Elektro- oder Wasserstoffauto? Die KI denkt schon viel weiter

Elektro- oder Wasserstoffauto? Die KI denkt schon viel weiter
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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
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Gerade im „Verbrennerland“ Deutschland wird intensiv darüber debattiert, ob sich Elektroautos wirklich durchsetzen werden oder nicht doch irgendwann der Durchbruch der von vielen herbeigesehnten Wasserstoffautos kommt. Viele in der Branche gehen inzwischen davon aus, dass Wasserstoff im Pkw-Bereich auch künftig kaum eine Rolle spielen wird.

Das mit KI arbeitende Technologieprognoseunternehmen GetFocus hat sich nun mithilfe von Künstlicher Intelligenz die disruptiven Trends der Automobilbranche anhand von weltweiten Patenten und Patentanmeldungen genauer angesehen und legt in einer aktuellen Pressemitteilung dar, dass diese These dadurch massiv gestützt wird – und sich eigentlich längst ganz andere Fragen stellen sollten.

GetFocus

„Der Bericht zeigt anhand einer Analyse von Patentanmeldungen und -landschaften, dass die Lithium-Ionen-Batterietechnologie mit einer enormen Technologieverbesserungsrate (TIR) von 73,5 Prozent voranschreitet, während Wasserstoff-Brennstoffzellen mit nur 26,5 Prozent im Rückstand sind“, schreibt GetFocus. Diese Zahlen deuten demnach darauf hin, dass Technologien auf Lithium-Ionen-Basis – insbesondere solche, die Innovationen wie LFP-Kathoden und Anoden auf Siliziumbasis beinhalten – den Markt eindeutig dominieren werden.

„Die TIR berechnet sich aus der Zykluszeit, die misst, wie schnell sich eine Technologie wiederholt, sowie dem Wissensfluss, der erfasst, wie einflussreich jeder Durchbruch ist. Daraus lässt sich ableiten, welche Technologie sich aller Voraussicht nach durchsetzen wird“, erläutert das Unternehmen die für Außenstehende ansonsten schwer nachvollziehbaren Werte.

Gehört LFP oder NMC die Zukunft?

In der Vergangenheit setzten dem Bericht nach Innovatoren wie BYD, SAIC, Geely sowie Entwickler (insbesondere CATL) auf Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien (LFP), lange bevor die europäischen Automobilhersteller dies bemerkten. „Tesla investierte von 2008 bis 2015 stark in Nickel-Mangan-Kobalt-Batterien (NMC) und verlagerte seinen Schwerpunkt in Forschung und Entwicklung ab 2016 schrittweise, was zu einer viel beachteten Umstellung auf LFP im Jahr 2021 führte“, erinnert GetFocus.

Im Gegensatz dazu hätten die europäischen Automobilhersteller zwar bereits 2010 mit der Forschung und Entwicklung von Elektroautos begonnen. „Jedoch haben Marktgrößen wie Audi, BMW und Mercedes nur angedeutet, dass sie LFP-basierte E-Autos im Jahr 2025 auf den Markt bringen wollen“, schreibt das Unternehmen, das seine Methodik und deren Ergebnisse kommende Woche auch auf der Messe Hannover vorstellen möchte. Daraus ließe sich nicht nur eine anfängliche Verzögerung von fünf Jahren ablesen, sondern auch eine beinahe zehnjährige Verzögerung bei der Einführung fortschrittlicher Batterielösungen.

Treffsicherheit statt Technologieoffenheit

„Hätten die europäischen Automobilhersteller Zugang zu den von uns bereitgestellten Prognosen, würden sie nicht auf mehrere Technologien setzen“, sagt Jard van Ingen, Geschäftsführer von GetFocus. „Unsere Daten zeigen, dass NMC-Akkus bei kalter Witterung besser abschneiden als LFP-Batterien, während LFP inzwischen in einem noch größeren Temperaturbereich eine vergleichbare Leistung bietet. Noch wichtiger ist jedoch die Herausforderung der Energiedichte, das Problem gilt es zu lösen. Anoden auf Siliziumbasis werden hierbei der Wendepunkt für LFP-Batterien sein und die nächste Welle der Batterieinnovation auslösen“, ist sich van Ingen aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse sicher.

Der Bericht von GetFocus unterstreiche eine wichtige Erkenntnis: Beim globalen Wettlauf um die beste Automobil-Technologie der Zukunft geht es längst nicht nur darum, zwischen E-Auto und Wasserstoffauto zu wählen. Es gehe viel mehr darum, aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen und entschlossen zu handeln. „Während Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe für schwere Nutzfahrzeuge oder netzunabhängige Anwendungen weiterhin eine Nischenrolle spielen können, gehört die Zukunft für Personenkraftwagen eindeutig den Lithium-Ionen-basierten Systemen, die sich rasant weiterentwickeln“, ist man seitens GetFocus überzeugt.

Den europäischen Automobilherstellern gibt das Unternehmen drei Ratschläge:

  • Sie sollten entschlossen in LFP- und siliziumbasierte Anodentechnologien investieren, um die Herausforderungen der Energiedichte zu meistern.
  • Sie sollten bei ihrer Forschung und Entwicklung die Fortschritte bei Lithium-Ionen-Batterien berücksichtigen, um weitere Verzögerungen bei wettbewerbsfähigen Innovationen zu vermeiden.
  • Und zuletzt nicht ganz uneigennützig: Sie sollten die Vorhersage von KI-Technologien nutzen, um aufkommende Trends frühzeitig zu erkennen und der Entwicklung einen Schritt voraus zu sein, anstatt hinterherzuhinken.

Quelle: GetFocus- Pressemitteilung vom 11. März 2025

Transparenzhinweis: GetFocus wird bei seiner Pressearbeit von der PR-Agentur Connect and Drive von EAN-Herausgeber Sebastian Henßler unterstützt. Auf die redaktionelle Bearbeitung der Pressemitteilung hat dies jedoch keinen Einfluss.

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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