ElringKlinger erhält Großserienauftrag von BMW

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ElringKlinger

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Ein positives Beispiel für eine gelungene Transformation in der Zulieferer-Branche: ElringKlinger, ein baden-württembergischer Automobilzulieferer aus Dettingen an der Erms mit globaler Aufstellung und einem breiten Produktspektrum für die Elektromobilität, hat einen neuen volumenstarken Großserienauftrag über eine Laufzeit von mehreren Jahren erhalten. Der Konzern wird einer aktuellen Mitteilung zufolge die BMW Group mit Zellkontaktiersystemen für die neue Serie von Elektromodellen ihrer Neuen Klasse beliefern.

Dieser Auftrag freut uns sehr und ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg der Transformation von ElringKlinger“, kommentiert Dr. Stefan Wolf, Vorstandsvorsitzender der ElringKlinger AG. Er trage dazu bei, im Jahr 2030 einen Umsatz von mehr als 3 Milliarden Euro zu erzielen. „Gerade durch Aufträge wie diese in unseren strategischen Zukunfts­feldern der Elektromobilität und des Leichtbaus werden wir bis zum Ende des Jahrzehnts weiter profitabel wachsen“, so der Manager.

Mit diesem Auftrag habe der Geschäftsbereich E-Mobility eine weitere volumenstarke Serien­nominierung über Batteriekomponenten gewonnen. Jürgen Weingärtner, Senior Vice President Electric Drive and Battery Technology, hält dazu fest: „Mit unserem Zellkontaktiersystem erfüllen wir höchste Ansprüche an Technologie und Qualität. Gerade weil der Entwicklungs- und Produktionsprozess für Zellkontaktiersysteme auf den Kernfähigkeiten von ElringKlinger basiert, ermöglicht er einen hohen Wertschöpfungsanteil im Konzern“. Insgesamt unterstreiche der Auftrag die hohe Kompetenz von ElringKlinger in der Batterietechnologie.

Zellkontaktiersysteme sind Teil des breiten Produktportfolios von ElringKlinger für die nächste Gene­ration der Mobilität und werden bereits seit mehr als zehn Jahren in Serie hergestellt. Sie können in verschiedenen Ausbaustufen exakt auf Kundenanforderungen abgestimmt werden. Sie werden auf den Zellverbund aufgesetzt und verschweißt und beinhalten neben den funktio­nellen Aufgaben des Spannungsabgriffs auch die Spannungs- und Temperatursensorik.

Die Serienfertigung der Zellkontaktier­systeme erfolge auf vollautomatisierten Anlagen. Der europäische Produktionsstart des Auftrags ist für 2025 im baden-württembergischen Neuffen vorgesehen. Anschließend beginne die Fertigung und Auslieferung auch für den asiatischen Markt. Bis zum Start will ElringKlinger einen Betrag im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich in neue Produktionsanlagen und Infrastrukturmaßnahmen investieren.

Umsätze auf Rekordniveau

Zuletzt hatte ElringKlinger bei der Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das erste Quartal 2023 „ Umsatzerlöse in Rekordhöhe“ mitteilen können. ElringKlinger sei „mit seiner konsequenten und frühzeitigen Ausrichtung auf die Elektromobilität in Verbindung mit einer starken Position im klassischen Geschäft voll auf Kurs“, so der Vorstandsvorsitzende Stefan Wolf.

Der Erfolg zeigt sich auch bei den Mitarbeiterzahlen: Während im ElringKlinger-Konzern zum letztjährigen Quartalstichtag 9396 Mitarbeiter:innen beschäftigt waren, stieg diese Zahl zum 31. März 2023 um 2,5 Prozent auf 9635 Beschäftigte – in einer Zeit, in der viele andere Zulieferer Stellen abbauen. Vor allem in den Regionen Asien-Pazifik und Deutschland verstärkte der Konzern seine Belegschaft. In Deutschland fand der Aufbau unter anderem im strategischen Zukunftsbereich der Brennstoffzellentechnologie statt. Der Konzern bestätigte seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2023 und geht weiterhin von einer Umsatzentwicklung aus, die deutlich über dem globalen Marktniveau liegen soll.

Interessante Randnotitz: ElringKlinger hatte bereits 2017 davon gesprochen, sich von der Elektromobilität Umsatzgewinne zu erhoffen, und sich frühzeitig dementsprechend positioniert. Eine Strategie, die nun ganz offensichtlich Früchte trägt.

Quelle: ElringKlinger – Pressemitteilung vom 05.05.2023

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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