Mercedes CLA Shooting Brake im Test: So weit kommt er

Mercedes CLA Shooting Brake im Test: So weit kommt er
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Mercedes-Benz

Wolfgang Gomoll
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Mercedes hat schon seit Längerem einen Narren an dem Konzept des Shooting Brakes gefressen. Und warum auch nicht? Die Mischung aus einem Kombi und einem Coupé ist schick, ungeachtet des Antriebs. Da mag die Kombi-Praktikabilitäts-Fraktion aufgrund des Stauraumdefizits noch so sehr die Nase rümpfen, wir goutieren die elegante Silhouette. Der Mercedes CLA 250+ Shooting Brake bietet 455 Liter Kofferraumvolumen, das sind immerhin 50 Liter mehr als die Limousine, aber 30 Liter weniger als beim Vorgänger. Irgendwo muss der Elektromotor samt Technik ja hin. Dafür gibt es jetzt vorne einen Frunk mit 101 Litern Volumen. Legt man die Lehnen der Rücksitzbank um, werden 1290 Liter daraus. Kein Wert, der einen Škoda-Fahrer mit fliegenden Fahnen zum Stern wechseln lässt, aber immerhin ganz ordentlich.

Außerdem geht es in der zweiten Reihe dank der um 2,6 Zentimeter größeren Kopffreiheit etwas luftiger zu als in der CLA-Limousine. Das macht zwar noch keinen Van aus dem Shooting Brake, aber bei einer Körpergröße von 1,85 Metern freut man sich über jeden Zentimeter mehr Raum über dem Haaransatz. Zumal ein großes Panoramadach für angenehmes Licht im Innenraum sorgt. Gerade im Winter ein Stimmungsaufheller. Eine spezielle Beschichtung soll im Sommer das Aufheizen des Innenraums verhindern. Außerdem sind 158 Sterne in die Glasfläche integriert. Ein weiterer Vorteil des Shooting Brakes sind die weiter aufschwingenden Türen, die das Einsteigen im Fond erleichtern.

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Technisch ist der CLA 250+ Shooting Brake bis zur B-Säule im Grunde der bekannte CLA. Das bedeutet: Die gleiche Frontpartie, der gleiche technische Unterbau mit der 800-Volt-Architektur, dem Zwei-Gang-Getriebe an der Hinterachse mit der E-Maschine und einer Batterie mit einer Kapazität von 85 Kilowattstunden. Im Zusammenspiel mit dem 200 kW / 272 PS-Antrieb resultiert das in einer WLTP-Reichweite von bis zu 769 Kilometern.

Mercdes CLA Shooting Brake 477 km reale Reichweite sind im Alltag drin

Wir kamen bei unserer zwischendurch auch mal forscheren Testfahrt auf einen Durchschnittsverbrauch von 17,8 kWh/100 km, das sind 2,8 kWh/100 km mehr, als Mercedes angibt. Selbst wenn man die Ladeverluste mit einkalkuliert, ist das ein sehr ordentlicher Wert. Das gilt auch für die Ladeleistung von maximal 320 kW an einem Schnelllader und 22 kW an einer Wallbox. Laut Mercedes reichen zehn Minuten, um an einer DC-Ladesäule Strom für 320 Kilometer zu laden. Nach 22 Minuten steigt der Ladestand von zehn auf 80 Prozent.

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Zumal der CLA 250+ genug Power hat, um überall mitzuhalten. Der Shooting Brake erreicht nach 6,8 Sekunden aus dem Stand die 100-km/h-Marke und ist bis zu 210 km/h schnell. Aufgrund des Heckantriebs wirkt das Auto sogar etwas harmonischer als der Allradler, weil die Lenkung weniger Antriebseinflüsse hat und etwas leichtgängiger ist. Der CLA Shooting Brake ist auf Alltagstauglichkeit getrimmt. Deswegen ist die Lenkung nicht sportwagen-typisch ultradirekt, fühlt sich aber auch etwas synthetisch an. Das geschmeidig abgestimmte Fahrwerk ergänzt den guten Eindruck und schafft den Spagat zwischen Sportlichkeit und Komfort.

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Unterm Strich ist man mit dem Mercedes CLA 250+ Shooting Brake schnell und souverän unterwegs. Wer also nicht unbedingt das Traktions- und Leistungsplus des 350er-Allradlers benötigt, ist mit diesem Auto gut aufgestellt. Vor allem weil sich der Preisunterschied auch in der Haushaltskasse bemerkbar macht. Der CLA 250+ Shooting Brake startet bei 57.096 Euro, der CLA 350 4Matic bei 61.653 Euro, laut Adam Riese ein Unterschied von 4557 Euro. Allerdings hat der Allradler mit 1800 Kilogramm bei der gebremsten Anhängelast ein Plus von 300 kg.

Mercedes überzeugt mit Superscreen beim Infotainment

Beim Infotainment des CLA Shooting Brake geht Mercedes keine Experimente ein. Der Superscreen erstreckt sich über das gesamte Armaturenbrett und verfügt über ein 10,25 Zoll großes Fahrerdisplay und einen 14-Zoll-Touchscreen in der Mitte. Optional kommt ein weiterer 14-Zoll-Bildschirm für den Beifahrer dazu. Allerdings ist zwischen den beiden linken Bildschirmen eine kleine Spalte erkennbar, während der Beifahrer-Monitor mit dem zentralen Touchscreen eine durchgehende Glasfläche bildet.

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Eine der Stärken der Mercedes-Unterhaltungs-Infrastruktur ist die Qualität der Grafik. Die Anzeigen sind scharf und die visuellen Elemente bauen sich schnell auf. Das hilft bei der Navigation. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit findet man sich schnell zurecht. Vor allem da die wichtigsten Bereiche wie Karte, Medien und andere zentrale Fahrzeugfunktionen ohne große Umwege aktivierbar sind. Allerdings ist das Konzept sehr bildschirm- und menülastig, was zu einer gewissen Reizüberflutung führt.

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Klassische Tasten sind rar, selbst Klima- und Nebenfunktionen laufen weitgehend über den Touchscreen. Im Stand ist das kein Problem. Unterwegs sieht das schon anders aus. Stichwort: Fahrerablenkung. Zumal die Trefferflächen der Menüs beziehungsweise Apps nicht riesig sind. Eine Handauflage wäre hilfreich. Immerhin nutzt der virtuelle Assistent laut Mercedes jetzt die künstliche Intelligenz von ChatGPT 4.0, Microsoft sowie Google und agiert deutlich souveräner als bisher.

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Wolfgang Gomoll beschäftigt sich mit dem Thema Elektromobilität und Elektroautos und verfasst für press:inform spannende Einblicke aus der E-Szene. Auf Elektroauto-News.net teilt er diese mit uns. Teils exklusiv!

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