Anfang Juni hat die BYD-Tochter Denza ihren ersten offiziellen deutschen Showroom in Hamburg eröffnet. BYD-Deutschlandchef Lars Bialkowski hat im Interview mit „Die Welt“ über den Marktstart in Deutschland gesprochen und sieht dabei Chancen für Denza, sich mit technologischen Innovationen, allen voran der Ladetechnik, gegenüber alteingesessenen Konkurrenten wie Audi, BMW, Mercedes oder Porsche zu behaupten.
Als erstes Denza-Modell hat der Z9GT Anfang April seine Europa-Premiere in Paris gefeiert. Der Shooting Brake startet in der vollelektrischen Variante bei 115.000 Euro. Die junge Edelmarke positioniere sich „sehr bewusst nicht als der billigste Anbieter“, wie Bialkowski erklärte. Man achte auf lokale Bedürfnisse und habe sich das Ziel gesetzt, dass BYD und Denza in fünf Jahren als „europäische Marken wahrgenommen werden“.
Angepasst an europäische Vorlieben
An den europäischen Markt habe man auch den Z9GT angepasst, den Bialkowski selbst vor etwa einem Jahr in der chinesischen Variante Probe gefahren ist. „Wir vom hiesigen Management-Team haben damals unser Feedback gegeben. Das Fahrzeug wurde daraufhin für den europäischen Markt komplett überarbeitet, etwa bei der Fahrdynamik. Die passt nun zur deutschen Autobahn“, erklärte der BYD-Chef. Sogar das Lenkrad sei an die Vorlieben der europäischen Kunden angepasst worden.
„Die Offenheit gegenüber chinesischen Marken steigt extrem“, äußerte der Bialkowski. BYD etwa war im Mai bei den Plug-in-Hybriden führend und erreichte in den ersten fünf Monaten dieses Jahres bereits etwa 20.000 Neuzulassungen in Deutschland. Durch den massiven Wandel der Automobilbranche gebe es neue Alternativen zu den klassischen Marken, die mehr Technik zu erschwinglicheren Preisen bieten. „Und wir sind Technologieführer bei der Elektromobilität“, ergänzte er.
Denza bringt ultraschnelles Laden nach Europa
Neue Maßstäbe setzt Denza mit dem sogenannten Flash Charging, das BYD mit der Premium-Tochter nach Europa bringt. „Mit unserer Schnellladetechnik sind wir dem Wettbewerb laut unseren Analysten sechs Jahre voraus. An unseren Ladesäulen lädt der Akku innerhalb von nur neun Minuten von zehn auf 97 Prozent. Bis zum Jahresende stellen wir 300 davon in ganz Deutschland auf“, so der Deutschlandchef.
Trotz der genannten Stärken ist sich Bialkowski bewusst, dass Denza es als Newcomer nicht leicht haben wird: „Ja, der deutsche und der europäische Markt sind sehr kompetitiv, insbesondere im Premium-Bereich“. Als Zielgruppe eine alters- und einkommensübergreifende Gruppe von etwa 500.000 Premium-Fahrern hierzulande, für die man offen sei und vor allem mit dem Fokus auf Innovation und Technologie überzeugen könne.
Gleichzeitig sei man sich des hohen Anspruchsdenkens bewusst, das bei den Kunden vorherrscht. BYD plant daher nicht nur den Ausbau des Ladenetzes in Deutschland, sondern plant zudem den Aufbau eines großen Servicenetzes, das 200 BYD-Werkstätten umfassen soll. Denza soll bis zum Jahresende rund 90 Werkstätten erhalten.
Quelle: Die Welt – BYD-Oberklasse Denza: „Mit unserer Schnellladetechnik sind wir dem Wettbewerb sechs Jahre voraus“








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