Elektroautos tankten 2025 bis zu 56 Prozent günstiger als Verbrenner

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Michael Neißendorfer
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Die Antriebskosten von E-Autos waren im vergangenen Jahr wie schon in den Jahren zuvor deutlich niedriger als die von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Wer ein E-Auto der Mittel- oder Oberklasse zu Hause auflud, hatte im Vergleich zu einem Benziner rund 56 Prozent niedrigere Antriebskosten. Im Vergleich zu Dieselfahrzeugen lagen die Kosten noch rund 30 Prozent niedriger. Das ergibt eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Verivox.

Im Jahr 2025 lag der durchschnittliche Stromverbrauch von Elektroautos der Mittel- und Oberklasse bei 16,86 Kilowattstunden (kWh) pro 100 Kilometer. Bei einem durchschnittlichen Haushalts-Strompreis von 34,76 Cent/kWh entstanden dadurch Kosten von 5,86 Euro pro 100 Kilometer. Hochgerechnet auf eine jährliche Fahrleistung von 12.000 Kilometern ergaben sich somit Ladekosten von 703 Euro.

Benziner der gleichen Fahrzeugklasse verbrauchten im Durchschnitt 7,9 Liter pro 100 Kilometer. Bei einem durchschnittlichen Benzinpreis von 1,688 Euro pro Liter beliefen sich die Kosten für 100 Kilometer auf 13,34 Euro und für 12.000 Kilometer auf rund 1600 Euro – mehr als doppelt so viel wie die Ladekosten für ein E-Auto. Diesel-Pkw verbrauchten durchschnittlich 5,2 Liter. Mit einem Dieselpreis von 1,611 Euro pro Liter entstanden Kosten von 8,38 Euro pro 100 Kilometer, bzw. 1005 Euro für 12.000 Kilometer.

Verivox

Bei Kleinwagen und Kompaktmodellen fielen die durchschnittlichen Verbräuche insgesamt niedriger aus (Strom 15,9 kWh/100 km, Benzin 6 Liter/100 km, Diesel 4,8 Liter/100 km). Doch auch hier fuhren E-Autos gegenüber Benzinern noch 45 Prozent und gegenüber Dieselfahrzeugen 29 Prozent günstiger.

Verivox

Preisvorteil von E-Autos abhängig von der Ladesituation

Wer das E-Auto nicht zu Hause, sondern an einer öffentlichen Ladesäule auftankte, musste jedoch deutlich mehr bezahlen. Hier lag der durchschnittliche Kilowattstundenpreis bei 52 Cent/kWh bei Normalladung (Wechselstrom) beziehungsweise 60 Cent/kWh bei Schnellladung (Gleichstrom). Die Kosten für 100 km lagen bei 8,77 Euro bzw. 10,12 Euro. Das entspricht 1052 Euro bzw. 1214 Euro für 12.000 km Jahresfahrleistung.

Entsprechend schmolz der Preisvorteil von Strom an öffentlichen Ladesäulen mit herkömmlicher Aufladung gegenüber Benzin auf 34 Prozent, Diesel war sogar 5 Prozent günstiger als Strom. Bei der teureren Schnellladung an öffentlichen Ladesäulen, die meist nur auf Langstrecken entlang Autobahnen und Schnellstraßen genutzt wird, lag der Preisvorteil gegenüber Benzin nur noch bei 24 Prozent, verglichen mit Diesel wäre das Betanken des Stromers dann sogar 21 Prozent teurer. Würde man allerdings auch bei Verbrennern die deutlich höheren Kosten für Benzin und Diesel an Autobahnen einrechnen, mit Aufschlägen von bis zu 40 Cent pro Liter, wie der ADAC errechnet hat, wäre der Preisvorteil gegenüber dem Benziner auch beim Schnellladen noch deutlich höher und beim Diesel wieder dahin.

„Wer an einer Wallbox zu Hause aufladen kann und einen durchschnittlichen Strompreis bezahlt, hat mit dem E-Auto deutlich niedrigere Antriebskosten als mit einem Verbrenner“, sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. „Wer hingegen regelmäßig auf öffentliche Ladesäulen angewiesen ist, profitiert finanziell deutlich weniger.“

Zur Methodik

Laut einer Umfrage des Energieversorgers Eon im Jahr 2025 laden 71 Prozent der Besitzerinnen und Besitzer von Elektroautos in der Regel zu Hause auf. Daher ist für einen Kostenvergleich der durchschnittliche Strompreis für Haushalte (34,76 Cent/kWh im Jahr 2025) ausschlaggebend. An öffentlichen Ladesäulen können je nach Anbieter und Aufladungsart aber auch deutlich höhere Kosten entstehen. Der Ökostromanbieter Lichtblick hat die Durchschnittspreise für Ladesäulen im Juni 2025 erhoben.

Die durchschnittlichen Benzin- und Dieselpreise stammen vom ADAC. Die Verbrauchswerte der unterschiedlichen Antriebsarten wurden dem Energiekostenvergleich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie entnommen. Sie beruhen auf der Auswertung der jeweils drei meistverkauften Fahrzeugmodelle in den Segmenten Kleinwagen/Kompaktklasse und Mittel-/Oberklasse und der jeweiligen benötigten Antriebsenergie nach Worldwide harmonised Light vehicle Test Procedure (WLTP).

Die durchschnittliche Fahrleistung richtet sich nach den aktuellsten Zahlen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis wurde anhand des Verivox Haushaltspreis Strom erhoben.

Quelle: Verivox – Pressemitteilung vom 02.02.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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