E-Autos länger steuerfrei: Was kostet das den Staat?

E-Autos länger steuerfrei: Was kostet das den Staat?
Copyright:

Shutterstock / 400634026

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Der Bundesrat hat der erneuten Verlängerung der Steuerbefreiung für Elektroautos bis zu einer Zulassung im Jahr 2030 für zehn Jahre, maximal aber bis zum Jahr 2035 zugestimmt. Wie der Bundestag in einer Kurzmeldung berichtet, erheben die Länder keine Einwände gegen den Entwurf eines Achten Gesetzes zur Änderung des Kraftfahrzeugsteuergesetzes. Dies ist nicht überraschend, denn die Ausfälle bei den Steuereinnahmen betreffen alleine den Bund.

Dem Entwurf ist eine Schätzung zu entnehmen, wie viel Kraftfahrzeugsteuer der Bund dabei bis 2030 den Elektroauto-Fahrern im Land voraussichtlich zusätzlich erlässt. Für das Jahr 2026, in dem eigentlich erstmals für neu zugelassene Elektroautos Kraftfahrzeugsteuer fällig gewesen wäre, rechnet der Bund mit einer sogenannten vollen Jahreswirkung von etwa minus 50 Millionen Euro – ermittelt wurde der Wert anhand von Schätzungen, wie viele Elektroautos neu zugelassen werden und wie viel Steuer dafür eigentlich entrichtet werden sollte.

2030 soll dann wirklich Schluss sein

Im Jahr 2027 erhöht sich der Betrag bereits auf 110 Millionen Euro, im Jahr darauf 185 Millionen Euro und 2029 bereits 280 Millionen Euro. Im Jahr 2030 erreicht der zusätzliche Steuerverzicht dann 380 Millionen Euro. Das exponentielle Wachstum zeigt, dass die Bundesregierung von steigenden Zulassungszahlen bei Elektroautos ausgeht. Der tatsächliche Wert hängt am Ende vor allem davon ab, ob sich diese Prognosen bewahrheiten oder ob sich am Ende deutlich mehr oder weniger Autofahrer gegen den Verbrenner entscheiden. Kumuliert geht die Bundesregierung also von ziemlich genau einer Milliarde Euro aus, auf die der Staat über die bereits gewährten Steuerbefreiungen hinaus bis 2030 verzichtet.

Hinzu kommen freilich noch die Steuern der bis 2025 neu zugelassenen Elektroautos, die ebenfalls für zehn Jahre steuerbefreit sind. Und auch von 2031 bis 2035 Euro wird es Stand heute noch Steuerverzichte des Bundes geben für alle Elektroautos, die ab kommendem Jahr neu zugelassen werden, da sie ja für zehn Jahre bis längstens 2035 steuerbefreit sind. Dann soll aber voraussichtlich wirklich mit dieser Art der Förderung Schluss sein. Im Entwurf steht geschrieben: „Die Gewährung der Steuerbefreiung soll einen Beitrag zur Förderung der Elektromobilität leisten. Mit zunehmender Marktdurchdringung und dem sukzessiven Erreichen der Klimaschutzziele ist eine längere Förderdauer nicht geboten.“ Und dass bis 2030 und spätestens bis 2035 Elektroautos allen Hirngespinsten von hocheffizienten Verbrennern zum Trotz für die meisten Autofahrer die erste Wahl sein werden, daran kann mit dem Blick auf harte Fakten kaum ein Zweifel bestehen.

Quelle: Kurzmeldung des Bundestags;  Entwurf eines Achten Gesetzes zur Änderung des Kraftfahrzeugsteuergesetzes

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Politik

Spritsteuer bricht weg: Drei neue Abgaben denkbar

Spritsteuer bricht weg: Drei neue Abgaben denkbar

Daniel Krenzer  —  

Mit mehr E-Autos sinken die Einnahmen aus der Energiesteuer. Kilometerabgabe, Fahrstromsteuer oder neue Kfz-Steuern könnten die Milliardenlücke schließen.

Umweltminister verteidigt E-Auto-Prämie gegen Kritik

Umweltminister verteidigt E-Auto-Prämie gegen Kritik

Arun Niemann  —  

Umweltminister Carsten Schneider verteidigt die E-Auto-Prämie gegen Kritik und fordert zugleich höhere EU-Zölle auf Plug-in-Hybride aus China.

Tesla: Tschechien erlaubt die Nutzung von FSD

Tesla: Tschechien erlaubt die Nutzung von FSD

Maria Glaser  —  

Tschechien erlaubt fortan die Nutzung des Tesla FSD Supervised und ist damit das siebte europäische Land, in dem das Fahrassistenzsystem genutzt werden darf.

Teslas Autopilot fährt in Tempo-30-Zonen systematisch zu schnell

Teslas Autopilot fährt in Tempo-30-Zonen systematisch zu schnell

Tobias Stahl  —  

Teslas FSD hat bei Tests systematisch Tempo 30 missachtet und Radfahrer trotz Verbot überholt. Für Tesla kommen die Ergebnisse zu einem ungünstigen Zeitpunkt.

„Überall brennt gerade die Hütte“: Autoindustrie steuert auf harte Tarifrunde zu

„Überall brennt gerade die Hütte“: Autoindustrie steuert auf harte Tarifrunde zu

Tobias Stahl  —  

Kurz vor Beginn der Tarifrunde hat IG Metall 175.000 Beschäftigte mobilisiert. IG-Metall-Chefin Benner wirft den Auto-Vorständen strategisches Versagen vor.

Studie warnt: EU-Schutzmaßnahmen machen E-Autos teurer

Studie warnt: EU-Schutzmaßnahmen machen E-Autos teurer

Daniel Krenzer  —  

Bruegel: EU-Zölle und Vorgaben für europäische Batterien könnten Elektroautos deutlich verteuern und den Hochlauf der E-Mobilität bremsen.

E-Autos aus EU drohen in Großbritannien 10 Prozent Zoll

E-Autos aus EU drohen in Großbritannien 10 Prozent Zoll

Daniel Krenzer  —  

Ab 2027 könnten viele EU-E-Autos beim Export nach Großbritannien mit 10 Prozent Zoll belegt werden. Der ACEA fordert deshalb neue Übergangsregeln.