Bund startet nächste große E-Bus-Förderrunde

Bund startet nächste große E-Bus-Förderrunde
Copyright:

VBS

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Der Bund will den Hochlauf der Elektrobusse in diesem Jahr mit einem neuen Förderpaket weiter anschieben. Wie das Bundesministerium für Verkehr mitteilte, ist für das Frühjahr ein neuer Förderaufruf mit einem Volumen von bis zu 500 Millionen Euro geplant. Damit soll der Umstieg im öffentlichen Nahverkehr auf emissionsfreie Antriebe deutlich beschleunigt werden. Im Mittelpunkt stehen nicht nur batterieelektrische Busse und Brennstoffzellenfahrzeuge, sondern ausdrücklich auch Lade- und Tankinfrastruktur sowie begleitende Machbarkeitsstudien.

Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) unterstrich die strategische Bedeutung des Programms und erklärte: „Elektrobusse sind ein zentraler Baustein für einen klimafreundlichen öffentlichen Personennahverkehr.“ Genau darum gehe es nun in der nächsten Stufe der Förderung – aus Einzelprojekten eine flächige Transformation zu machen.

Große Investitionen, die sich langfristig lohnen

Viele Verkehrsunternehmen stehen derzeit an einem Kipppunkt: Erste Elektrobusse sind im Einsatz, Betriebshöfe wurden umgerüstet, Erfahrungen gesammelt. Doch der großflächige Austausch ganzer Diesel-Flotten erfordert erhebliche Investitionen. Elektrobusse sind in der Anschaffung weiterhin teurer als konventionelle Modelle, zugleich müssen Netzanschlüsse verstärkt, Ladepunkte installiert und Werkstätten angepasst werden. Dafür sind die laufenden Kosten dann deutlich niedriger, sodass die Investitionen in der Regel langfristig lohnen, aber erst einmal bewältigt werden müssen. Die neue Förderrunde soll genau diese Systemkosten abfedern und Planungssicherheit schaffen.

Parallel dazu wurden auf einer Branchenveranstaltung Förderbescheide aus der bestehenden Richtlinie übergeben. Im aktuellen Förderaufruf erhalten 151 Unternehmen insgesamt 417 Millionen Euro für die Beschaffung von 1887 neuen Elektrobussen. Diese Mittel stammen aus der laufenden Förderkulisse. Der angekündigte 500-Millionen-Topf hingegen ist das Signal für die nächste Skalierungsphase.

Ein Blick auf die bisherigen Zahlen zeigt, wie stark die Dynamik bereits ist. Mehr als 2200 vom Bund unterstützte Elektrobusse sind laut Ministerium inzwischen auf deutschen Straßen unterwegs. Mit jedem zusätzlichen Fahrzeug sinken die lokalen Emissionen in den Städten, zugleich wächst die Routine im Betrieb. Was vor wenigen Jahren noch Pilotprojekt war, wird zunehmend Regelbetrieb.

Europaweit geben andere den Ton an

Wie schnell das gehen kann, zeigen einzelne Städte. In Hamburg gehört die Elektrifizierung längst zur strategischen Leitlinie der Verkehrsbetriebe, große Teile der Neubeschaffungen erfolgen elektrisch. Auch Köln baut seine E-Bus-Flotte kontinuierlich aus, während in Berlin immer mehr Linien auf batterieelektrische Fahrzeuge umgestellt werden. Auch kleinere Städte wie Würzburg oder Speyer kommen mit der Umstellung auf Elektrobusse gut voran oder haben sie gar schon abgeschlossen. Dort überall zeigt sich: Wer Infrastruktur und Fahrzeuge gemeinsam plant, kann die Quote zügig erhöhen.

Europaweit ist der Trend ohnehin eindeutig. In mehreren Ländern wie in Skandinavien und Benelux liegt der Anteil emissionsfreier Busse bei den Neuzulassungen inzwischen deutlich über 50 Prozent. Deutschland bewegt sich mit etwa 20 Prozent in diese Richtung, die neue Förderrunde könnte dabei helfen, zu den Spitzenreitern weiter aufzuschließen oder zumindest nicht den Anschluss zu verlieren.

Mit bis zu 500 Millionen Euro setzt der Bund klare Anreize, sinnvolle Zukunftsinvestitionen zu tätigen. Der elektrische Stadtbus bleibt eine der stabilsten Säulen der Verkehrstransformation, denn gerade der städtische Verkehr auf festen Linien und Ablaufzeiten lässt sich leicht elektrisch abbilden. Entscheidend wird nun sein, wie schnell die angekündigte Förderrichtlinie startet – denn bis dahin werden die Kommunen sicher warten, ehe sie neue Elektrobusse ordern.

Quelle: Bundesministerium für Verkehr – Pressemitteilung vom 24. Februar 2026

worthy pixel img
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Politik

Deutscher Autohandel kritisiert E-Auto-Prämie scharf

Deutscher Autohandel kritisiert E-Auto-Prämie scharf

Daniel Krenzer  —  

Der Autohändler-Verband VAD sähe lieber Kitas gefördert als E-Autos – zumindest in dieser Form.

EU verschiebt Plan zum Schutz europäischer E-Autos

EU verschiebt Plan zum Schutz europäischer E-Autos

Sebastian Henßler  —  

Die EU verschiebt ein Industriegesetz mit 70 Prozent Quote für E‑Autos. Fördergelder sollen an EU-Montage und Herkunft gebunden werden.

Deutschland und Kanada schließen Auto- und Mobilitätspakt

Deutschland und Kanada schließen Auto- und Mobilitätspakt

Michael Neißendorfer  —  

Die Erklärung unterstreicht die Bedeutung der Automobil- und Mobilitätssektoren für wirtschaftliche Sicherheit, Resilienz und Wachstum in beiden Ländern.

ACC: 600 Mio. Euro Förderung, aber keine Gigafactory

ACC: 600 Mio. Euro Förderung, aber keine Gigafactory

Sebastian Henßler  —  

ACC stoppt das Batteriewerk in Kaiserslautern. 2000 Jobs und bis zu 40 Gigawattstunden Kapazität entfallen. 600 Mio. Euro Förderung stehen weiterhin im Raum.

Stromstau statt Stromschub – wie Reiches Kurs der E-Mobilität schadet

Stromstau statt Stromschub – wie Reiches Kurs der E-Mobilität schadet

Daniel Krenzer  —  

Katherina Reiches Energiepolitik gefährdet nicht nur die E-Mobilität, sondern Deutschlands wirtschaftliche Zukunft.

EU-Flottengesetz könnte deutsche Autohersteller stärken

EU-Flottengesetz könnte deutsche Autohersteller stärken

Michael Neißendorfer  —  

Das neue Flottengesetz der EU hat viel Potential zur CO2-Senkung, ist aktuell aber wenig ambitioniert – und kein „Verbrenner-Aus durch die Hintertür“.