Versicherungstarife für E-Autos oft teurer als für Verbrenner

Versicherungstarife für E-Autos oft teurer als für Verbrenner
Copyright:

Shutterstock / 790895131

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Lange war die Versicherung für Elektroautos pauschal günstiger als für Verbrenner. Nun zeigen Modellrechnungen des Vergleichportals Verivox, dass Versicherer bei etwa der Hälfte der Vollkaskotarife für die Stromer mittlerweile höhere Preise verlangen als für vergleichbare Verbrenner. Die Versicherungsbeiträge für E-Autos sind demnach unter sonst gleichen Bedingungen bis zu 44 Prozent teurer als derselbe Tarif für das Pendant mit Verbrennungsmotor.

In Modellrechnungen sind Vollkaskotarife für einen BMW iX3 mit Elektroantrieb bis zu 44 Prozent teurer als für das gleiche Modell mit Verbrennungsmotor – obwohl beide in denselben Typklassen liegen. Von den Tarifen, die der Modellfahrer* für beide Modelle wählen kann, sind knapp die Hälfte (rund 49 Prozent) für das E-Modell teurer. Günstiger ist die Versicherung für den Stromer nur bei rund 32 Prozent der Tarife. Bei 19 Prozent der Angebote liegen die Kosten gleichauf.

Für das Elektro-SUV Škoda Enyaq sind die Tarife bis zu 18 Prozent teurer als für den Kodiaq, sein typklassengleiches Benziner-Pendant. Insgesamt sind rund 40 Prozent der Angebote teurer und nur 35 Prozent günstiger. Gleichstand erreichen die beiden bei rund 26 Prozent der Tarife.

„Versicherer haben E-Autos lange Zeit per se günstiger bepreist als Benziner“, sagt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. „Zum einen lagen nicht ausreichend Schadensdaten vor und zum anderen wollten Versicherer sich auf einem jungen Wachstumsmarkt positionieren. Doch die Zeit der pauschalen Vorschusslorbeeren für E-Autos ist vorbei.“

Noch gibt es sie: Prämienvorzüge fürs E-Auto

Mittlerweile zeigen Langzeitdaten, dass Elektroautos zwar seltener Schäden verursachen, diese dann jedoch oft teurer sind. Das schlägt insbesondere in der Vollkasko zu Buche. Die Vertriebsstrategien der Versicherer unterscheiden sich jedoch: Einige Versicherer wollen nach wie vor ihren Kundenstamm unter E-Auto-Fahrern erweitern. Dafür nutzen sie günstige Preise als Vertriebsinstrument.

Wie unterschiedlich Versicherer bei der Tarifierung für Elektroautos vorgehen, zeigen auch die Modellrechnungen: Im besten Fall zahlt der Fahrer 23 Prozent weniger. Bei den Škoda Enyaq-Kodiaq-Geschwistern beträgt der Kostenvorteil gegenüber dem Verbrenner bis zu 18 Prozent.

„E-Auto-Fahrer sollten Versicherungen gründlich vergleichen, bevor sie sich für eine Police entscheiden“, rät Aljoscha Ziller. „Neben dem Preis sollten sie auch darauf achten, dass wichtige Leistungen enthalten sind – insbesondere zum Schutz des teuren Akkus. Hier unterscheiden sich die Tarife noch stark.“

*Für die Analyse hat Verivox die Vollkasko-Versicherung berechnet für einen 45-jährigen Berliner mit einer jährlichen Fahrleistung von 12.000 km, Schadenfreiheitsklasse 15. Die Auswertung umfasst über 400 Tarife von rund 70 Versicherern.

Quelle: Verivox – Pressemitteilung vom 27.01.2026

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Analysen

Schwellenländer ziehen an, USA fallen zurück: 2026 fährt jeder vierte Neuwagen elektrisch

Schwellenländer ziehen an, USA fallen zurück: 2026 fährt jeder vierte Neuwagen elektrisch

Tobias Stahl  —  

Laut BloombergNEF fährt 2026 bereits jeder vierte Neuwagen elektrisch. Bis 2035 soll der Anteil auf über 50 Prozent steigen – doch einzelne Länder könnten zurückfallen.

Studie: China-Marken bauen Europa-Anteil 2026 stark aus

Studie: China-Marken bauen Europa-Anteil 2026 stark aus

Sebastian Henßler  —  

Gut 420.000 neue E-Autos aus China sind 2026 in Europa prognostiziert. EU-Zölle zwingen die Hersteller dabei zunehmend zur lokalen Fertigung in der Region.

E-Auto-Boom durch Ölkrise: Wie lange hält das?

E-Auto-Boom durch Ölkrise: Wie lange hält das?

Sebastian Henßler  —  

Steigende Spritpreise durch den Iran-Konflikt beflügeln Europas E-Auto-Markt. Manager sind sich uneinig, ob der Effekt von Dauer ist.

Günstiger E-Auto-Einstieg wird auf dem Gebrauchtmarkt enger

Günstiger E-Auto-Einstieg wird auf dem Gebrauchtmarkt enger

Sebastian Henßler  —  

Spritpreise über zwei Euro je Liter befeuern die Nachfrage nach günstigen Elektro-Gebrauchtwagen – doch das Angebot unter 25.000 Euro schrumpft stark.

BMW iX3 gewinnt Reichweiten-Test in Norwegen

BMW iX3 gewinnt Reichweiten-Test in Norwegen

Daniel Krenzer  —  

Der BMW iX3 gewinnt den norwegischen Reichweiten-Test NAF El Prix 2026. Dahinter gibt es einige positive wie auch negative Überraschungen.

Studie: Biokraftstoffe verschärfen Lebensmittelkrise

Studie: Biokraftstoffe verschärfen Lebensmittelkrise

Daniel Krenzer  —  

Die Nachfrage nach Biokraftstoffen könnte bis 2030 um 70 Prozent steigen. Experten warnen vor steigenden Lebensmittelpreisen.

Förderung und Iran-Krise beflügeln Privatkäufe von E-Autos

Förderung und Iran-Krise beflügeln Privatkäufe von E-Autos

Sebastian Henßler  —  

Im Mai erreichten E-Autos im Privatmarkt einen Anteil von 36,4 Prozent, der höchste Wert des Jahres. Prämie und Spritpreise wirken als doppelter Rückenwind.