Der erst im vergangenen Jahr gegründete Verband der Automobilhändler Deutschlands (VAD) hat die neue Elektroauto-Prämie der Bundesregierung als organisatorische Katastrophe scharf kritisiert. Wie die Welt berichtet, sollte aus Sicht des Verbandes das Geld „besser in Schulen und Kitas fließen“. Was zunächst überrascht, lässt sich auf den zweiten Blick nachvollziehen. Denn der Verband bemängelt zum einen die unklaren Förderbedingungen, zum anderen ist man überzeugt, dass das Elektroauto sich sowieso durchsetzen wird und eine Förderung mehr Verwirrung stifte als Nutzen bringe. Gefördert werden zusätzlich auch Plug-in-Hybride und Range-Extender.
Allerdings weist die Welt zurecht auch auf eine teils widersprüchlich erscheinende Haltung des Verbandes hin, denn noch Anfang Februar forderte dieser per Pressemitteilung eine „schnellere Einführung der E-Auto-Prämie und Einbeziehung von Gebrauchtwagen„. Diese Einbeziehung kam jedoch nicht, und die schon in der älteren Mitteilung bemängelten Unklarheiten hinsichtlich der Förderung, die viele potentielle Kunden noch mit einer Anschaffung eines E-Autos zögern ließen, sind trotz Bekanntgabe von Details nicht wirklich ausgeräumt. Mit Blick darauf lässt sich also trotz des widersprüchlichen Titels eine Stringenz in der Haltung des VAD erkennen.
Wenn etwas schiefgeht, landet der Ärger bei den Händlern
„Es ist also eindeutig nicht der erhoffte Booster, im Gegenteil: Die Prämie schadet mehr, als sie nützt. Den ganzen Spuk hätte man sich sparen können“, stellte der Präsident des Verbands, Burkhard Weller, im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland nun fest. Das aktuelle Problem: Zwar hat die Bundesregierung eine einkommens- und kinderzahlabhängige Förderung für Elektro-Neuwagen rückwirkend ab Jahresbeginn bekanntgegeben, die Anträge lassen sich aber erst ab Mai einreichen, und aktuell sind auch die exakten Förderbedingungen noch nicht kommuniziert oder gar einsichtig. So könnte beispielsweise die EU noch daran rütteln, dass der Produktionsort in der deutschen Förderung keine Rolle spielt, denn die Kommission möchte, dass bei Förderungen weitestgehend in Europa produzierte Fahrzeuge bevorzugt behandelt werden.
Wer sich also jetzt für ein beispielsweise in Asien gebautes Elektroauto entscheidet, weiß heute nicht mit Sicherheit, ob die Fördergelder am Ende auch wie geplant fließen werden. Sollte das nicht passieren, bekommen die Autohändler den Ärger ab – daher lässt sich wiederum deren Unbehagen nachvollziehen. Zudem sei unklar, wann die Prämie tatsächlich ausbezahlt werde, was die Zwischenfinanzierung dieser Beträge für den Handel zur Herausforderung mache. Statt weiterhin zügigere Klarheiten zu fordern, ist der Verband inzwischen aber bei der festen Überzeugung angekommen, die Förderung grundsätzlich für falsch zu halten.
Quelle: Welt – Milliarden für Batterie-Pkw – „Es ist eine Katastrophe, wie das organisiert wird“ – Autohändler kritisieren E-Auto-Prämie scharf








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