Eon Deutschland-Chef: „Flexiblen Tarifen gehört die Zukunft“

Eon Deutschland-Chef: „Flexiblen Tarifen gehört die Zukunft“
Copyright:

Shutterstock / 410991256

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sprach Filip Thon, CEO von Eon Energie Deutschland, über die Digitalisierung der Energiewende, die Energieversorgung der Zukunft und wie Verbraucherinnen und Verbraucher mit flexiblen Tarifen davon profitieren können. Eon als einem der führenden Versorger in Deutschland komme dabei eine Schlüsselrolle zu.

Die Energiewende in Deutschland ist in vollem Gange, wie der stetig wachsende Anteil an erneuerbaren Energien oder der Umstieg auf klimafreundliche Energielösungen wie etwa die Elektromobilität zeigen. Diese Transformation verändert die Energiewelt grundlegend und führt zu neuen Anforderungen an unser Energiesystem. Im RND-Interview unterstreicht Eon Deutschland-Chef Filip Thon welche Weichenstellungen es hierfür in den kommenden Jahren in Deutschland besonders braucht und macht klar: „Kunden haben die Chance, von der Energiewende zu profitieren. Das geht auf der Stromseite nur, wenn die Tarife flexibel werden. Daher: Flexiblen Tarifen gehört die Zukunft.“

Um Bezahlbarkeit und Stabilität der Energieversorgung zu gewährleisten, komme es nicht nur darauf an, die erneuerbaren Energieträger mit ihren wetter- und witterungsbedingten Schwankungen in das Energiesystem zu integrieren, sondern auch, diese volatilere Erzeugung und die Verbraucherseite intelligent in Einklang zu bringen. Thon erläutert dazu: „Wir laufen auf eine Stromlücke im Jahr 2030 zu. Ein maßgebliches Element zum Schließen der Lücke wird sein, die Nachfrage nach elektrischer Energie flexibler zu machen und dem Stromangebot anzupassen. Dadurch werden die Netze entlastet. Was übrigens auch die Preise dämpfen kann. Und der Kunde wird zum Mitgestalter der Energiewende.“

Dynamische und flexible Tarife werden den Energievertrieb in den kommenden Jahren maßgeblich prägen, so Thon. Doch worauf kommt es Eons Vertriebschef zufolge an, um diese in der breiten Bevölkerung langfristig erfolgreich zu machen? Thon sieht hier die Akzeptanz und Bereitschaft seitens der Kunden als entscheidenden Faktor, die eigenen Energielösungen wie E-Auto oder Wärmepumpe aktiv zu nutzen: „Wenn Sie ein Elektroauto fahren und Zugriff auf eine Wallbox zuhause haben, wird es spannend. Sie bekommen von uns einen Flex-Tarif, teilen uns mit, wann Sie ein vollgeladenes Auto haben wollen. Durch den Tarif sparen Sie 20 Euro pro Monat, weil wir die Möglichkeit haben, Ihr Auto dann zu laden, wenn der Strom preiswert ist. Mieter können ihre Waschmaschine laufen lassen, wenn der Strom günstiger ist. Es bringt also etwas, seinen Verbrauch zu kennen und Energie bewusst und effizient zu nutzen.

Smart Meter Rollout als Rückgrat der Energiewende

Das Ziel von Eon sei es, möglichst viele Verbraucherinnen und Verbraucher zuhause selbst zu Energiewende-Machern zu befähigen. Hierfür fehle es in Deutschland zuweilen aber noch immer an der technischen Infrastruktur. Insbesondere intelligente Stromzähler (sogenannte Smart Meter) würden aktuell noch bei vielen Kundinnen und Kunden Skepsis hervorrufen, während sie in anderen Ländern wie Dänemark, den Niederlanden und Norwegen längst Standard sind.

Thon resümiert: „In Deutschland schätzen wir bisher rund eine Million verbaute Smart Meter. Kunden, die mehr als 6000 Kilowattstunden im Jahr verbrauchen, bekommen nun ab dem neuen Jahr einen Smart Meter automatisch eingebaut“. Wer weniger verbraucht, könne sich freiwillig einen intelligenten Stromzähler installieren lassen. „Wir wollen und werden Aufklärungsarbeit leisten, denn Smart Meter sind entscheidend, um die Energiewelt von morgen intelligent steuern zu können. Sprich, um zukünftig das immer volatilere Energieangebot durch erneuerbare Energien mit der Kundennachfrage in Einklang zu bringen und nebenbei auch die Energiekosten im Griff zu behalten.

Quelle: Eon – Pressemitteilung vom 11.10.2024

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto laden

Smart-Meter-Quote steigt – doch viele hinken hinterher

Smart-Meter-Quote steigt – doch viele hinken hinterher

Sebastian Henßler  —  

Die Bundesnetzagentur leitet Verfahren gegen 77 Messstellenbetreiber ein, die kein einziges Smart-Meter verbaut haben.

Vattenfall: Schnellladen ab 0,44 Euro pro kWh – auch ad hoc

Vattenfall: Schnellladen ab 0,44 Euro pro kWh – auch ad hoc

EAN Redaktion  —  

Schnellladen ab 0,44 Euro pro Kilowattstunde ohne Abo oder Startgebühr: Vattenfall InCharge setzt an seinen Stationen auf transparente Preise.

„Charging Success Rate“: Neue Kennzahl soll Ladeerlebnis verbessern

„Charging Success Rate“: Neue Kennzahl soll Ladeerlebnis verbessern

Tobias Stahl  —  

Eine neue Kennzahl soll Probleme an öffentlichen Ladesäulen identifizieren und das Nutzererlebnis verbessern. Was hinter der Charging Success Rate steckt.

OctoFlexBW: Wenn das E-Auto zum Netzstabilisator wird

OctoFlexBW: Wenn das E-Auto zum Netzstabilisator wird

Sebastian Henßler  —  

TransnetBW und Octopus Energy zeigen mit OctoFlexBW, wie Elektroautos aus Privathaushalten zur Netzstabilisierung beitragen können.

Denza Z9GT bringt Flash Charging nach Europa

Denza Z9GT bringt Flash Charging nach Europa

Sebastian Henßler  —  

Der Denza Z9GT kommt mit BYDs Flash Charging nach Europa. Von zehn auf 70 Prozent in fünf Minuten, selbst bei extremer Kälte soll es kaum länger dauern.

So soll KI das Warten an Ladesäulen verkürzen

So soll KI das Warten an Ladesäulen verkürzen

Sebastian Henßler  —  

Laden so planbar wie Tanken: Scheidt und Bachmann setzt auf KI-gestützte Prognosen, um Auslastung und Verfügbarkeit an Ladepunkten zu optimieren.

Experte: Warum Laden kein Erlebnis sein sollte

Experte: Warum Laden kein Erlebnis sein sollte

Sebastian Henßler  —  

Matthias Speicher erklärt, warum das beste Ladeerlebnis unsichtbar bleibt und kleine Friktionen Vertrauen im Lademarkt zerstören.