Auf dem globalen Markt überschritten Elektroautos 2025 erstmals die 25-Prozent-Marke bei den Neuzulassungen. Laut einer Analyse der Non-Profit-Organisation ICCT (International Council on Clean Transportation) treiben vor allem Schwellenländer wie Vietnam, Thailand und die Türkei das schnelle Wachstum bei den Elektroautos voran.
Während Elektroautos im Jahr 2024 noch einen Anteil von 21 Prozent des weltweiten Absatzes ausmachten, stieg der Anteil im vergangenen Jahr auf 25 Prozent. Mit einem Anteil von fast 50 Prozent der Verkäufe bleibt China zwar führend, die Schwellenländer verzeichnen aber deutlich schnellere Wachstumsraten.
Vietnam führend unter den Schwellenländern
Unter den aufstrebenden Märkten führt Vietnam, wo Elektroautos in der ersten Jahreshälfte 2025 etwa 40 Prozent der Pkw-Verkäufe ausmachten, gegenüber nahezu null Prozent in 2020. Angetrieben wird das Wachstum in dem südostasiatischen Land zum einen durch den heimischen Hersteller Vinfast, aber auch durch fiskalische Maßnahmen.
Die Schwellenländer profitieren laut dem ICCT insgesamt von einer Kombination aus fiskalischen Maßnahmen, einer starken lokalen Produktion und kostengünstigen Importen aus China. In Thailand lag der E-Auto-Absatzanteil bei 28 Prozent, in der Türkei bei 22 Prozent und in Indonesien bei 14 Prozent, was einer Verdoppelung entspricht. Alle genannten Länder übertrafen die globale durchschnittliche Wachstumsrate.
Pariser Klimaziele könnten noch eingehalten werden
„Wir sehen bemerkenswerte Fortschritte, insbesondere in Schwellenländern, in denen Elektroautos zunehmend zugänglich werden. Vietnam, Thailand, die Türkei und Indonesien zeigen, dass eine schnelle Einführung von E-Autos mit der richtigen Kombination aus Finanzpolitik und Industriestrategie möglich ist“, sagte Arijit Sen, leitender Forscher am ICCT.
„Der weltweite Übergang zu Elektroautos schreitet voran, angetrieben durch Marktkräfte und zukunftsorientierte Maßnahmen in wichtigen Volkswirtschaften“, ergänzte Sen. Durch die in den letzten vier Jahren verabschiedeten Maßnahmen könne man bis 2020 die CO₂-Emissionen um 20 Milliarden Tonnen senken, was mehr als 25 Prozent der durch das Pariser Abkommen festgelegten Einsparung entspricht. Nach Einschätzung der ICCT ist es weiterhin möglich, die Pariser Klimaziele vollständig einzuhalten. Dafür sei jedoch eine „breitere Umsetzung ehrgeiziger Maßnahmen“ nötig.
Gleichzeitig werden neue Richtlinien laut der NGO langsamer eingeführt, während Regierungen mit strengen Vorschriften kurzfristige Flexibilisierungen eingeführt haben, etwa die Europäische Union und das Vereinigte Königreich. Auf der anderen Seite entwickeln die Schwellenländer wie Vietnam, Thailand, Mexiko und Indien derzeit zahlreiche Maßnahmen, die in Zukunft dazu beitragen könnten, die CO₂-Emissionen zu verringern.
USA widersetzen sich dem globalen Trend
Die USA stehen laut dem Bericht in starkem Kontrast zu den weltweiten Trends. Sollten alle vorgeschlagenen Rücknahmen früherer Vorschriften umgesetzt werden, würden die Vereinigten Staaten laut der Prognose des ICCT fast alle zwischen 2021 und 2025 erzielten Gewinne im Elektroautobereich verlieren. Zudem würden nur 14 Prozent der CO₂-Ziele erreicht, gegenüber 60 Prozent ohne die Rücknahmen.
„In einer Zeit, in der der globale Markt für Elektroautos ein explosives Wachstum und innovative Entwicklungen erlebt, bewegt sich die US-Politik rückwärts und versetzt die amerikanischen Autohersteller in einen schweren Wettbewerbsnachteil in einem Markt, der in Zukunft weltweit dominieren wird“, erklärte Rachel Muncrief, Interim-Präsidentin des ICCT. Durch die politische Kehrtwende laufe das Land Gefahr, von China, Europa und den Schwellenländern abgehängt zu werden, die ihre Elektroautoindustrie aufbauen und Marktanteile gewinnen.
Quelle: International Council on Clean Transportation – Electric vehicles capture 25% of global passenger car market as growth rates in emerging economies outpace established leaders







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