E-Auto laden wird günstiger – auch wegen des Wettbewerbs

E-Auto laden wird günstiger – auch wegen des Wettbewerbs
Copyright:

Aral

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Das öffentliche Laden von Elektroautos ist in den vergangenen Jahren wieder günstiger geworden – und wird es aktuell weiterhin. Wie die Automobilwoche analysiert, liegt das nicht nur an fallenden Strompreisen, sondern auch am zunehmenden Wettbewerb unter den Ladesäulenbetreibern. Zuletzt war bekanntgeworden, dass die Auslastung öffentlicher Ladepunkte im vergangenen Jahr bei lediglich zwölf Prozent lag, denn es gibt inzwischen sehr viel mehr Ladeinfrastruktur, als das manch ein Verbrennerfahrer wahrhaben mag.

Nachdem im Oktober 2024 der durchschnitt der DC-Ladepreise noch bei 0,95 Euro pro Kilowattstunde gelegen habe und der gewichtete Durchschnitt, der günstige Lademöglichkeiten wie die meisten Kunden bevorzugt einrechnet, noch 0,75 Euro, so waren es im April diesen Jahres nur noch 0,76 Euro im Schnitt sowie 0,65 Euro gewichtet. Bei einem Verbrauch von 20 kWh pro 100 Kilometer sind die Kosten also um gut zwei Euro demnach also auf 13 Euro (gewichtete Berechnung) gefallen, wenn man nur öffentlich lädt – wobei das natürlich bei entsprechender Planung auch günstiger geht.

Markt steht wohl vor Konsolidierung

„Wir kommen gerade von einer Marktphase der Ladesäulen-Knappheit in eine Sättigung“, wird Axel Sprenger, Geschäftsführer des auf E-Mobilität spezialisierten Marktforschers UScale, zitiert. Aral-Vorstand Alexander Junge stellt zudem fest, dass sich die Ziele der Ladesäulenbetreiber zuletzt ändern, und zwar vom Ziel eines möglichst hohen Marktanteils hin zur Profitabilität. Aral wollte eigentlich inzwischen Geld mit den eigenen Ladepunkten verdienen, noch sei dieses Ziel nicht erreicht. Bis 2030 soll es aber soweit sein.

Wie andere große Betreiber, allen voran EnBW, setzt Aral den Ausbau der Ladeinfrastruktur dennoch weitestgehend unbeirrt fort. Doch das kann nicht jeder, wie die Automobilwoche mit Blick auf kleinere Betreiber feststellt: „Ihnen fehlen einerseits das Kapital, um das Wachstum der Marktführer mitzugehen und andererseits durch die fehlende Größe die Skalierungsmöglichkeiten, um im Preiswettbewerb mitzuhalten.“

„Wer künftig im Lademarkt bestehen will, braucht eine kritische Größe, um in der Fläche präsent zu sein. 20 Ladesäulen um den Kirchturm herum reichen nicht. Es wird auf jeden Fall eine weitere Marktbereinigung geben“, sagt Junge. Das dürfte viele kleine Anbieter aus dem Markt verdrängen, und selbst größere Betreiber wie BayWa und Total Energies wollen offenbar ihre Ladepunkte wieder loswerden.

Experten gehen dem Bericht zufolge davon aus, dass auch gut eine Hand voll der größten Anbieter in den kommenden beiden Jahren verschwinden wird. Und wortwörtlich neue Dynamiken in den Wettbewerb könnten dynamische Strompreise bringen, die in der nicht allzu fernen Zukunft erwartet werden. Dann könnte es wie bei Tankstellen auch darum gehen, live die meisten Kunden mit guten Preisen an die eigenen Ladestationen zu locken, ohne dabei die Marge komplett aufs Spiel zu setzen.

Quelle: Automobilwoche – Preiskampf auf dem Lademarkt gewinnt an Fahrt

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto laden

BYD-Megawattladen: Debatte um Bedarf in Deutschland

BYD-Megawattladen: Debatte um Bedarf in Deutschland

Sebastian Henßler  —  

Reicht ein Netz aus 300 bis 400 Kilowatt starken Ladepunkten, oder braucht der Massenmarkt künftig Megawatt-Laden für Elektroautos in Deutschland?

Dieses E-Auto erzeugt mehr Strom, als es zum Fahren braucht

Dieses E-Auto erzeugt mehr Strom, als es zum Fahren braucht

Michael Neißendorfer  —  

Kann ein Elektroauto mehr Energie erzeugen, als es während des alltäglichen Fahrens verbraucht? Das „Ja“ bei diesem mit BMW entwickelten Prototyp ist eindeutig.

ISE-Forscher: Netzausbau wichtiger als Megawatt-Laden

ISE-Forscher: Netzausbau wichtiger als Megawatt-Laden

Sebastian Henßler  —  

Fraunhofer-Forscher Andreas Hensel ordnet aktuelle Megawatt-Ankündigungen als Marketinginstrument ein, denn der eigentliche Engpass liegt beim Netz selbst.

5 Tipps: So lassen sich Ladeverluste beim E-Auto gering halten

5 Tipps: So lassen sich Ladeverluste beim E-Auto gering halten

Daniel Krenzer  —  

Beim Laden eines E-Autos können bis zu 24 Prozent Energie verloren gehen. Der ADAC zeigt, wie sich Ladeverluste mit fünf einfachen Tipps verringern lassen.

E-Autos als Stromspeicher: EU-Kommission schlägt V2G-Pflicht vor

E-Autos als Stromspeicher: EU-Kommission schlägt V2G-Pflicht vor

Tobias Stahl  —  

Die EU-Kommission will Europa zum „ersten elektrifizierten Kontinent“ machen. Elektroautos sollen dabei eine zentrale Rolle als Energiespeicher einnehmen.

Warum Strom in Deutschland so teuer ist

Warum Strom in Deutschland so teuer ist

Sebastian Henßler  —  

Deutschland zahlt laut IEA-Bericht den höchsten Strompreis für Haushalte weltweit, Kapitalkosten spielen dabei eine größere Rolle als oft angenommen.

Tibber-Studie: E-Auto-Laden mit Solarstrom lohnt sich

Tibber-Studie: E-Auto-Laden mit Solarstrom lohnt sich

Sebastian Henßler  —  

Eine Tibber-Auswertung zeigt, dass automatisiertes Solarladen PV-Haushalten mit E-Auto im Schnitt 171 Euro Ersparnis pro Jahr bringt.