Verbände fordern Durchleitungsmodell beim E-Auto-Laden

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Michael Neißendorfer
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Fairer Wettbewerb an der Ladesäule, unkompliziertes Laden für alle: Mit dem Durchleitungsmodell für Ladestromtarife könnten Politik und Wirtschaft die öffentliche Ladeinfrastruktur deutlich nutzerfreundlicher gestalten – und den Umstieg auf E-Mobilität spürbar beschleunigen. Darauf machen der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) und der Bundesverband Betriebliche Mobilität (BBM) in einem aktuellen gemeinsamen Positionspapier aufmerksam.

Darin fordern ZDK, VDIK und BBM die Bundesregierung dazu auf, die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen zügig anzupassen, damit das Durchleitungsmodell flächendeckend zur Anwendung kommen kann. „Wer Elektromobilität in der Breite verankern will, muss die Ladeinfrastruktur konsequent aus Sicht der Nutzer denken“, betont ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. „Intransparente, teils hohe Ladetarife und ein Wirrwarr aus Bezahlkarten und Abrechnungssystemen schrecken viele Verbraucher noch immer vom E-Auto ab. Das Durchleitungsmodell kann diesen Knoten lösen – und zu einem echten Game-Changer werden.“

Das Durchleitungsmodell gewährt Stromanbietern einen diskriminierungsfreien Zugang zu öffentlichen Ladesäulen und ermöglicht es so dem Kunden, den eigenen Stromtarif auch im öffentlichen Raum zu nutzen – unabhängig vom Betreiber. Es sorge für mehr Transparenz, einheitliche Abrechnung und echte Wahlfreiheit, so die Verbände.

VDIK-Präsidentin Imelda Labbé: „Das Durchleitungsmodell ist die richtige Antwort auf zwei große Hürden für den Hochlauf der Elektromobilität, nämlich hohe Strompreise und Unsicherheit an öffentlichen Ladesäulen. Darauf hatte der VDIK bereits in seiner Stellungnahme zum Referentenentwurf hingewiesen. E-Auto-Fahrer sollen selbst entscheiden können, ob sie das Durchleitungsmodell oder die Angebote der Ladesäulenbetreiber nutzen wollen. Die Grundlagen dafür müssen nun rasch geschaffen werden.“

„Dass das Modell überzeugend funktioniert, sehen wir bereits bei dem Deutschlandnetz für Lkw. Der Ausbau für alle Elektrofahrzeuge ist da der logische Schritt. Das Durchleitungsmodell fördert fairen Wettbewerb, senkt die Kosten für Halter von Elektrofahrzeugen und vereinfacht die Nutzung von Ladeinfrastruktur erheblich. Wer den Erfolg von Elektrofahrzeugen in deutschen Fuhrparks als Turbo für steigende Zulassungszahlen und einen funktionierenden E-Gebrauchtwagenmarkt im Blick hat, muss handeln“, kommentiert Axel Schäfer, Geschäftsführer des BBM.

„Jetzt braucht es den politischen Willen, dieses Modell endlich in die Fläche zu bringen“

In dem gemeinsamen Positionspapier zeigen ZDK, VDIK und BBM auf, wie das Modell rechtlich, technisch und marktseitig weiterentwickelt werden kann, um langfristig ein faires, wettbewerbliches und verbraucherfreundliches Marktdesign beim öffentlichen Laden zu gewährleisten.

„Jetzt braucht es den politischen Willen, dieses Modell endlich in die Fläche zu bringen“, fordert Peckruhn. „Mit dem Durchleitungsmodell existiert eine Lösung, die funktioniert, die Kunden entlastet und echten Wettbewerb ermöglicht. Wenn wir sie nicht nutzen, vergeben wir die Chance auf ein Ladeangebot, das Vertrauen schafft und den Hochlauf der Elektromobilität spürbar beschleunigen kann.“

Die drei Verbände kritisieren, dass das Durchleitungsmodell im „Masterplan Ladeinfrastruktur 2030“ des BMV keine Berücksichtigung findet – obwohl es zentrale Hürden für Verbraucher und Unternehmen abbauen und den Markt deutlich nutzerfreundlicher machen könnte. ZDK, VDIK und BBM rufen daher die Bundesregierung auf, die Einbindung des Durchleitungsmodells erneut zu prüfen, um die Ladeinfrastruktur transparenter, wettbewerblicher und konsequent kundenorientiert weiterzuentwickeln.

Quelle: ZDK – Pressemitteilung vom 20.11.2025

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Michael Neißendorfer

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Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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