stärken, sollen Hersteller in Europa gezielt gefördert werden. Auch ausländische Unternehmen könnten davon profitieren, sofern sie mit europäischen Firmen kooperieren. Die Zusammenarbeit soll den Technologieaustausch und den Zugang zu Know-how sichern.

Quelle: Reuters – EU für stärkere Förderung von Elektroautos und lokale Batterieproduktion

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Politik

Streit im ADAC: Technologieoffenheit findet keine Mehrheit

Streit im ADAC: Technologieoffenheit findet keine Mehrheit

Daniel Krenzer  —  

Alles auf Elektromobilität oder neutrale Haltung zu allen Antriebsformen? Im größten deutschen Automobilclub gibt es einen Richtungsstreit.

BGH weist Klimaklagen der DUH gegen BMW und Mercedes ab

BGH weist Klimaklagen der DUH gegen BMW und Mercedes ab

Sebastian Henßler  —  

Die Deutsche Umwelthilfe wollte BMW und Mercedes den Verkauf von Verbrennern ab 2030 verbieten lassen. Der BGH wies die Klagen nun endgültig ab.

Hormus-Blockade als Treiber für Elektromobilität?

Hormus-Blockade als Treiber für Elektromobilität?

Maria Glaser  —  

Der Krieg im Iran hält die internationale Politik in Atem, auch IEA-Chef Birol hat sich nun kritisch zu der Situation geäußert.

Wie die Hormus-Blockade globale Lieferketten unter Druck setzt

Wie die Hormus-Blockade globale Lieferketten unter Druck setzt

Michael Neißendorfer  —  

Zwar kommt Europa bei der Blockade der Straße von Hormus global gesehen derzeit sogar noch glimpflicher davon – aber die Zeit läuft.

Warum Europas Hersteller beim E-Auto bleiben müssen

Warum Europas Hersteller beim E-Auto bleiben müssen

Sebastian Henßler  —  

Stellantis, Honda, GM und Ford verbuchen Milliardenverluste bei Elektroautos. Ein Rückzug wäre laut Experten trotzdem die deutlich schlechtere Option.

Ionity-CEO kritisiert Politik und VDA: „Verwirrende Signale“

Ionity-CEO kritisiert Politik und VDA: „Verwirrende Signale“

Laura Horst  —  

Der Ionity-Chef kritisiert den Bundeskanzler und den VDA dafür, dass sie Verbraucher bezüglich E-Autos verunsichern, und fordert von der Politik klare Aussagen.

Benzinpreiskrise: Grüne in Bayern fordern Fokus auf E-Mobilität

Benzinpreiskrise: Grüne in Bayern fordern Fokus auf E-Mobilität

Michael Neißendorfer  —  

Bayern fördert Wasserstoff mit hohen Millionenbeträgen und knausert bei der E-Mobilität, so die Grünen. Sie fordern angesichts des Irankriegs ein Umdenken.