Das öffentliche Laden von Elektroautos ist in den vergangenen Jahren wieder günstiger geworden – und wird es aktuell weiterhin. Wie die Automobilwoche analysiert, liegt das nicht nur an fallenden Strompreisen, sondern auch am zunehmenden Wettbewerb unter den Ladesäulenbetreibern. Zuletzt war bekanntgeworden, dass die Auslastung öffentlicher Ladepunkte im vergangenen Jahr bei lediglich zwölf Prozent lag, denn es gibt inzwischen sehr viel mehr Ladeinfrastruktur, als das manch ein Verbrennerfahrer wahrhaben mag.
Nachdem im Oktober 2024 der durchschnitt der DC-Ladepreise noch bei 0,95 Euro pro Kilowattstunde gelegen habe und der gewichtete Durchschnitt, der günstige Lademöglichkeiten wie die meisten Kunden bevorzugt einrechnet, noch 0,75 Euro, so waren es im April diesen Jahres nur noch 0,76 Euro im Schnitt sowie 0,65 Euro gewichtet. Bei einem Verbrauch von 20 kWh pro 100 Kilometer sind die Kosten also um gut zwei Euro demnach also auf 13 Euro (gewichtete Berechnung) gefallen, wenn man nur öffentlich lädt – wobei das natürlich bei entsprechender Planung auch günstiger geht.
Markt steht wohl vor Konsolidierung
„Wir kommen gerade von einer Marktphase der Ladesäulen-Knappheit in eine Sättigung“, wird Axel Sprenger, Geschäftsführer des auf E-Mobilität spezialisierten Marktforschers UScale, zitiert. Aral-Vorstand Alexander Junge stellt zudem fest, dass sich die Ziele der Ladesäulenbetreiber zuletzt ändern, und zwar vom Ziel eines möglichst hohen Marktanteils hin zur Profitabilität. Aral wollte eigentlich inzwischen Geld mit den eigenen Ladepunkten verdienen, noch sei dieses Ziel nicht erreicht. Bis 2030 soll es aber soweit sein.
Wie andere große Betreiber, allen voran EnBW, setzt Aral den Ausbau der Ladeinfrastruktur dennoch weitestgehend unbeirrt fort. Doch das kann nicht jeder, wie die Automobilwoche mit Blick auf kleinere Betreiber feststellt: „Ihnen fehlen einerseits das Kapital, um das Wachstum der Marktführer mitzugehen und andererseits durch die fehlende Größe die Skalierungsmöglichkeiten, um im Preiswettbewerb mitzuhalten.“
„Wer künftig im Lademarkt bestehen will, braucht eine kritische Größe, um in der Fläche präsent zu sein. 20 Ladesäulen um den Kirchturm herum reichen nicht. Es wird auf jeden Fall eine weitere Marktbereinigung geben“, sagt Junge. Das dürfte viele kleine Anbieter aus dem Markt verdrängen, und selbst größere Betreiber wie BayWa und Total Energies wollen offenbar ihre Ladepunkte wieder loswerden.
Experten gehen dem Bericht zufolge davon aus, dass auch gut eine Hand voll der größten Anbieter in den kommenden beiden Jahren verschwinden wird. Und wortwörtlich neue Dynamiken in den Wettbewerb könnten dynamische Strompreise bringen, die in der nicht allzu fernen Zukunft erwartet werden. Dann könnte es wie bei Tankstellen auch darum gehen, live die meisten Kunden mit guten Preisen an die eigenen Ladestationen zu locken, ohne dabei die Marge komplett aufs Spiel zu setzen.
Quelle: Automobilwoche – Preiskampf auf dem Lademarkt gewinnt an Fahrt









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