Auf der Brüssel Motor Show 2026 nutzt Kia die Bühne, um die nächste Entwicklungsstufe seiner sportlich positionierten Elektromodelle vorzustellen. Mit dem EV3 GT, dem EV4 GT und dem EV5 GT erweitert der Hersteller seine GT-Reihe erstmals über mehrere Segmente hinweg. Der Schritt markiert eine strategische Verschiebung: Sportlichkeit soll nicht länger einzelnen Topmodellen vorbehalten sein, sondern als festes Element innerhalb der wachsenden Elektroflotte verankert werden. Grundlage dafür bildet eine Kombination aus leistungsfähiger Hardware und softwaregestützten Fahrfunktionen, die sich über verschiedene Karosserieformen hinweg skalieren lässt.
Kia verbindet mit dem GT-Kürzel seit mehr als einem Jahrzehnt den Anspruch, dynamisches Fahren mit Alltagstauglichkeit zu vereinen. In Brüssel wird dieser Anspruch nun explizit auf kompakte Crossover, klassische Schrägheckvarianten, Fastback-Layouts und das C-SUV-Segment übertragen. Nach Angaben von Kia Europe sollen alle drei neuen Modelle ein emotionaleres Fahrerlebnis bieten, ohne den praktischen Nutzen im Alltag aus dem Blick zu verlieren. Konzernchef Soohang Chang beschreibt Elektrifizierung in diesem Zusammenhang als Chance, sportlichen Charakter neu zu definieren und mit digitalen Funktionen zu verknüpfen.
Technisch setzen EV3 GT und EV4 GT auf eine gemeinsame Basis. Beide Autos verfügen über einen Allradantrieb mit zwei Elektromotoren, die zusammen 215 Kilowatt leisten. Die Energie liefert eine 81,4 Kilowattstunden große Batterie. Ergänzt wird der Antrieb durch ein elektronisch geregeltes Fahrwerk, eine spezifische Abstimmung der Lenkung sowie 20-Zoll-Räder mit leistungsorientierter Bereifung. Diese Konfiguration soll eine präzisere Rückmeldung ermöglichen und zugleich Stabilität bei höheren Geschwindigkeiten sicherstellen. Laut Hersteller beschleunigt der EV3 GT in 5,8 Sekunden von null auf 100 Kilometer pro Stunde, der EV4 GT benötigt dafür 5,6 Sekunden.
Ein zentrales Element beider Modelle ist ein eigens entwickelter GT-Fahrmodus. Er bündelt Leistungsentfaltung, Fahrwerkscharakteristik und Anzeigen im Cockpit zu einem konsistenten Profil. Hinzu kommen Funktionen wie die virtuelle Gangsimulation, die beim Beschleunigen und Verzögern gezielte Rückmeldungen erzeugt, sowie eine aktive Soundgestaltung, die abhängig von Lastzustand und Tempo variiert. Kia ordnet diese Systeme nicht als reine Effekte ein, sondern als Bestandteil eines neuen Verständnisses von digital unterstützter Fahrdynamik.
EV3 GT als alltagstauglicher Einstieg in die GT-Welt
Der EV3 GT überträgt dieses Konzept auf das Segment der kompakten Crossover. Mit seinen aufrechten Proportionen bleibt er klar alltagstauglich, erhält jedoch eine eigenständige Abstimmung, die stärker auf Kontrolle und Stabilität ausgelegt ist. Im Innenraum greifen spezielle Sportsitze, farblich akzentuierte Elemente und eine an den Fahrmodus gekoppelte Ambientebeleuchtung das sportliche Profil auf. Kia positioniert das Modell als Einstieg in die elektrische GT-Welt, der bewusst keine extreme Ausrichtung verfolgt, sondern sportliche Elemente mit Zugänglichkeit verbinden will.

EV4 GT richtet sich an Fahrer mit klaren Vorlieben
Der EV4 GT geht einen anderen Weg. Als Hatchback und Fastback richtet er sich an Käufer:innen, die eine niedrigere Silhouette und ein direkter wirkendes Fahrverhalten bevorzugen. Die technische Basis bleibt identisch, doch das Setup zielt stärker auf Agilität und präzises Einlenken. Auch hier prägen spezielle Sitze, ein eigenständiges Lenkrad und eine GT-spezifische Benutzeroberfläche das Interieur. Kia beschreibt den EV4 GT als Interpretation der GT-Idee für Menschen, die bewusst auf klassische SUV-Formen verzichten.

Mit dem EV5 GT erreicht die GT-Idee das SUV-Segment
Mit dem EV5 GT weitet der Hersteller die sportliche Linie erstmals auf das C-SUV-Segment aus. Das Auto kombiniert einen leistungsstärkeren Allradantrieb mit einer GT-spezifischen Fahrwerkskonfiguration, die zusätzlich ein System zur vorausschauenden Anpassung an den Straßenverlauf nutzt. Die kombinierte Leistung liegt bei 225 Kilowatt. Trotz der größeren Abmessungen soll der EV5 GT ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Dynamik und Komfort bieten. Designmerkmale wie exklusive Details außen, spezielle Sitze und eine an den Fahrmodus gekoppelte Innenraumbeleuchtung grenzen das Modell klar von den zivileren Varianten ab.

Der Blick zurück zeigt, dass Kia den GT-Gedanken schrittweise weiterentwickelt hat. Nach den ersten GT-Versionen von Ceed und ProCeed folgte mit dem Stinger GT ein stärker auf Langstreckentauglichkeit ausgelegtes Auto. Den Übergang ins elektrische Zeitalter markierte 2022 der EV6 GT, der später leistungsgesteigert wurde. Mit dem EV9 GT kam zuletzt ein großes SUV hinzu. Die nun vorgestellten Modelle schließen diese Linie nach unten und in der Breite ab.
Die Serienproduktion von EV3 GT, EV4 GT und EV5 GT soll im zweiten Quartal 2026 starten. Konkrete Markteinführungen in Europa will Kia zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben. Klar ist jedoch bereits, dass der Hersteller seine sportliche Submarke künftig nicht mehr als Ausnahme, sondern als festen Bestandteil seiner Elektropalette versteht.
Quelle: Kia – Pressemitteilung per Mail








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