Das Leapmotor T03 hat sich im Februar unter die fünf meistverkauften Elektroautos in Europa geschoben – ein Ergebnis, das vor allem auf eine einzige Ursache zurückzuführen ist. Drei von vier der insgesamt 7761 Auslieferungen bis Ende Februar gingen nach Italien, wo das Modell dank maximaler Kaufförderung für unter 5000 Euro erhältlich ist. Im bisherigen Jahresverlauf rangiert der T03 unter den zehn gefragtesten E-Autos Europas, wie Automobil-Analyst Matthias Schmidt mitteilt.
Die Konzentration auf den italienischen Markt ist allerdings kein Zeichen struktureller Stärke. Analysten gehen davon aus, dass ein Teil der aktuellen Auslieferungen auf Bestandsabbau zurückzuführen ist. Hintergrund ist die für Juli geplante Aktualisierung der allgemeinen Sicherheitsanforderungen (GSR 2), mit der das T03 in seiner derzeitigen Form möglicherweise nicht konform sein wird.
Das Muster ist aus früheren Regulierungszyklen bekannt: Als 2024 die vorherige GSR-Stufe in Kraft trat, musste Porsche den Macan mit Verbrennerantrieb im gesamten EU-Raum vom Markt nehmen, weil er die aktualisierten Cybersicherheitsanforderungen nicht erfüllte. MG Motor reagierte seinerzeit mit „Kauf-eins-krieg-eins-gratis“-Aktionen beim MG4, um Lagerbestände zu räumen. Ähnliche Maßnahmen könnten in den kommenden Monaten von anderen Automobilherstellern folgen.
Volkswagen baut um, Preise bleiben stabil
Zu den Modellen mit anstehenden Updates zählt auch der Volkswagen ID.3, der als ID.3 Neo neu aufgelegt wird – erstmals mit LFP-Batterietechnologie, teilweise bedingt durch die neuen Anforderungen. Wie ein Vorstandsmitglied der Marke Volkswagen, zuständig für Vertrieb, Marketing und Aftersales, auf einer Veranstaltung in Hamburg im vergangenen Monat erklärte, werden die Preise des LFP-Modells nicht wesentlich unter denen des bisherigen Einstiegsmodells mit NMC-Zellen liegen. Die Strategie zielt demnach eher auf verbesserte Margen als auf niedrigere Verkaufspreise. Das Volumen soll künftig über neue Modelle wie den ID. Polo und den ID. Crosses kommen, die in den nächsten Monaten auf den Markt gebracht werden sollen.
CFO Antlitz zufolge wird der ID. Cross die besten Margen innerhalb des vierköpfigen urbanen Modell-Lineups erzielen – zu dem neben Volkswagen-eigenen Fahrzeugen auch Modelle von Škoda und Cupra gehören. Den Anfang in dieser Gruppe macht der Cupra Raval, dessen Markteinführung in den nächsten Wochen erwartet wird.
Renault 5 mit schwächstem Monat seit einem halben Jahr
Während Volkswagen den Umbau seiner Modellpalette vorbereitet, zeigt die Entwicklung beim Renault 5 erste Anzeichen einer Sättigung. Im Februar verzeichnete das Modell seinen schwächsten Monat der vergangenen sechs Monate. Marktbeobachter:innen sehen darin sowohl ein mögliches Zeichen nachlassender Nachfrage als auch saisonale Effekte, die den britischen Markt im Februar regelmäßig belasten. Eine günstigere Einstiegsvariante, die derzeit schrittweise eingeführt wird, könnte in den kommenden Monaten gegensteuern.
Modelle mit hoher Abhängigkeit vom britischen Markt – darunter mehrere Polestar-Fahrzeuge – waren im Zeitraum Januar bis Februar in den Top 20 Westeuropas nicht vertreten. Für März wird ein deutlicher Anstieg erwartet, da der saisonale Zulassungseffekt in Großbritannien traditionell starke Registrierungszahlen erzeugt, die im Februar entsprechend niedriger ausfallen.
Bei den MEB-Modellen von Volkswagen insgesamt verlangsamt sich das Wachstum spürbar – ein Effekt, der jedoch primär auf die laufenden Modellübergänge in der ersten Jahreshälfte 2026 zurückgeführt wird.
Die meistverkauften E-Autos in Europa (Januar–Februar 2026)
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- Tesla Model Y – 16.461 Einheiten (+15,5 % gegenüber Vorjahreszeitraum)
- Škoda Elroq – 15.164 Einheiten (+743 %)
- Renault R5 – 11.957 Einheiten (+21,1 %)
- Škoda Enyaq – 11.437 Einheiten (-0,3 %)
- VW ID.4/ID.5 – 11.112 Einheiten (-25,8 %)
- VW ID.3 – 10.251 Einheiten (-2,9 %)
- Citroën Ë-C3 – 10.203 Einheiten (+23,6 %)
- VW ID.7 – 8489 Einheiten (-23,0 %)
- Leapmotor T03 – 7761 Einheiten (+477 %)
- BMW iX1 – 7600 Einheiten (-6,9 %)
Quelle: European Electric Car Market Intelligence Study 02/2026 von Matthias Schmidt









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