Als Antwort auf die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) einen Verbraucherleitfaden für den Kauf und die Nutzung von Elektroautos veröffentlicht. Im vergangenen Jahr war knapp jeder fünfte neu zugelassene Pkw in Deutschland vollelektrisch. Nun geht es dem Verband darum, potenziellen Autokäufern „praxisnahe Tipps für eine besonders umweltverträgliche Modellwahl und -nutzung“ an die Hand zu geben, wie es in einer Mitteilung der DUH heißt.
„Während die Bundesregierung noch über die Zukunft des Verbrenners diskutiert, haben viele Verbraucherinnen und Verbraucher längst erkannt: Die Zukunft ist elektrisch! Reine Elektroautos sind deutlich klima- und umweltfreundlicher als jegliche Verbrenner – mit oder ohne Hybridantrieb“, so Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH. Metz schränkt jedoch ein: „Wir empfehlen bei der Anschaffung vollelektrische und sparsame Kleinwagen. Keinesfalls sollten Verbraucherinnen und Verbraucher sich jedoch von irreführenden Herstellerangaben zu Plug-in-Hybriden täuschen lassen.“ Diese haben dem Verband und mehreren Studien zufolge in der Praxis höhere Kraftstoffverbräuche als offiziell angegeben und seien somit „oft noch umweltschädlicher als herkömmliche Verbrenner“, so Metz weiter.
Hintergrund ist die häufig geäußerte Kritik, dass Plug-in-Hybride zum überwiegenden Teil vorrangig oder ausschließlich im Verbrennermodus bewegt werden. Durch das zusätzliche Gewicht der Antriebsbatterie verzeichnen die Hybridfahrzeuge dann aber besonders hohe Verbräuche.
Zu einem ähnlichen Ergebnis kam auch eine Auswertung der Verkehrsorganisation Transport & Environment (T&E) im Oktober: Demnach stoßen Plug-in-Hybride laut ihren offiziellen WLTP-Testemissionen durchschnittlich 75 Prozent weniger CO2 aus als vergleichbare Verbrenner. Die T&E-Analyse der Emissionsdaten von 127.000 Plug-in-Hybriden zeigte jedoch, dass die Emissionen in der Realität nur durchschnittlich 19 Prozent niedriger liegen als bei vergleichbaren Verbrennern – auch, weil Plug-in-Hybride laut Daten der Europäischen Umweltagentur EEA selbst im Elektromodus noch durchschnittlich 3 Liter Benzin pro 100 Kilometer verbrauchen.
Bei der Fahrzeugwahl auf den typischen täglichen Reichweitenbedarf achten
Für den Kauf eines reinen Elektroautos empfiehlt die DUH mit Blick auf die anvisierte Reichweite, sich am typischen täglichen Bedarf zu orientieren: Die durchschnittlich zurückgelegte Strecke pro Pkw liegt in Deutschland bei rund 34 Kilometern am Tag, rechnet der Verband vor. Elektroautos erreichen im Durchschnitt jedoch bereits Reichweiten von knapp 400 Kilometern, manche Modelle auch mehr als 800 Kilometer. Auch das Aufladen unterwegs stelle längst kein Problem mehr dar, da es bundesweit mehr als 175.000 öffentliche Ladestellen gibt, darunter etwa 42.000 Schnellladepunkte.
Thomas Fischer, Leiter für Kreislaufwirtschaft bei der DUH, verweist zudem auf den Kosten- und Nachhaltigkeitsfaktor Batterie: „Elektroautos und Batterien sind mittlerweile sehr langlebig und gut reparierbar. Elektroautos benötigen insgesamt weniger Wartung und Reparaturen als Verbrenner, da sie weniger Verschleißteile haben. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten beim Kauf darauf achten, dass der Tausch von einzelnen Batteriemodulen möglich und nicht zu teuer ist.“ Natrium-Ionen-Batterien seien besonders umweltfreundlich, da sie keine kritischen Rohstoffe benötigten. „In vielen asiatischen Ländern ist dieser alternative Batterietyp bereits auf dem Markt, eine Markteinführung in Europa steht kurz bevor“, so Fischer weiter.
Quelle: Deutsche Umwelthilfe – Pressemitteilung vom 07.01.2026 / Transport & Environment – Pressemitteilung vom 16.10.2025







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