Der Neujahrsgipfel des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat kürzlich ein klares Signal an Politik und Öffentlichkeit gesendet: Die Branche fordert weniger Ankündigungen und mehr Verlässlichkeit – insbesondere beim Hochlauf der Elektromobilität. Nach Jahren politischer Richtungswechsel, abrupt beendeter Förderprogramme und wachsender Kaufzurückhaltung sei 2026 ein Jahr, in dem Stabilität wieder zur zentralen Währung werden müsse.
Auf dem Berliner EUREF-Campus kamen bei der Veranstaltung Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Automobilwirtschaft und Handel zusammen, um über die Zukunft der Mobilität zu diskutieren. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn nutzte die Bühne, um den anhaltenden Vertrauensverlust vieler Kundinnen und Kunden offen anzusprechen. Gerade beim Thema Elektromobilität habe die Politik zuletzt zu oft Erwartungen geweckt, um sie anschließend wieder zu enttäuschen – mit spürbaren Folgen für Nachfrage, Investitionen und Beschäftigung im Kfz-Gewerbe.
Im Zentrum der Kritik stand die weiterhin schleppende Umsetzung der neuen staatlichen Förderung für Elektroautos. Zwar habe die Bundesregierung grundsätzlich anerkannt, dass der Markthochlauf ohne Unterstützung kaum gelingen könne, doch fehlten bislang konkrete, verlässliche Rahmenbedingungen. Der ZDK mahnte deshalb ein deutlich höheres Umsetzungstempo an und machte klar, dass weitere Verzögerungen den Markt zusätzlich lähmen könnten. Dies griff auch kfzgewerbe.de auf, wonach der Verband betonte, dass Förderprogramme nur dann wirken, wenn sie verständlich, planbar und dauerhaft angelegt sind – sowohl für Verbraucher als auch für den Handel. Zudem dürfte der Wertverlust der Fahrzeuge durch die Förderung höher ausfallen als die Förderung selbst, befürchtet der Verband.
Dabei ging es dem ZDK weniger um kurzfristige Kaufanreize als um langfristige Planungssicherheit. Autohäuser müssten entscheiden, in Ladeinfrastruktur, Schulungen und neue Geschäftsmodelle zu investieren. Ohne klare politische Leitplanken werde diese Bereitschaft jedoch zunehmend ausgebremst. Gleichzeitig warnte der Verband davor, Elektromobilität gegen andere Antriebsformen auszuspielen. Stattdessen brauche es technologieoffene Lösungen, die wirtschaftliche Realität und Klimaziele zusammenbringen.
Planungssicherheit ist Grundvoraussetzung
Ein weiterer Schwerpunkt des Events lag auf dem gesellschaftlichen Rahmen der Transformation. Fachkräftemangel, steigende Kosten und zunehmende Regulierung setzen das Kfz-Gewerbe zusätzlich unter Druck. Umso wichtiger sei es, dass politische Entscheidungen nicht ständig revidiert oder nachgeschärft würden. In diesem Zusammenhang wurde der Leitsatz des Gipfels mehrfach aufgegriffen: 2026 müsse ein Jahr der Verlässlichkeit für die Mobilität werden. Genau diesen Anspruch formulierte der ZDK, der Planungssicherheit als Grundvoraussetzung für Akzeptanz und Investitionsbereitschaft bezeichnete.
Am Ende machte der Neujahrsgipfel deutlich, dass die Branche grundsätzlich bereit ist, den Wandel zur Elektromobilität mitzutragen. Sie erwartet im Gegenzug jedoch klare Signale, belastbare Förderstrukturen und eine Politik, die langfristige Ziele nicht im Jahrestakt neu justiert. Der Ball liegt nun eindeutig in Berlin – wo sich in den kommenden Monaten entscheiden wird, ob der Hochlauf der Elektromobilität neuen Schwung bekommt oder weiter ins Stocken gerät.
Quelle: Automobilwoche – Kritik an Kaufprämie: „Wertverlust von Elektroautos dürfte höher sein als das Förderbudget“; kfzgewerbe.de – ZDK mahnt Tempo bei E-Auto-Förderung an








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