Mercedes-AMG schickt das neue GT 4-Türer Coupé als vollelektrischen Sportwagen ins Rennen. Bevor das Modell in wenigen Wochen seine Weltpremiere feiert, hat der Hersteller die finalen Wintertests im nordschwedischen Arjeplog abgeschlossen. Auf zugefrorenen Seen und verschneiten Straßen nahe dem Polarkreis stand dabei die Abstimmung von Traktion, Kraftverteilung und Fahrdynamik im Mittelpunkt.
Herzstück des Antriebs sind drei Axial-Fluss-Motoren, die erstmals in einem vollelektrischen Sportwagen von AMG zum Einsatz kommen. Die voneinander entkoppelten E-Maschinen ermöglichen eine maximale Variabilität bei der Momentenverteilung auf Vorder- und Hinterräder. Ergänzt wird das durch ein individuelles Torque Vectoring zwischen den beiden Hinterrädern. Der Allradantrieb AMG Performance 4MATIC+ wechselt dabei nahezu unmerklich zwischen Heck- und Allradantrieb – gesteuert über eine Matrix, die Regelalgorithmen in die gesamte Fahrzeugsystemarchitektur einbindet.
Ein zentrales Element der Fahrdynamik ist der sogenannte AMG Race Engineer. Drei Drehsteller in der Mittelkonsole erlauben es, Ansprechverhalten, Kurvencharakteristik und Traktionskontrolle individuell einzustellen. Die „Response Control“ reguliert, wie die Elektromotoren auf Fahrpedalbefehle reagieren – von komfortabel-harmonisch bis spitz. Die „Agility Control“ verändert das Kurvenverhalten und simuliert durch variable Kraftverteilung einen kürzeren oder verlängerten Radstand. Die „Traction Control“ bietet neun Stufen für den Eingriff der Traktionskontrolle. Die volle Funktionalität der drei Regler steht allerdings ausschließlich im deaktivierten ESP-Modus zur Verfügung und richtet sich damit an erfahrene Fahrer:innen auf abgesperrten Strecken.
Bremsen, Fahrwerk und Batterie im Detail
Beim Bremsen setzt Mercedes-AMG auf ein hydraulisches Verbundbremssystem. Vorne arbeitet eine Carbon-Keramik-Bremse, hinten eine Stahlbremse. Die Kombination soll sowohl Gewicht sparen als auch ein konstant präzises Bremspedalgefühl liefern – unabhängig davon, ob die Verzögerung per Rekuperation, Reibungsbremse oder einer Mischung beider Systeme erfolgt.
Abseits des Antriebsstrangs hat AMG auch das Fahrwerk neu konzipiert. Das AMG Active Ride Control Luftfahrwerk kombiniert dreifach schaltbare Luftfedern mit einer semi-aktiven Wankstabilisierung. Anstelle herkömmlicher Stabilisatoren kommen hydraulisch verschaltete Elemente zum Einsatz, die Wankbewegungen reduzieren und gleichzeitig eine breite Spreizung zwischen Komfort und Sportlichkeit ermöglichen. Ein 8,2-Liter-Druckspeicher sorgt für schnelle Niveau-Anpassungen, was unter anderem der Reichweite zugutekommen soll.
Über 500 Einzeltests nahe dem Polarkreis
Bei der Batterie setzt der Hersteller auf direktgekühlte Zellen, die in lasergeschweißten Modulen zusammengefasst sind. Ein elektrisch nichtleitendes Öl umströmt jede einzelne Zelle und übernimmt sowohl Kühlung als auch gezieltes Aufheizen. Die Temperaturregelung ist auf verschiedene Fahrsituationen abgestimmt und soll auch bei eisigen Temperaturen schnelles Laden ermöglichen. Laut Mercedes-AMG ist die Leistung der Batterie so ausgelegt, dass sie häufig hintereinander abrufbar bleibt.
Die Wintertests in Arjeplog haben bei Mercedes-AMG Tradition. Seit Jahrzehnten erprobt der Konzern neue Modelle nahe dem Polarkreis bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt. Das Versuchsprogramm zur Absicherung eines neuen Modells umfasst über 500 Einzeltests, darunter Hügelauffahrten mit bis zu 20 Prozent Steigung, Handlingparcours und Kreisbahnen auf blankem Eis. Für das GT 4-Türer Coupé standen dabei die Abstimmung der Fahrdynamik und des ESP-Systems im Fokus.
Quelle: Mercedes-Benz – Pressemitteilung








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