IG fordert „dringende Umsetzung“ des EU-Autopakets

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Mercedes-Benz

Laura Horst
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Die IG Metall fordert mehr Protektionismus für die Automobilbranche, sowohl auf Bundesebene als auch seitens der EU. Auf der Jahrespressekonferenz der Gewerkschaft sprach IG-Metall-Chefin Christiane Benner von der schwierigen Lage der Auto- und Zuliefererindustrie. Das von der EU Mitte Dezember vorgeschlagene Autopaket müsse nun „dringend umgesetzt werden“.

Wichtigster Punkt des Autopaktes ist das Abrücken vom sogenannten Verbrenner-Aus ab 2035 zugunsten einer neuen Regelung, die nur noch eine 90-prozentige Senkung der CO₂-Emissionen auf Fahrzeugseite vorsieht, die Lücke von 10 Prozent muss anderweitig geschlossen werden, etwa durch den Einsatz von E-Fuels oder Einsparungen bei den Rohstoffen. Während in Brüssel an der endgültigen Fassung des Pakets gearbeitet wird, plädiert Benner für die Verankerung von Local-Content-Vorgaben, die die anteilige Verwendung von Materialien, Teilen und Komponenten aus europäischer Fertigung festlegen.

Die Stärkung der Wertschöpfungsnetzwerke in Europa ist auch für den Zweiten Vorsitzenden der IG Metall, Jürgen Kerner, ein zentraler Punkt. „Wer hier verkaufen will, muss auch hier produzieren“, äußerte Kerner auf der Pressekonferenz. Seine Kritik galt Unternehmen aus der Automobilbranche, aber auch aus den Bereichen Bahntechnik und Windkraft. „Manche profitieren von Steuergeld, wollen aber möglichst billig ohne Vorgaben wo auch immer auf der Welt einkaufen“, ergänzte er. Die IG Metall fordert daher für europäische Autobauer eine verbindliche Quote für die Verwendung grünen Stahls. Der klimaschonend produzierte Stahl ist jedoch gegenüber konventionell erzeugtem Stahl deutlich teurer.

IG-Metall-Vorsitzende Benner erwartet von der Bundesregierung „klares Bekenntnis gegen Verlagerungen, Standortschließungen und Kündigungen, und zwar umgehend“ sowie mehr Unterstützung für die Local-Content-Initiative der EU. Letztere will in den nächsten Wochen einen Entwurf für die Local-Content-Vorschriften vorlegen.

Joint Ventures mit EU-Partnern könnten verpflichtend werden

Berichten des französischen Portals Auto Infos zufolge soll in Brüssel ein Entwurf kursieren, der bei großen Investitionen in der EU Joint Ventures vorschreiben würde. Dadurch dürfte etwa ein chinesischer Hersteller, der ein Werk in Europa plant, in einem Gemeinschaftsunternehmen mit einem europäischen Partner maximal 49 Prozent der Anteile halten.

In China gelten seit Jahrzehnten vergleichbare Vorschriften, die der unternehmerischen Kontrolle, dem Technologietransfer und dem Schutz einheimischer Unternehmen gelten. Ausländische Hersteller wie Volkswagen, BMW und Mercedes durften bis 2022 nur gemeinsam mit Partnern vor Ort in China produzieren.

EU-Unternehmen, insbesondere aus der Automobilbranche, stehen zunehmend unter hartem Konkurrenzdruck aus China, verstärkt durch die chinesische Subventionspolitik. Angesichts der aggressiven chinesischen Exportpolitik, ergänzt durch den zunehmenden Protektionismus in den USA, befürwortet auch die deutsche Politik mehr Protektionismus. Zuvor hatte Deutschland „Made-in-Europe“-Initiativen über Jahre ausgebremst, die vor allem von Frankreich initiiert wurden.

Quellen: Automobilwoche – Mehr „Made in Europe“: IG Metall verlangt Protektionismus für die Autobranche / IG Metall – Pressemitteilung vom 26.01.2026

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