Das erste Quartal hat im europäischen Elektroauto-Markt für eine deutliche Neuordnung gesorgt. Wer die Zulassungsdaten nach Modell auswertet, die Automobil-Analyst Matthias Schmidt zusammengestellt hat, erkennt: Einige Modelle haben massiv zugelegt, andere verlieren spürbar an Boden – und das trotz insgesamt wachsender Nachfrage.
An der Spitze steht das Tesla Model Y mit 49.579 Zulassungen in den ersten drei Monaten des Jahres – ein Plus von knapp 70 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Allein im März wurden 33.081 Einheiten registriert, was einem Marktanteil von 9,9 Prozent entspricht. Schmidt hatte diesen Aufstieg bereits zu Jahresbeginn prognostiziert und führt ihn auf eine aggressive Preispolitik des US-amerikanischen Herstellers zurück. Das Model 3 kommt auf Rang drei mit 25.207 Einheiten im Quartal – ein solides, wenn auch weniger spektakuläres Wachstum von 16,8 Prozent.
Zwischen diese beiden Tesla-Modellen schiebt sich ein Aufsteiger aus dem Volkswagen-Konzern: der Škoda Elroq. Mit 25.248 Zulassungen im ersten Quartal und einem Zuwachs von 330 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das SUV der tschechischen Marke einer der auffälligsten Performer der Auswertung. Der ältere Konzernbruder, der Škoda Enyaq, steht mit 20.612 Einheiten ebenfalls gut da – allerdings mit deutlich moderaterem Wachstum von 10,7 Prozent. Innerhalb der Škoda-Familie hat sich das Kräfteverhältnis damit klar verschoben.
Volkswagen unter Druck, Franzosen holen auf
Weniger erfreulich liest sich die Bilanz für mehrere VW-Modelle. Der ID.4/ID.5 verlor im Quartal 17,2 Prozent und kommt auf 20.071 Einheiten. Der ID.7 rutschte sogar um 19,7 Prozent ab, der Audi Q4 um 18,8 Prozent. Lediglich der ID.3 hält sich mit einem Plus von 8,8 Prozent im positiven Bereich. Die Konzernmarken kämpfen damit gegen zunehmenden Wettbewerb – auch aus den eigenen Reihen.
Während die VW-Gruppe intern umschichtet, gewinnen französische Hersteller an Fahrt. Der Renault R5 verzeichnete im Quartal 19.868 Zulassungen, ein Zuwachs von 18,1 Prozent. Der Citroën ëC3 legte noch deutlicher zu: plus 42,4 Prozent auf 17.852 Einheiten. Beide Modelle positionieren sich im unteren Preissegment und sprechen damit eine breitere Käuferschicht an. Auch der Renault Scenic konnte zulegen – von 8979 auf 11.175 Einheiten, ein Wachstum von 24,5 Prozent.
Ein weiterer Newcomer fällt in den Daten besonders ins Auge: der Leapmotor T03. Das chinesische Modell kommt im ersten Quartal auf 14.545 Zulassungen – nach nur 2351 im Vorjahreszeitraum, was einem Anstieg von 519 Prozent entspricht. Schmidt zufolge erklärt sich das vor allem durch den italienischen Markt, wo das Auto unter Berücksichtigung aller Fördermaßnahmen zu einem Einstiegspreis von unter 5000 Euro erhältlich war. Damit ist der T03 das meistregistrierte chinesische Modell im europäischen Quartal.
Mercedes CLA mischt das Premiumsegment auf
Im Premiumbereich setzt die Mercedes CLA Elektro-Baureihe erste Akzente. Mit 13.945 Zulassungen im Quartal – nach praktisch keinen Vorjahreswerten – verdeutlicht das auf der neuen MMA-Plattform basierende Modell, dass der Stuttgarter Konzern im Segment softwarebasierter Fahrzeuge Boden gutmacht. Ob sich dieser Schwung hält, bleibt abzuwarten.
Kia musste mit dem EV3 dagegen Federn lassen: minus 27,9 Prozent auf 12.412 Einheiten im Quartal. Auch der Audi Q6 und der Volvo EX30 verfehlten ihr Vorjahresniveau leicht. Stabil bis leicht wachsend zeigen sich hingegen BMW iX1, Volvo EX40/EC40 sowie der Mini in der Elektrovariante.
Insgesamt zeichnet das erste Quartal ein differenziertes Bild: Aggressive Preisstrategien, neue Modelle und günstige Förderkulissen in einzelnen Märkten können die Rangfolge schnell verschieben – wie der Aufstieg von Elroq, Leapmotor und Mercedes CLA zeigt.
Quelle: Matthias Schmidt, European Electric Car Study per Mail









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